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Elsa
Überraschung

Tageblatt füllte Nikolaussäckchen in Elsa

Wenn der Nikolaus durch den Dorfkindergarten in Elsa stapft, leuchten die Kinderaugen. Angst haben die Kleinen nicht, denn er ist ein guter Mann.
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Damit hatten die Kinder in Elsa nicht gerechnet: Der Nikolaus brachte auch vom Tageblatt gefüllte Säckchen mit.Christiane Lehmann
Damit hatten die Kinder in Elsa nicht gerechnet: Der Nikolaus brachte auch vom Tageblatt gefüllte Säckchen mit.Christiane Lehmann
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"Er kommt, er kommt!"Schnell schieben die Kinder ihre Stühle in einen Kreis und warten gespannt bis die Tür aufgeht. Da stiefelt er auch schon herein. Mit seinem langen roten Mantel, dem weißen Rauschebart und - dem großen Kartoffelsack stapft er in den Gruppenraum des Dorfkindergartens Elsa - vor ihm still und stumm 20 Mädchen und Jungen, die ihre Augen nicht von ihm lassen können. "Ich hab mich aweng beeilt, weil ich wusste die Kinder in Elsa warten schon", sagt er mit sonorer Stimme.
Gleich rückt Mia-Nova ihm den Schemel an ihre rechte Seite. Kaum hat er sich mit einem großen Schnaufen niedergelassen, holt die Vorschülerin ein Bild heraus, dass sie extra für ihn gemalt hat und ihm in die Hand drückt.
Er schlägt sein goldenes Buch auf und schaut, was da über die Kinder aus den Dörfern rund um Bad Rodach geschrieben steht. Fast nur Gutes: "Ihr lernt gern und wollt manchmal sogar lieber im Kindergarten bleiben als nach Hause zu gehen. Wenn die Erzieherinnen aufmerksam mit Euch sprechen, hört ihr zu. Ist das denn auch so?", möchte er wissen und die Zwei- bis Sechsjährigen nicken eifrig.
Aber was muss er da lesen: Die Mädchen seien in letzter Zeit etwas zickig und die Jungen wild. Das kann er gar nicht glauben. "Nach den Weihnachtsferien muss das aber vorbei sein", mahnt der Nikolaus und die Kinder geben ihm recht.
Die Geschichte vom Bischof Nikolaus kennen die Kinder in Elsa gut. Pfarrer Christian Frühwald hat sie ihnen Anfang der Woche erzählt. Gemeinsam haben sie auch ein Lied gelernt, dass jetzt alle dem Nikolaus vorsingen wollen. Laut und deutlich singen die Kleinen im Refrain: "Lasst uns tanzen, lachen, toben, Gott ist nicht da oben, Gott ist hier."
Mia-Nova ist die erste, die sich traut und dem Nikolaus noch ein langes Gedicht vorträgt. Aber dann werden die Päckchen verteilt.
Mit großen Augen, auf ihren kleinen Stühlen hin- und herrutschend , wartet jeder gespannt bis sein Name aufgerufen wird.
Die Säckchen sind heuer besonders gut gefüllt, denn das Coburger Tageblatt hatte eine Abmachung mit dem Nikolaus. Neben einer bunten Tasse mit Prinzessin- oder Pirataufdruck sollte noch was Gesundes drin sein. Und so gab's Mandarinen und Apfelsaft aus der heimischen Produktion. Außerdem teilte der Nikolaus noch gesonderte Tageblatt-Säckchen aus, in denen kleine Überraschungen auf die "braven Kinder" von Elsa warteten.
Seit über zehn Jahren kommt der Nikolaus (Bernd Pertsch), von dem die Elsaer behaupten, es sei "der beste der Welt", in den Dorfkindergarten. Er hat sogar schon die Ehrenrute bekommen - auch, wenn er sie gar nicht einsetzen muss. Mia-Nova schmiegt sich die ganze Zeit fest an den roten Samtmantel und hält den Nikolaus am Arm.
Kindergartenleiterin Miriam Wölfert betont die familiäre Atmosphäre. "Nur da , wo sich Kinder wohlfühlen, lernen sie etwas fürs Leben", sagt sie. Und dass es den Kleinen in Elsa gut geht, spürt sogar der Nikolaus. Kein Wunder, mitten im Ort gibt es noch eine Reihe Bauernhöfe, die die Kinder besuchen können. Auch der kleine Weiher und die Insektenwand am Ortsrand sind beliebte Anlaufstellen.
Der Kindergarten direkt neben dem Pfarrhaus ist jedoch sehr klein - selbst für einen einzügigen Kindergarten. "Wir brauchen Platz", sagt Miriam Wölfert. Dass Wünsche in Erfüllung gehen können, zeigt die Entscheidung der evangelischen Kirche als Träger, in den kommenden Jahren einen Neubau zu verwirklichen. Zum Beginn des Kindergartenjahres 2019/2020 soll es soweit sein.
Bis dahin: "Lasst uns froh und munter sein!" - wie die Kinder dem Nikolaus so schön vorgesungen haben.
Mit einem "Tschüss Nikolaus" verabschiedeten die Kinder den Überraschungsgast im roten Mantel - mit seinem leeren Sack. Im nächsten Jahr will er unbedingt wiederkommen.

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