Coburg

Stolpersteine als kleine Mahnmale in Coburg

80 Jahre nach der Reichspogromnacht hatten die Jusos erneut dazu aufgerufen, die etwa 80 Stolpersteine in Coburg zu reinigen.
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Am Rathaus starteten die gut 20 Teilnehmer der Reinigungsaktion.Foto: Edwin Meißinger
Am Rathaus starteten die gut 20 Teilnehmer der Reinigungsaktion.Foto: Edwin Meißinger
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Gut zwanzig Bürger Coburgs machten sich am Samstag auf, um die so genannten Stolpersteine zu putzen und somit das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wach zu halten. Startpunkt dieser respektvollen Aktion war das Rathaus Coburg.

Die Stolpersteine gibt es seit 2009 in Coburg. Sie sollen im Tagesablauf dazu anregen, kurz inne zuhalten und den Blick auf das Geschehene lenken - verbunden mit der Mahnung, dass so etwas Verachtendes und Menschenunwürdiges nie mehr geschieht.

Vor 80 Jahren wurden in der Reichspogromnacht (auch spöttisch Reichskristallnacht genannt) vom Hitler-Regime gezielt organisierte und gelenkte Gewaltaktionen gegen jüdische Bürger und Bürgerinnen durchgeführt. Dabei wurden etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Darüber hinaus zerstörte man über 1400 Synagogen, jüdische Geschäfte, Friedhöfe und Privatwohnungen. Diese schreckliche Reichspogromnacht wird auch als Auftakt zur massenhaften Verfolgung und Ermordung jüdischer Bürger angesehen.

Bei den Stolperstein-Reinigern waren auch Hannelore Plentz und Toni Münster mit dabei. Hannelore Plenz war 2009 eine die Patin des Stolpersteines für Herrn Baumwollspinner. Toni Münster ist ein 24 Jahre alter Jungsozialist und gehört seit etwa einem halben Jahr der Nachwuchsorganisation der SPD an. Für ihn ist vor allem wichtig, mit dem Gedenken an die Verbrechen der Nazi-Zeit auch ein Zeichen gegen den heute wieder aufkommenden Rechtsextremismus zu setzen.

In fünf Gruppen schwärmten die Teilnehmer der Aktion am Samstag in Coburg aus, um die etwa 80 Stolpersteine an 60 Plätzen Coburgs zu reinigen.

Bastian Braunersreuther und einige andere Mitglieder der Jusos hatten für die Reinigungsaktion aber nicht nur Schwämmchen besorgt, sondern für jeden Stolperstein auch eine Kerze und eine Rose.

Unmittelbar vor der Säuberungsaktion hatten Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) und viele weitere Interessierte die Veranstaltung "Partnerschaft Demokratie" beschlossen und zahlreiche Luftballons als Zeichen für die Demokratie in den Himmel steigen lassen.

Übrigens: Bei der Buchhandlung Riemann findet am Freitag, 16. November, eine "Lesung der Coburger Autoren gegen Rechts" statt. Beginn: 20 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es bei Riemann.

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