Coburg
Amtsantritt

Süße Überraschung für den neuen Coburger Landrat

Sebastian Straubel hat sein Amt als Coburger Landrat angetreten. Der Empfang war herzlich - und ein SPD-Politiker kam auch noch zum Gratulieren vorbei.
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Sebastian Straubel in seinem Büro im Coburger LandratsamtFoto: Oliver Schmidt
Sebastian Straubel in seinem Büro im Coburger LandratsamtFoto: Oliver Schmidt
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Martin Stingl hat im zurückliegenden Wahlkampf kräftig abgenommen. Der SPD-Kandidat hatte nämlich, wie er kürzlich erzählte, aufgrund der vielen Termine kaum noch Zeit zum Essen. Bei Sebastian Stra ubel (CSU) war das anders. "Es kam schon einige Male vor, dass ich spät am Abend, auf dem Rückweg von einem Termin, doch noch mal bei der Pizzeria angehalten habe." Ein Ergebnis des Wahlkampfs lautet für ihn deshalb: "Ich habe zugenommen!" Das wichtigere Ergebnis heißt aber natürlich: Jetzt bin ich Landrat!

Am Dienstag, rund 38 Stunden nach seinem Sieg in der Stichwahl, stand für Sebastian Straubel bereits der erste Arbeitstag im Landratsamt an. Und was gab's zum Auftakt? Reichlich Kalorien! Nina Kutscher, die im Landratsbüro an der Seite von Landratsassistentin Tanja Angermüller arbeitet, hatte eine Torte gebacken. Zum Abschied des bisherigen Landrats Michael Busch hatte sie vor drei Monaten - passend zu Buschs SPD-Parteizugehörigkeit - die Torte mit einem rot eingefärbten Guss überzogen. Bei CSU-Mann Straubel wollte sie aber nicht, dass die Farbe Schwarz alles dominiert. Deshalb verzierte sie die leckere Schoko-Vanille-Kreation (Fachbegriff: "Drip Cake") noch mit Buchstaben in den Farben des Landkreises: Diese verkündeten beziehungsweise wünschten einen "guten Start". Abgerundet wurde der herzliche Empfang mit einem Blumenstrauß, den Straubel von seinen Vorzimmerdamen überreicht bekam.

"Das hat mich wirklich alles sehr gefreut", sagt Sebastian Straubel, der sich ansonsten erst einmal einen Überblick über seinen Terminkalender verschaffte. Es gab zwar auch sofort etliche Anfragen von Bürgern, die am liebsten sofort ein Gespräch mit Straubel wollten. Aber da bittet der 35-Jährige um Verständnis, dass er sich erst nach und nach um die vielen neuen Herausforderungen kümmern kann.

Lesen Sie hier noch einmal den Ticker zum Wahlabend

Am Dienstag stand vor allem die offizielle Geschäftsübergabe im Mittelpunkt. Rainer Mattern, der als vom Kreistag gewählter Stellvertreter des Landrats seit dem Busch-Abschied die Leitung inne hatte, brachte Sebastian Straubel bei vielen Themen auf den aktuellen Stand. Gemeinsam tauschten sie dann auch das Namensschild an der Bürotür aus.

Einer der ersten, der am Nachmittag an dieser Tür von "Amtsvorstand/Landrat Herr Sebastian Straubel" klopfte, war ausgerechnet Herbert Müller aus Bad Rodach. Der ist ja bekanntlich einer, zu dem eher eine Torte mit rotem Guss passen würde. Und der kommt extra im Landratsamt vorbei, um dem neuen CSU-Landrat zu gratulieren? "Ja, denn am Sonntag konnte ich nicht gratulieren, weil ich in Rodach zum Wahldienst eingeteilt war", erzählt Herbert Müller und ist sich beim kurzen Plausch mit Sebastian Straubel aber sowieso einig, dass Parteigrenzen nicht so wichtig genommen werden dürfen: "Es geht nur gemeinsam!"

Neu: Bürgerservice

Sebastian Straubel hat sich vorgenommen, in den nächsten Tagen so vielen Mitarbeitern im Landratsamt wie möglich zumindest kurz "Hallo" zu sagen. Weil das aber mehr als 300 sind, könnte sich das auch noch etwas hinziehen - zumal ja auch schon gleich etliche außer-Haus-Termine anstehen.

Am Mittwoch zum Beispiel wird er als Landrat an der Sitzung des Beirats der Bildungsregion Coburg im Coburger Rathaus teilnehmen.

Sein erster offiziellen Pressetermin wird hingegen am Freitag ein Heimspiel: Im Landratsamt wird der zum "Bürgerservice" umgebaute Eingangsbereich eröffnet. Weil sich Straubel da aber gar nicht fremden Federn schmücken will, wurde zu dem Termin auch der Mann eingeladen, der den Umbau auf den Weg gebracht hat: Michael Busch. Falls der allerdings glauben sollte, er könnte bei diesem Besuch auch noch ein Stück von der Schoko-Vanille-Torte probieren, dürfte er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden. Bereits bei Büroschluss am Dienstag war die Torte zu einem Großteil verspeist - die letzten Stückchen dürften wohl am Mittwoch genascht werden.



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