LKR Coburg

Tennet will neue Leitung durchs Coburger Land

Der am Montag in Berlin vorgestellte Netzausbauplan 2030 lässt den Bau einer neuen Stromtrasse durchs Coburger Land einen Schritt näher rücken.
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Sie soll so bleiben wie sie ist:  Wenn es nach dem Netzbetreiber Tennet geht, soll die Höchstspannungsleitung zwischen Schalkau und Redwitz nicht ausgebaut werden -  der Netzbetreiber bevorzugt einen Neubau  durch den östlichen Landkreis Coburg. - Foto: Berthold Köhler
Sie soll so bleiben wie sie ist: Wenn es nach dem Netzbetreiber Tennet geht, soll die Höchstspannungsleitung zwischen Schalkau und Redwitz nicht ausgebaut werden - der Netzbetreiber bevorzugt einen Neubau durch den östlichen Landkreis Coburg. - Foto: Berthold Köhler

Die Übertragungsnetzbetreiber haben gestern in Berlin den ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030 an die Bundesnetzagentur überreicht - und was da als Szenario für den Netzausbau in Deutschland steht, dürfte den Kommunalpolitikern im westlichen Landkreis Coburg ganz und gar nicht gefallen: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine weitere Höchstspannungsleitung durch das Coburger Land gebaut wird, ist größer als je zuvor. Ein Ausbau der bereits bestehenden Stromtrasse zwischen Schalkau (Landkreis Sonneberg) und Redwitz (Landkreis Lichtenfels) hat hingegen nur zweitrangige Priorität.

Das für den Netzausbau in Oberfranken zuständige Unternehmen Tennet mit Sitz in Bayreuth hat zum Netzentwicklungsplan eine Stellungnahme verfasst, die dem Tageblatt vorliegt. Darin heißt es: "Die Ursprungsvarianten P43 und P44 sind gegenüber den Alternativen P43 mod. und den verschiedenen Varianten der P44 mod. wegen ihrer größeren netztechnischen Effizienz vorzuziehen." Im Klartext: Der Netzbetreiber sieht die Notwendigkeit, weitere Leitungen zwischen Schalkau und dem Netzknotenpunkt in Grafenrheinfeld zu errichten, Ein Ausbau der bereits bestehende 380-kV-Leitung von Schalkau über Rödental, Dörfles-Esbach, Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen bis nach Redwitz und weiter nach Ludersheim ist hingegen für Tennet nur zweite Wahl.

Sollte eine neue Trasse (Tennet nennt sie seit jeher P44) gebaut werden, käme ein Verlauf der Trasse durch Rödentaler, Lautertaler, Meederer, Bad Rodacher und vielleicht aus Seßlacher Gebiet Richtung Unterfranken in Frage. Wo genau die neue Höchstspannungsleitung gebaut werden soll, lässt sich an den vage gehaltenen Plänen von Tennet nicht erkennen.

Hauptargument der Netzbetreiber für den Bau einer neuen Trasse ist die "netztechnische Effizienz". Dazu hat Tennet bei P44 ausgerechnet, dass 81 Kilometer Leitungen auf einer komplett neuen Trasse gebaut werden müssten; bei P44 mod. wären es zwischen Schalkau, Würgau und Ludersheim 123 Kilometer Aus- oder Neubau auf bereits bestehenden Trassen. Egal, ob P44 oder P44 mod.: Tennet rechnet mit einer Inbetriebnahme der neuen Leitungen nicht vor dem Jahr 2029.

Argumente kommen nicht an

Markus Mönch, Bürgermeister von Weidhausen, zeigte sich gestern am späten Abend bei einer ersten Stellungnahme nach Bekanntwerden der Pläne nicht mehr überrascht: "Der Netzausbau steht schließlich sowohl beim Bund als auch beim Land ganz klar in den Koalitionsvereinbarungen." Ärgerlich sei es aber freilich, dass sich die Mühen aller im Landkreis am Protest Beteiligten nicht ausgezahlt haben. Gespräche bei den Ministerien in Berlin, Demonstrationen und zuletzt Besuche von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und dem bayerischen Wirtschsftsminister, Hubert Aiwanger (Freien Wähler) seien aus Coburger Sicht ins Leere gegangen. "Unsere Bedenken und unsere vorgebrachten Argumente gegen weitere Trassen kommen bei den Entscheidungsträgern nicht an", bedauerte Mönch.

Dass die West-Variante P44 im Landkreis auf dem Papier de Variante P44 mod. vorgezogen werde, sei für den östlichen Landkreis und die Gemeinde Weidhausen "zum jetzigen Zeitpunkt sehr gut", aber nur, wenn es in der Umsetzung auch dabei bleibe. Dafür, das machte Mönch ausdrücklich deutlich, sei er bereit, zu kämpfen.

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