Coburg
2. Handball-Bundesliga

Zehn starke Minuten sichern HSC Coburg Sieg in Dessau

Der HSC 2000 Coburg setzt sich mit 28:25 beim Dessau-Roßlauer HV und holt sich damit die Herbstmeisterschaft.
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Spielmacher und Vollstrecker zugleich: Der Schwede Tobias Varvne zeigte in Dessau sein komplettes Handball-Paket.  Foto: Iris Bilek
Spielmacher und Vollstrecker zugleich: Der Schwede Tobias Varvne zeigte in Dessau sein komplettes Handball-Paket. Foto: Iris Bilek

Der HSC 2000 Coburg hat sich nach einem 28:25-Auswärtssieg beim Dessau-Roßlauer HV am späten Sonntagnachmittag die Herbstmeisterschaft der 2. Handball-Bundesliga gesichert. Herausragend präsentierte sich dabei Tobias Varvne als Denker, Lenker und Vollstrecker im Coburger Angriff. "Das waren zwei ganz wichtige Auswärtspunkte und die erwartet schwere Aufgabe. Dessau hat alles in die Waagschale geworfen", sagte HSC-Trainer Jan Gorr nach dem Spiel.

Am Vortag hatte der einzige Konkurrent, HBW Balingen-Weilstetten, mit einem klaren 30:19-Erfolg gegen den TV Großwallstadt vorgelegt, nach Toren jedoch nicht gleichziehen können. Aufgrund der besseren Tordifferenz bleibt Coburg vorne. Von den Verfolgern verloren TuS Ferndorf sein erstes Heimspiel (21:22 gegen den VfL Eintracht Hagen) und TuSEM Essen vor der Zweitliga-Weltrekordkulisse von 9702 Zuschauern beim HSV Hamburg mit 32:33. Dessau-Roßlauer HV - HSC 2000 Coburg 25:28 (11:15)

Viel Platz war wieder einmal auf der Coburger Auswechselbank. Denn während die Gastgeber 16 einsatzfähige Spieler hatten, fiel beim HSC kurzfristig noch Christoph Neuhold aus. Den ersten Aufreger aus Coburger Sicht gab es bereits nach drei Minuten, als Markus Hagelin trotz zweier Gegenspieler am Kreis traf, die Schiedsrichter den Treffer aber nicht anerkannten und nur Freiwurf gaben. Die Folge war eine 2:0-Führung der Gastgeber und ein aufgeregter Gorr an der Seitenlinie. Diesem Rückstand lief Coburg erst einmal hinterher. Zumindest bis der erste HSC-Konter lief, den der starke Lukas Wucherpfennig zum 5:5 verwandelte.

Es war das von Gorr erwartete Kampfspiel, das bekamen seine Spieler häufig zu spüren. Durch diesen Druck, den die Heimabwehr ausübte, passierten den Gästen auch einige vermeidbare Fehler, die eine Führung verhinderten. Stattdessen mussten die Coburger erneut zwei Toren hinterherlaufen, da die Dessauer ihre Chancen konsequent verwerteten. Der HSC vergab Mitte der ersten Halbzeit einen Strafwurf, auf der anderen Seite parierte aber auch Konstantin Poltrum einen Siebenmeter. Dessau ging zum ersten Mal mit drei Toren in Führung (10:7), weil auf Coburger Seite die Pässe an den Kreis zu Hagelin zum wiederholten Male mit zu viel Optimismus gespielt wurden.

Die Auszeit, die Gorr dann nahm, kam wohl zu rechten Zeit. Denn gerade einmal zweieinhalb Minuten später waren die drei Tore aufgeholt. Das nächste Überzahlspiel kurz darauf nutzte Coburg zur ersten eigenen Führung, und noch während der gegnerischen Zeitstrafe legten sie einen weiteren Treffer drauf. Nun wurde nicht mehr ganz so riskant agiert, vor allem Varvne nahm jetzt die Verantwortung in die Hand. Anstatt der Pässe zum Kreisläufer wurde jetzt vermehrt selbst auf die Lücken der offensiv ausgerichteten gegnerischen Abwehr gegangen. Hinzu kam, dass die Hausherren jetzt einige "Fahrkarten" fabrizierten und dem HSC damit in die Karten spielten. Coburg kassierte nach dem 10:7 nur noch einen Treffer bis zum Pausenpfiff, traf selbst achtmal und ging durch diesen 8:1-Lauf mit einem komfortablen Vorsprung in die Kabine.

Auch im zweiten Abschnitt dauerte es wieder ein bisschen, bis die Coburger erfolgreich waren. In der Abwehr konnten die Vestestädter die Anspiele an den Kreis nicht unterbinden. Und vorne hatten die HSC-Spieler ihre Probleme mit der defensiver agierenden Abwehr und dem eingewechselten Radek Motlik im Tor. Doch zumindest gelang es den Coburgern, den Gegner, auch mit einigen glücklichen Abprallern, auf Distanz zu halten. Glück hatte dann aber auch Motlik, als er sich zweimal auf den Ball legte, der gerade im Begriff war, über die Torlinie zu rollen, und beim einem Pfostentreffer des verlassenen Dessauer Tores. Denn die Gastgeber agierten in dieser Phase auch mal mit dem siebten Feldspieler. Gorr war mit seiner Abwehr sichtlich unzufrieden und auch im Angriff lief es nicht mehr rund. Wichtig war aber, dass Kulhanek zehn Minuten vor dem Abpfiff in Unterzahl seiner Mannschaft einen Versuch und den direkten Nachwurf parierte, und Pontus Zetterman per Konter im Gegenzug wieder auf 23:19 erhöhte. Aber auch dieser Treffer war zehn Minuten vor dem Abpfiff noch kein Ruhekissen für die Coburger. Dessau suchte den schnellen Erfolg, um den Abstand erneut zu verkürzen, warf dann aber einen Strafwurf über das Tor. Die Hausherren kamen zwar eine Minute vor dem Ende nochmals gefährlich nahe (25:27), doch die Coburger brachten das Spiel und damit auch die Herbstmeisterschaft nach Hause.

Stimme zum Spiel

Jan Gorr (HSC-Trainer) : "Wir sind schlecht in die Partie gekommen, haben dann ein bisschen umgestellt - von Routine auf Schnelligkeit. Damit haben wir vor der Pause eine tolle Serie hingelegt. Nach der Pause war es ein Kampf auf Biegen und Brechen. Obwohl wir eine gewisse Distanz zum Gegner halten konnten, war es haarig und wichtig, kühlen Kopf zu bewahren."

Dessau-Roßlauer HV - HSC 2000 Coburg 25:28 (11:15)

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum; Markus Hagelin, Maximilian Jaeger (1), Lukas Wucherpfennig (8/4), Felix Sproß (2), Anton Prakapenia (3), Marcel Timm (2), Jakob Knauer (2), Pontus Zetterman (2), Girts Lilienfelds, Tobias Varvne (8) Trainer: Jan Gorr

Dessau-Roßlauer HV: Dominik Plaue, Radek Motlik; Tomas Pavlicek (3/1), Marek Vanko (4), Slavomir Mlotek, Florian Pfeiffer, Libor Harnisch (4), Johannes Wasielewski (1), Daniel Schmidt (1), Jonas Hönicke (4/1), Philip Jungemann (1), Bruno Zimmermann, Tom Hanner (1), Daniel Zele (4), Jan Zahradnicek (2/1), Max Scheithauer Trainer: Uwe Jungandreas

SR: Pawel Fratczak / Paulo Ribeiro

Spielfilm: 2:0 (3.), 4:2 (9.), 5:5 (12.), 8:6 (15.), 8:7 (16.), 10:7 (20.), 10:10 (23.), 11:12 (26.), 11:13 (27.), 11:15 - 13:17 (36.), 14:19 (39.), 16: 19 (43.), 19:21 (48.), 19:23 (50.), 20:25 (52.), 22:25 (54.),

Zuschauer: 1504

Strafminuten: 12 (Wasielewski, Pfeiffer, Jungemann, Schmidt 6) - 6 (Hagelin, Timm, Jaeger)

Beste Spieler: Zele, Vanko - Varvne, Wucherpfennig

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