Meeder
Gemeinderat

Superschnell in jedes Haus

Meeder ist Teil des vom Bund geförderten Glasfaser-Masterplans. 1300 Gebäude sind demnach noch zu erschließen. Neue Kreditaufnahmen sind vorerst unnötig.
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Ein Bündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Lehrrohr) für ein Glasfasernetzwerk. In Meeder sollen noch 1300 Häuser ans Netz angeschlossen werden.Jan Woitas, dpa
Ein Bündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Lehrrohr) für ein Glasfasernetzwerk. In Meeder sollen noch 1300 Häuser ans Netz angeschlossen werden.Jan Woitas, dpa

"Wir nehmen teil am Glasfaser-Masterplan" informierte Bürgermeister Bernd Höfer (CSU/LV) in der jüngsten Sitzung den Gemeinderat. Zuvor hatte Enrico Meierhof vom Planungsbüro Reuther den Strukturplan zum Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetzes vorgestellt. Der mit einer 100-prozentigen Förderung durch den Bund ausgestattete Plan hat das Ziel, Glasfaserkabel in jedes Haus zu bringen (Fiber-to-the-Building - FTTB). Bis zum Jahr 2025 ist dabei eine Geschwindigikeit von 1000 MBit/s vorgesehen.

Der Masterplan zeigte auf, welches Material an welcher Stelle verlegt werden muss, damit nach und nach ein strukturiertes, flächendeckendes und wirtschaftlich optimiertes Glasfasernetz in jedes Haus kommen kann. Im Gemeindegebiet sind noch 1300 Gebäude mit FTTB zu erschließen. Die Kosten wurden auf 5000 bis 6000 Euro je Gebäudeanschluss geschätzt, die Tiefbaukosten mit maximal 7,8 Millionen Euro. Meierhof ließ wissen, dass alle Gebäude im Gemeindegebiet bereits in der Planung berücksichtig sind, ebenso eventuelle Erweiterungsflächen. Mit dem Masterplan besitzt die Gemeinde ein strukturiertes Netz und die Provider eine Planungsbasis.

Verschuldung sinkt

Wie der Bürgermeister weiter mitteilte, wurde der Haushalt 2018 vom Landratsamt rechtsaufsichtlich genehmigt. Beanstandungen gab es demnach nicht, als positiv wurde angesehen, dass die Verschuldung um 270 000 Euro sinkt und bis 2021 keine neuen Kreditaufnahmen vorgesehen sind. Angemahnt wurde allerdings, dass Gebührenunterdeckungen (Wasser, Kanal) im neuen Kalkulationszeitraum ab 2020 beachtet werden müssten. "Wir haben eine solide Finanzplanung erstellt, welche die Aufgabenerfüllung bis 2021 gewährleistet", stellte Höfer fest.

Eine weitere erfreuliche Nachricht kam vom Kultusministerium: Zur Sicherung des Schulunterrichts wird wieder eine Lehrkraft für den Religionsunterricht freigestellt, sagte Höfer. Ferner soll die sogenannte mobile Lehrkraftreserve aufgestockt werden, um auf kritische Situationen besser reagieren zu können. Die wichtigste Aussage war jedoch, dass keine Änderung der Meederer Schulstruktur in Erwägung gezogen wird - und der Bestand der Meederer Schule damit garantiert ist.

Pläne sorgen für Unmut

Sein Befremden äußerte der Bürgermeister über die Initiative des Landratsamtes und der Stadt, ein Raumordnungsverfahren zum Bahn-Lückenschluss Thüringen-Coburg in Erwägung zu ziehen. "Hier soll erneut über die Gemeinde Meeder hinweg ein einschneidendes Verfahren eröffnet werden, ohne dass wir im Vorfeld konsolidiert werden", wettere Höfer.

Vorläufig wird das Baugebiet in Großwalbur "Verlängerung Schierleinsgasse" nicht erschlossen, da von acht zur Abgabe der Kostenvoranschläge aufgeforderten Firmen nur zwei reagierten - und zwar mit mehr als 30 beziehungsweise 45 Prozent erhöhten Kosten. Beschlossen wurde, dass eine erneute Ausschreibung mit zusätzlichen Bauunternehmen erfolgen soll.



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