Coburg
2. Handball-Bundesliga

Wird Oliver Krechel wieder zum Coburger Spielverderber?

Der ehemalige HSC-Torhüter will am Samstag mit dem ASV Hamm-Westfalen in seinem alten Wohnzimmer wie in der Vorsaison zu großer Form auflaufen. Beide Teams können sich mit einem Sieg ganz oben festsetzen.
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Der Ex-HSCler Oliver Krechel im Hammer Tor ärgerte Florian Billek (beim Wurf) und Co. mit zwölf Paraden bei der Coburger 23:32-Heimniederlage im Mai dieses Jahres. Im Hintergrund beobachtet Stefan Lex (Nr. 13), ebenfalls ein ehemaliger Coburger Akteur, das Geschehen.  Foto: Hagen Lehmann
Der Ex-HSCler Oliver Krechel im Hammer Tor ärgerte Florian Billek (beim Wurf) und Co. mit zwölf Paraden bei der Coburger 23:32-Heimniederlage im Mai dieses Jahres. Im Hintergrund beobachtet Stefan Lex (Nr. 13), ebenfalls ein ehemaliger Coburger Akteur, das Geschehen. Foto: Hagen Lehmann

Der Tag des Handballs am vergangenen Wochenende hat auch dem Zweitligisten HSC 2000 Coburg das letzte freie Wochenende in diesem Kalenderjahr beschert. Ehe die EM-Pause ein fünfwöchiges Durchschnaufen bringt, steht ab jetzt mit neun Spielen bis zum 2. Weihnachtsfeiertag ein straffes Programm an. Zum Auftakt dieser Serie wartet auf die Handball-Fans in der HUK-Arena gleich ein Spitzenspiel. Am Samstagabend ab 19.30 Uhr geht es für den Tabellenzweiten Coburg gegen den direkten Verfolger auf Rang 3, den ASV Hamm-Westfalen.

Ein Zähler trennt die beiden Teams im engen Vorderfeld der Liga. An den Gegner haben die HSCler eher schlechte Erinnerungen. Zwar konnten die Coburger bislang alle Auswärtsspiele für sich entscheiden, doch in eigener Halle gab es zuletzt Ende Mai am drittletzten Spieltag der Vorsaison eine empfindliche Klatsche. Die 23:32-Niederlage zerstörte endgültig alle Aufstiegsträume, zugleich war es die zweithöchste Zweitliga-Heimniederlage und die höchste in der HUK-Arena für den HSC. "Da hatten wir keine Chance und mussten anerkennen, dass Hamm uns in allen Belangen dominierte", erinnert sich Coburgs Trainer Jan Gorr.

Weh taten dem HSC besonders die zwölf Paraden des ehemaligen HSClers Oliver Krechel (2012 bis 2018), der zusammen mit Felix Storbeck in dieser Saison ein starkes Torhüter-Duo bildet (siehe "So sieht es der Gegner"). Die Schlappe von damals ist aber heute kein Thema mehr. "Jetzt können wir für andere Verhältnisse sorgen", so Gorr.

Ob Stepan Zeman und Sebastian Weber dabei mithelfen können, ist nach ihren Verletzungen noch offen. "Wir liegen im Plan für ihre Rückkehr. Sie sind ins Training eingestiegen, aber jetzt müssen wir abwarten, wie sie die Belastung vertragen", gibt sich Gorr verhalten optimistisch.

Mit Dominic Kelm hat der HSC-Coach ja noch einen verlässlichen Ersatz in der Hinterhand, zuletzt glänzte er mit sechs Treffern. Das ist auch für die Abwehr wichtig, denn nur so ist für alle Fälle eine Entlastung für die Mitteldecker Andreas Schröder und Marcel Timm möglich. Denn in dieser Spitzenpartie werden alle Beteiligten an ihre Belastungsgrenze gehen.

ASV-Fans träumen vom Aufstieg

In Hamm träumen die Fans vom Prinzip "6-4-2". Denn nach den Plätzen 6 und 4 in den zurückliegenden Spielzeiten soll ein zweiter Platz den Aufstieg in die 1. Liga bringen - genau zehn Jahre nach dem letzten nur einjährigen Gastspiel in der höchsten Spielklasse.

Abwegig ist das nicht, auch wenn der Coburger Gegner mit dem Saisonziel "gesichertes Mittelfeld" doch recht tief stapelt. Denn durch die Neuzugänge, allen voran Merten Krings (vom TV Emsdetten), sind die Westfalen noch einmal durchschlagskräftiger geworden.

Das hat auch Gorr festgestellt: "Hamm hat noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. Mit Vincent Sohmann (Anm. d. Red.: zurück zum Dessau-Roßlauer HV) hat es, warum auch immer, nicht wie gewünscht geklappt. Doch jetzt geht vom Rückraum noch mehr Torgefahr aus."

Und diese geht nicht nur von den Spielern auf den beiden Halbpositionen aus, sondern gerade auch die Mittelspieler im Rückraum wussten bislang zu überzeugen. Das hat zuletzt Rimpar zu spüren bekommen, die die Mitte nicht zumachen konnten und zehn Treffer des Mitte-Duos des ASV hinnehmen mussten.

Es wird also entscheidend sein, dass der HSC sein Deckungszentrum "dicht bekommt". "Das hängt natürlich auch ein bisschen von der Personalsituation ab. Doch egal in welcher Aufstellung, das haben wir fast immer gut gelöst", gibt sich Gorr zuversichtlich und hofft auf viele Zuschauer: "Ich habe in der Woche schon in der Geschäftsstelle gemerkt, dass diese Partie die Fans elektrisiert." Der Boden für eine Partie voller Spannung, anders als im Mai, scheint bereitet.

Samstag, 19.30 Uhr: HSC Coburg - Hamm-Westfalen

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum - Max Preller, Maximilian Jaeger, Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß, Sebastian Weber (?), Dominic Kelm (?), Florian Billek, Marcel Timm, Pontus Zetterman, Girts Lilienfelds, Tobias Varvne, Stepan Zeman (?), Andreas Schröder, Christoph Neuhold Es fehlt: Jakob Knauer Trainer: Jan Gorr

ASV Hamm-Westfalen: Felix Storbeck, Oliver Krechel - Fabian Huesmann, Oliver Milde, Jan Brosch, Markus Fuchs, David Mirko Spiekermann, Alex Rubino Fernandez, Jakob Schwabe, Stefan Lex, Ivar Stavast, Sören Südmeier, Merten Krings, Jan Pretzewofsky, Marten Franke, Jan von Boenigk Trainer: Kay Rothenpieler

SR: Michael Kilp / Christoph Maier

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