Coburg
Hotel-Diskussion

Stoschek appelliert an Coburger Stadtrat

In der Sondersitzung am Mittwoch soll es auch um die Frage gehen, wie es mit dem Anger-Hotel weitergeht. Hierzu macht der Unternehmer Michael Stoschek (Brose) ein Angebot.
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Das Kongresshaus habe eine "schöne transparente Architektur", die mit einem Hotelbau fortgesetzt werden solle, findet Michael Stoschek. Foto: Jochen Berger
Das Kongresshaus habe eine "schöne transparente Architektur", die mit einem Hotelbau fortgesetzt werden solle, findet Michael Stoschek. Foto: Jochen Berger

Michael Stoschek ist gegen das Hotelprojekt am Anger - einmal wegen der Gestaltung, zum anderen, weil er es für unsinnig hält. Denn für Stoschek steht fest: Das Tagungshotel und das Kongresshaus müssen unmittelbar miteinander verbunden sein, damit Gäste und Personal jederzeit trockenen Fußes in alle Räume gelangen können.

Deshalb hat Stoschek am Montag per E-Mail an alle Stadträte appelliert, nichts zu überstürzen, wenn am Mittwoch entschieden wird, wie es mit dem Anger-Hotel weitergehen soll. Noch im April hatte der Stadtrat beschlossen, dass er einen Hotelbau an der Ecke Schützenstraße/Ketschendorfer Straße befürwortet (siehe auch Text unten). Aber der Protest gegen das Projekt ist gewaltig, so dass der Stadtrat sich eine "Denkpause" verordnet hat, die am Mittwoch endet.

Dann stehen mehrere Anträge zur Abstimmung, die einen mit dem Ziel, den Hotelbau zu verhindern, einer mit dem Ziel, ihn nicht ganz so hoch werden zu lassen (sieben Vollgeschosse sind fürs Bettengebäude erlaubt). Ein Antrag von den CSB sieht vor, den Bebauungsplan zu ändern und ein Kongresshotel dort vorzusehen, wo sich jetzt das Kongresshaus Rosengarten befindet.

"Bitte beschließen Sie nicht voreilig den Abriss eines Gebäudes, mit einer durchaus attraktiven Architektur vom Rosengarten aus gesehen, ohne dass vorher echte Profis die Gelegenheit hatten, ein Konzept für den gemeinsamen Betrieb beider Objekte zu entwickeln. Dabei steht natürlich das Ziel im Vordergrund, nach einem Umbau des Kongresshauses durch die Stadt beide Gebäude ohne städtischen Zuschuss zu betreiben", schreibt Stoschek nun an alle Stadtratsmitglieder. Die "echten Profis", die sich das Ganze anschauen sollen, will er selbst beauftragen und bezahlen. Stoschek nannte am Montag bei einem Gespräch mit Redakteuren der Coburger Tageszeitungen nur den Namen der Landschaftsarchitektin Stefanie Jühling, die ein Konzept für den Rosengarten entwickeln soll. Die beiden anderen seien "ein professioneller Betreiber" von Hotels und "ein Planungsbüro, das schon erfolgreich Hotels gebaut hat".

Stoschek ist überzeugt davon, dass ein Betreiber, der Hotel und Kongresshaus gemeinsam managt, ohne Defizitausgleich durch die Stadt auskommt. Derzeit bezuschusst die Stadt den Eigenbetrieb Kongresshaus mit 800000 Euro im Jahr ohne Aussicht auf Besserung, und sanierungsbedürftig ist das Haus ohnehin.

Deshalb, so Stoschek, bitte er den Stadtrat, mit einer Entscheidung zu warten. Er gehe davon aus, dass "in zwei, drei Monaten" ein Konzept vorliegt. Er sei sogar bereit, als Investor für das Hotel aufzutreten, sagt Stoschek, weil das Risiko "bei einem professionellen Betreiber" überschaubar sei.

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