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Techno-Festival auf der Veste Coburg?

Der Bereich unterhalb der Hohen Bastei auf der Veste Coburg soll am 6. Juni zum Techno-Dancefloor werden. Die Vorbereitungen laufen.
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Die Aussicht, vor historischer Kulisse in den Sonnenuntergang tanzen zu können, lockt regelmäßig Techno-Fans auf die Burgruine Wertheim - und bald auch auf die Veste. Foto: exit: family
Die Aussicht, vor historischer Kulisse in den Sonnenuntergang tanzen zu können, lockt regelmäßig Techno-Fans auf die Burgruine Wertheim - und bald auch auf die Veste. Foto: exit: family

Wenn man weiß, wo David Schiemann aufgewachsen ist, verwundert es nicht, dass er die Veste Coburg als Veranstaltungsort für ein Techno-Festival vorgeschlagen hat. Als Schernecker kennt er die Vorzüge des Coburger Wahrzeichens natürlich ganz genau. Und so lag es nahe, im Kollegenkreis der Würzburger Agentur exit: family, die Veste als Veranstaltungsort vorzuschlagen.

Die Reaktion entsprach dann auch Schiemanns Erwartungen: "Wenn wir eine Location vorschlagen, muss es einen richtige Wow-Effekt auslösen" und das sei bei seinen Kollegen der Fall gewesen. "Die Veste ist eine einmalige Location" - darüber seien sich alle gleich einig gewesen.

Genehmigung steht noch aus

Am 6. Juni soll der Bereich unterhalb der Hohen Bastei zum Techno-Dancefloor werden, wenn alles glatt läuft. Um den Jahreswechsel herum hatte die Agentur bei verschiedenen Stellen angefragt, auch bei der Stadt Coburg und der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Jannik Fenßlein, stellvertretender Abteilungsleiter für Allgemeine Sicherheit und Ordnung beim Ordnungsamt, bestätigt die Anfrage. Aus seiner Sicht spreche nichts gegen die Veranstaltung. Eine Genehmigung werde vermutlich erteilt, allerdings - wie üblich - erst etwa sechs Wochen vor dem Termin.

Das Wesentliche sei schon bei einem Ortstermin mit der Stadt und der Schlösserverwaltung besprochen worden, sagt Jannik Fenßlein. Doch auch andere Behörden wie Polizei und Feuerwehr haben noch ein Wörtchen mitzureden. Man müsse abwarten, welche Auflagen oder Einwände von deren Seite eventuell noch kommen. Bei Bedarf setzen sich die Beteiligten noch einmal zusammen und klären die Details.

Dass mit historischer Bausubstanz vorsichtig umgegangen werde, verstehe sich von selbst, sagt Schiemann. Und dass es da keine Probleme gebe, habe die Agentur schon an anderen Locations, etwa der Ruine in Wertheim, mehrfach bewiesen.

Große Bühne für "Locals"

Seit 2016 richtet exit: family solche Events aus. Zunächst habe die Agentur klein angefangen, mit nationalen, aber auch lokalen DJs, denen man so die Möglichkeit bieten konnte, auch mal vor größerem Publikum zu spielen. Aus Coburg und Umgebung werden bei exit: veste Nathan White, Flokati und Kevin Pojani auftreten. "Das Booking für dieses Event ist bereits durch", erklärt David Schiemann, "gerne darf man uns aber anschreiben für mögliche Folgeevents".

2016 fand die erste Veranstaltung im Maschinenhaus des Würzburger Bürgerbräu statt. 2017 kam die Burgruine in Wertheim dazu. Nachdem diese beiden Veranstaltungsorte gut etabliert sind, hat die Agentur heuer gleich drei weitere neue Orte ins Programm genommen.

Das Festival "Am Stein" in den Würzburger Weinbergen sei innerhalb von 54 Stunden so gut wie ausverkauft gewesen, berichtet David Schiemann. "Damit hätten wir nicht gerechnet!" Das Interesse an der Coburger Veranstaltung sei ebenfalls groß: über 800 Zusagen und fast 4900 Interessierte haben sich bislang auf der Facebookseite von exit: family gemeldet. Eie dritte Location, Schloss Weißenstein bei Pommersfelden, laufe ähnlich gut, sagt David Schiemann.

Natürlich werden sich am Ende keine 4000 Besucher am Fuße der Veste tummeln, mit 1500 wäre das Ziel für die Veranstalter erreicht. "Wir haben immer mehr Zusagen, als am Ende kommen werden", weiß Schiemann. Beim Festival in den Weinbergen hätten zunächst über 10000 Besucher zugesagt, am Ende seien 2000 gekommen.

Nachtruhe wird nicht gestört

Wen will exit: family mit dem Event ansprechen? "In erster Linie machen wir das für Coburg und das Umland", erklärt Schiemann. Aber natürlich seien auch Techno-Fans dabei, die eine weitere Anreise in Kauf nehmen. Was das Alter des Publikums angeht, sind die Veranstalter völlig offen. "Wir haben auf der Ruine Wertheim zum Beispiel einen Gast, der ist schon Rentner, kommt aber jedes Mal wieder."

Für die Anwohner im Umgriff der Veste solle die Lärmbelästigung so gering wie möglich gehalten werden, verspricht Schiemann. Das Festival beginnt um 12 Uhr und endet um 22 Uhr, "die Nachtruhe wird also nicht gestört". Bisher habe die Agentur die Auflagen immer gut eingehalten. Das hätten auch die öffentlichen Stellen bestätigt, mit denen man bisher zusammengearbeitet habe, versichert Schiemann. Der Lärmpegel werde während der Veranstaltung gemessen und die Tontechniker hätten ohnehin ein Auge auf die Tonqualität und die Lautstärke.

Für die Sauberkeit sorgt ein Reinigungsteam, das auch während des Festivals schon unterwegs ist und Müll aufsammelt. Schiemann: "Wir haben ja schon Erfahrung mit Open-Airs und achten sehr drauf, dass alles bereinigt wird."

Tickets gibt's online

Tickets sind momentan nur online über www.exit.ticket.io erhältlich. Aktuell läuft Vorverkaufsphase 2, in der die Tickets 16 Euro kosten. Voraussichtlich werden demnächst noch Verkaufsstellen hinzukommen, sagt Schiemann. Partner der Veranstaltung ist zum Beispiel die Coburger Kneipe "Wohnzimmer".

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