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Coburg
Konzert

Talente begeistern bei Stipendiaten-Matinee

Junge Talente haben bei der Stipendiaten-Matinee des Wagner-Verbandes Coburg mit Tastenzauber und Gesangskunst begeistert. So wurde der Vormittag zum Treffen musikalischer Talente im Kongresshaus.
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Nina Scheidmantel beeindruckte mit Virtuosität und einfühlsamer Gestaltung. Fotos: Jochen Berger
Nina Scheidmantel beeindruckte mit Virtuosität und einfühlsamer Gestaltung. Fotos: Jochen Berger
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Wenn der Coburger Richard-Wagner-Verband zu seiner Stipendiaten-Matinee bittet, wird die Bühne des Kongresshauses zum Podium junger Künstler. Manchmal wird daraus ein Vormittag des Wiederhörens, manchmal bietet sie die Gelegenheit, junge Talente aus der Region zu erleben, die in Coburg noch wenig bekannt sind.

Abendempfindung

In diesem Jahr hört das Publikum im Kongresshaus die aus Kronach stammende Sopranistin Stefanie Simon, den in Würzburg ausgebildeten Pianisten Bernhard Kuffer und die in Gemünda aufgewachsene junge Pianistin Nina Scheidmantel mit einem vokal-instrumentalen Programm aus Klassik und Romantik.

Stefanie Simon, die an der Berufsfachschule für Musik in Kronach und der Musikhochschule Würzburg ausgebildet wurde, stellt sich zunächst mit Werken Mozarts vor.
Ihr sorgsam geschulter Sopran spricht in allen Lagen gut an, ist in allen dynamischen Schattierung tragfähig. Feinfühlig und differenziert gestaltet sie die Arie der Susanna aus Mozarts "Le nozze di Figaro". Einfühlsam differenziert im Ausdruck gelingen ihr auch zwei Lieder Mozarts ("Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte", "Abendempfindung").

Zwei weitere Programmblöcke widmet die Sopranistin dann Franz Schubert und Hugo Wolf. Dabei beweist sie Talent als Lie dinterpretin, die textbezogen zu gestalten weiß. Am Flügel assistiert Bernhard Kuffer als umsichtiger Klavierpartner, der aufmerksam mitgestaltet, ohne sich klanglich unangemessen in den Vordergrund zu drängen.

Brillante Virtuosenkost

Diese Stipendiaten-Matinee gibt die willkommene Gelegenheit, die künstlerische Entwicklung Nina Scheidmantels zu verfolgen, die gegenwärtig an der Musikhochschule Würzburg studiert. Mit den drei Intermezzi op. 117 präsentiert sie sich als feinfühlige Brahms-Interpretin.

Den bisweilen herbstlich anmutenden Gestus dieser poesievollen Charakterstücke entfaltet sie mit fein abgestuften dynamischen und klangfarblichen Nuancen. Bei Stücken von Franz Liszt balanciert sie später stilsicher auf dem schmalen Grat zwischen programmatischer Klangstudie ("Venezia e Napoli") und brillanter Virtuosenkost, zwischen silbrig perlenden Girlanden und energisch zupackendem Tastendonner.
Das Publikum im Kongresshaus dankt mit begeistert ausdauerndem Beifall.

Stipendien an junge Künstler


Wagner-Stipendien Alljährlich vergibt die Stipendienstiftung 250 Stipendien für den Besuch der Bayreuther Wagner-Festspiel. Neben dem Besuch dreier Vorstellungen gehören dazu auch die jeweiligen Einführungsvorträge. In diesem Jahr verleiht der Coburger Wagner-Verband seine Stipendien an zwei Talente aus der Region - an den jungen Geiger Attila Gergely (20) und an den Cellisten Ingmar Escher (22), die beide an der Musikhochschule Würzburg studieren.

Stefanie Simon, an der Berufsfachschule für Musik Kronach und an der Musikhochschule Würzburg ausgebildet, lebt als freiberufliche Sängerin. 2009 gründete sie mit Katja Woitsch das Sopranistinnenensemble "Sopresse". Seit September 2011 arbeitet sie auch als Stimmbildnerin, Gesangslehrerin und Chorleiterin auf der Schwäbischen Alb.

Bernhard Kuffner studierte Klavier am Hermann-Zilcher Konservatorium in Würzburg und an der Musikhochschule Mannheim. Seit besonderes Interesse gilt von jeher der Kammermusik und der Liedbegleitung. Unter anderem war er als Korrepetitor bei den internationalen Kammermusikkursen auf Schloss Weikersheim tätig. Kuffer lebt als Klavierlehrer und freischaffender Künstler.

Nina Scheidmantel, in Gemünda geboren und bereits mit zahlreichen Preisen bedacht, studiert an der Musikhochschule Würzburg Klavier. Ihren Debüt-Soloabend gab sie bereits mit zehn Jahren. Mit 14 wurde sie vom Bayerischen Rundfunk zu einem Workshop von Lang Lang nach München eingeladen. Sie hat bereits zahlreiche Konzerte in der Region gegeben, ist aber zudem erfolgreich wiederholt im Ausland aufgetreten. Im Oktober 2012 gab sie in Peking auf Einladung des Zentralen Musikkonservatoriums von China einen Soloabend mit bemerkenswertem Erfolg, so dass sie im April 2014 wieder zu einem Solokonzert eingeladen ist.

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