Bad Rodach
Beratung

Stadtrat Bad Rodach diskutiert um Flächenverbrauch und -nutzung

Der Stadtrat Bad Rodach hält an seinem Beschluss fest, auf dem Gebiet zwischen dem Dammüllersweg und der Lönsstraße vier Bauplätze entstehen zu lassen.
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Der Stadtrat hält an seinem Beschluss fest, auf dem Gebiet zwischen dem Dammüllersweg und der Lönsstraße vier Baurechte entstehen zu lassen. Foto: Archiv Martin Rebhan
Der Stadtrat hält an seinem Beschluss fest, auf dem Gebiet zwischen dem Dammüllersweg und der Lönsstraße vier Baurechte entstehen zu lassen. Foto: Archiv Martin Rebhan
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Der Ausbau des "Schnellen Internets" wird in Bad Rodach weiter vorangetrieben. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Stadtrat, die Telekom Deutschland mit der Verbesserung der Breitband-Versorgung zu beauftragen. Glasfaser ins Haus bekommen demnach die 66 Anwesen in der Danziger Straße, Feldstraße, im Schlesierweg, in der Saarstraße, Braugasse, Wallgasse, Heldburger Straße, Färbergasse, August-Grosch-Straße und Elsaer Straße. Im Riedweg in Elsa werden drei Hausanschlüsse verlegt, ebenso wird die Kläranlage mit in das Projekt einbezogen. Die sogenannte "auszugleichende Wirtschaftlichkeitslücke", beträgt nach Worten von Siegbert Reuther (Reuther Net Consulting, Bad Staffelstein) 482 992 Euro. Nachdem mit einer Förderung von 434 693 Euro (90 Prozent) zu rechnen ist, verbleibt ein Eigenanteil bei der Stadt in Höhe von 48 299 Euro. Einen Wehrmutstropfen hatte Reuther, der den Stadtrat über den Verlauf der Ausschreibung informierte, dennoch parat: "Die Umsetzung wird innerhalb der nächsten vier Jahre erfolgen." Dies bedeutet, dass manche Hausanschlüsse erst im Jahr 2022 gelegt werden.

Bereits in seiner Sitzung vom 28. Mai beschloss der Stadtrat, dass die 6260 Quadratmeter große Fläche zwischen dem Dammüllersweg und der Lönsstraße als Baugebiet mit vier Baurechten und entsprechender Ausgleichsflache ausgewiesen wird. Nun galt es, die sogenannte frühzeitige Bürgerbeteiligung zu würdigen. Bauamtsleiter Dirk Hochberger verwies auf ein Schreiben von Gerold Strobel vom 27. Mai dieses Jahres, in dem dieser darauf verwies, dass nicht gemeinwohlorientiert gehandelt werde. Anhand von einigen Beispielen untermauerte er seine negative Einstellung zu dem Verfahren. Dirk Hochberger nahm zu allen Punkten Stellung und widerlegte diese. Auch wurden die Einwände von Walter Ziebe behandelt. Mit dem Ergebnis, dass der Stadtrat, nachdem auch von den Trägern öffentlicher Belange keine wesentlichen Einwände kamen, an der Aufstellung des Bebauungsplanes "Unterm Dammüllersweg" festhält. Zwei Gegenstimmen waren hier zu verzeichnen.

"Verschwendung von Nutzflächen"

Feststellungs- und Satzungsbeschlüsse wurden nach Würdigung der Bürgerbeteiligung und der Träger öffentlicher Belange für die Flächennutzungsplanänderung "Elsaer Mühle" sowie für die "Freiflächenphotovoltaikanlage Bad Rodach-Elsa" gefasst. Immer wieder kam es im Stadtrat zu gegensätzlichen Meinungen, wenn es um die Ausweisung von Baugebieten ging. Hauptkritikpunkt war die Verschwendung von Nutzflächen. Nun hat die Stadt mit einem Selbstbindungsbeschluss ein Zeichen gesetzt. Der Stadtrat spricht sich demnach für eine Innen- vor Außenentwicklung aus und verpflichtet zu einem sinnvollen Umgang mit Ressourcen und Flächen. Brachen und Gebäudeleerstände sollen dem Beschluss zufolge in Zukunft noch gezielter genutzt werden. "Das Flächenmanagement in der Stadt Bad Rodach trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung bei", heißt es weiter. Damit machte man auch den Weg frei, sich an der Förderinitiative "Innen statt Außen" des Amtes für Ländliche Entwicklung zu beteiligen. Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) betonte in diesem Zusammenhang, dass man damit die Tür für eine Außenentwicklung nicht zuschlage. Nach seinen Worten verbieten es die Förderrichtlinien nicht, sich auch nach außen zu entwickeln, wenn Bedarf vorhanden ist und dieser nicht anders befriedigt werden kann. Der Bürgermeister ließ nicht unerwähnt, dass die Stadt sehr wohl in der Innenentwicklung tätig war und ist. Als Beispiele hierfür nannte der den Umbau des ehemaligen Gasthauses "Goldener Löwe", die Wohnungsbaumaßnahmen in der Max-Roesler-Straße und die Umgestaltung der Dorfmitte von Elsa. Auf Antrag von Christoph Herold wurde in den Beschluss aufgenommen, dass zukünftig keine Baugrundstücke zur Verfügung gestellt werden, die größer als 1000 Quadratmeter sind.

Stadtrat in Kürze:

Schlossplatz: Alles andere als zufrieden war die Stadt mit der Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro "bbz Landschaftsarchitekten", Berlin. Der Vertag wurde aufgelöst. Eine entsprechende Vereinbarung soll nun mit dem Architekturbüro Göhring, Bad Rodach, geschlossen werden.

Therme Natur Bad Rodach: Der Stadtrat stimmte dem Antrag seines Eigenbetriebs "Therme Natur" auf eine Beihilfe als nichtrückzahlbaren Betriebskostenzuschuss von voraussichtliche 877 500 Euro zu.

Bauvoranfragen: Keine Zustimmung erhielt die Anfrage zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses in Grattstadt. Keine Einwände hatte der Stadtrat zum Vorhaben Neubau eines Einfamilienwohnhauses in Rudelsdorf.

Löschwasser: Der Ortssprecher von Lempertshausen, Werner Schübel, machte darauf aufmerksam, dass die Löschwasserteiche voller Schlamm seien und daher derzeit kein Löschwasser entnommen werden könne. Seitens der Verwaltung wurde darauf verwiesen, dass man bereits ein Unternehmen mit der Schlammentfernung beauftragt habe.

Städtebauförderung: Kämmerer Michael Fischer informierte darüber, dass im Rahmen des Städtebauförderprogramms für 2019 ein Bedarf von 370 000 Euro der Regierung von Oberfranken gemeldet wurde. Die Summe setzt sich demnach aus 250 000 Euro für den Spielplatz in Bad Rodach und 120 000 Euro für einen Fahrstuhl im Jagdschloss zusammen.



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