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Stadtrat Bad Rodach: Waldkapelle geplant, Streit um "Elsicher Dorfhaus"

Weil Gottesienste unter freiem Himmel immer mehr Menschen anziehen, will die evangelische Gemeinde eine Waldkapelle errichten.
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Das "Elsicher Dorfhaus" stand bei der Stadtratssitzung  zur Debatte. Foto: Jochen Berger/Archiv
Das "Elsicher Dorfhaus" stand bei der Stadtratssitzung zur Debatte. Foto: Jochen Berger/Archiv

Die evangelische Kirchengemeinde Bad Rodach plant den Bau einer Kapelle in einem kleinen Waldstück an der Leopoldsruh. Darüber ist der Feriensenat des Stadtrates am Mittwoch im Rathaus informiert worden.

Gottesdienste unter freiem Himmel werden immer beliebter und haben verstärkten Zulauf. Darauf will jetzt die evangelische Kirchengemeinde reagieren und im Bereich der Leopoldsruh zwischen Bad Rodach und Heldritt, nahe der Dammühle, eine Waldkapelle errichten. Pfarrer Christian Rosenzweig gab den Mitgliedern des Feriensenats einen ersten Einblick, was er sich unter diesem Projekt vorstellt.

"Geistiger Rastplatz"

Kein "Bushäuschen mit Kreuz", sondern ein "geistiger Rastplatz" soll es werden, wo Gottesdienste zu den verschiedenen Jahreszeiten stattfinden sollen (Adventsgottesdienste, Waldweihnacht, Osternacht), sagte Rosenzweig.

Auch Taufen oder Hochzeiten fänden dann in diesem Waldstück einen würdigen Rahmen. Christian Rosenzweig hat diesbezüglich Kontakt zur Handwerkskammer Coburg aufgenommen.

Projekt für Architekten-Azubis

Er könne sich vorstellen, dass die Errichtung der Kapelle mit Schwingtüren - unter Federführung des Gruber Architekten Rene Lorenz - zu einem Projekt für Auszubildende werden könnte.

Es soll überwiegend eingefärbter Beton als Baumaterial verwendet werden. Derzeit suche man nach Fördermöglichkeiten zur Finanzierung und hoffe auf rege Spendenbereitschaft.

Ehrlicher: "Tolle Idee"

Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) bezeichnete das Vorhaben als "tolles Projekt", das Unterstützung verdiene. Bauamtsleiter Dirk Hochberger signalisierte, dass das Projekt als "Einzelmaßnahme Sonderbau im Außenbereich" von den zuständigen Stellen im Landratsamt ebenfalls sehr positiv gesehen werde. Als nächste Schritten bis zur Verwirklichung stehen eine Vorort-Besichtigung durch die Stadtratsmitglieder sowie eine Kostenermittlung an.

Streit um "Elsicher Dorfhaus"

Beim Tagesordnungspunkt "Sanierung Elsicher Dorfhaus" war die Stimmung unter den Mitgliedern des Feriensenates des Stadtrates sehr gespannt. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) warf dem CSU-Fraktionsvorsitzendem Christoph Herold eine "gewisse Verhinderungstaktik" vor, da Herold zuvor eine Vertagung dieses Punktes beantragte.

"Schlag ins Gesicht der Bürger"

Der gesamte Stadtrat solle sich erst ein Bild vom gegenwärtigen Stand im Gasthaus machen,war Herolds Begründung. Ehrlicher bezeichnete dies als "Schlag ins Gesicht der Elsaer Bürger". Es sei alles solide geprüft, er selbst sei in den letzten zwei Jahren "gefühlte 50 Mal" in Elsa gewesen, habe mit den Vorständen der Teilnehmergemeinschaft "Dorferneuerung Elsa" alle Schritte intensiv besprochen und den Stadtrat informiert.

Herold wies den Vorwurf einer Verhinderungstaktik entschieden zurück. Schließlich befürworteten die Räte (8:2 Stimmen) die geplante Sanierung.

Einstimmig wurden zudem die Änderungen der Flächennutzungspläne "Kurgebiet", Gelände an der Heldburger Straße" und "Rietbühl" in Breitenau beschlossen.

Zudem wurde festgelegt, dass die nachstationäre Versorgung durch häusliche Hilfen durch die Stadt mitgetragen werden. Jeder Betroffene könne es wahrnehmen und sich melden, so Ehrlicher.

Zur Finanzierung sind 500 Euro im Haushalt bereitgestellt. Die Vergütung der Helfer am Wahlsonntag, 14. Oktober, mit 50 Euro wurde einstimmig genehmigt.



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