Der Ratskeller ist zu. Was das Tageblatt bereits vor zwei Wochen vermutet hatte, ist nun traurige Wirklichkeit geworden: Die traditionsreiche Gaststätte am Coburger Marktplatz schließt noch früher als geplant. Eigentlich hatte sich die Stadt Coburg als Eigentümerin der Immobilie mit Pächter Siegfried Hetz darauf verständigt, dass der Vertrag Ende des Jahres ausläuft. Nun ist bereits drei Monate früher Schluss. Es sind gesundheitliche Gründe, die Siegfried Hetz zum Rückzug zwingen.
Und wie geht es nun weiter mit dem Ratskeller? Die Ausschreibung nach einem neuen Pächter läuft. Die Bewerbungsfrist endet am 30. November, eine Wiedereröffnung ist für den 1. April 2018 anvisiert.


Gutbürgerliche Küche

In den Unterlagen zur Ausschreibung, die auf der Internetseite der Stadt Coburg einsehbar sind, wird unter anderem dargelegt, dass ein künftiger Pächter "gutbürgerliche Küche" anbieten soll - und zwar durchgehend und ohne Ruhetag. Außerdem heißt es in der Ausschreibung: "Die Stadt Coburg möchte den Gästen erstklassigen Service bieten, um die Innenstadt von Coburg weiter zu beleben - dies gelingt nur mit einem zuverlässigen Partner, der diese Philosophie ebenfalls teilt. Der Ratskeller soll an einen engagierten Gastronom verpachtet werden, der es versteht, das Angebot den Gästen entsprechend und in Abstimmung mit der Stadt Coburg zu gestalten, um erfolgreiche betriebswirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen."

Der Ratskeller verfügt im Hauptraum über 130 Sitzplätze sowie in der separaten Ratsstube noch einmal über rund 25 Sitzplätze. Hinzu kommt der bestuhlte Außenbereich direkt am Marktplatz.
Der Ratskeller ist aber nicht die einzige gastronomisch genutzte Immobilie der Stadt, für der aktuell ein neuer Pächter gesucht wird. So läuft derzeit auch eine Ausschreibung für das Restaurant im Kongresshaus Rosengarten. Der Zeitdruck ist hier sogar noch größer als im Ratskeller, weil der bisherige Pächter Ende des Jahres aufhört und ein nahtloser Übergang wichtig ist. Denn das Restaurant Rosengarten ist auch für das Catering bei Veranstaltungen im Kongresshaus zuständig. In den Ausschreibungsunterlagen heißt es deshalb auch, dass die Betriebsaufnahme zwar für den 1. Januar 2018 geplant sei. Denkbar sei allerdings auch ein zunächst eingeschränkter Start bis zum 31. März 2018 - das Catering müsste in diesem Zeitraum für anstehende Veranstaltungen im Kongresshaus aber bereits gewährleistet sein.

Zum Anforderungsprofil des neuen Pächters wird in der Ausschreibung vermerkt: "Das Kongresshaus Rosengarten möchte Veranstaltern und Gästen erstklassigen Service bieten, um den Veranstaltungsort Coburg weiter auszubauen - dies gelingt nur mit einem zuverlässigen Partner, der diese Philosophie teilt. (...) Das Restaurant wird an einen engagierten Gastronomen verpachtet, der es versteht, das Angebot den Gästen entsprechend und in Rücksprache mit der Stadt Coburg zu gestalten, um erfolgreiche betriebswirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen."


Auch Catering fürs Theater?

Ein nicht unwichtiger Faktor für einen neuen Pächter dürfte sein, dass sich ab 2019 in direkter Nachbarschaft zum Kongresshaus die Interimsspielstätte fürs Landestheater befindet. Davon abgesehen, dass alleine dadurch sich schon deutlich mehr potenzielle Restaurantgäste in der Nähe aufhalten werden: Die Stadt Coburg deutet auch an, dass ein künftiger Pächter das Catering in der Interimsspielstätte übernehmen könnte.