Coburg
Fussball-Kreisliga Coburg

"Wir wollen ein intaktes Vereinsleben beim SV Bosporus aufbauen"

Nach dem Bezirksliga-Abstieg sind die rosigen Zeiten vorerst vorbei. Für Teammanager Onur Bakir kein Problem, er stellt andere Dinge in den Vordergrund
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Bosporus-Kapitän Dominik Testa (links) - hier im Duell mit Dennis Kolb vom FC Coburg - rettete seinem Klub mit einem Treffer zuletzt einen Punkt beim VfB Einberg.  Foto: Hartmut Guhling
Bosporus-Kapitän Dominik Testa (links) - hier im Duell mit Dennis Kolb vom FC Coburg - rettete seinem Klub mit einem Treffer zuletzt einen Punkt beim VfB Einberg. Foto: Hartmut Guhling
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Nach dem kommenden Spieltag ist das erste Saisondrittel der Saison 2018/19 im Fußballkreis schon wieder Geschichte. Aufsteiger TSV Grub am Forst hat momentan die Rote Laterne inne und wird in Staffelstein besonders Gas geben, um seinen Negativlauf zu beenden. Ein anderer Aufsteiger, Türkgücü Neustadt, grüßt überraschend zusammen mit den Favoriten aus Einberg (in Großgarnstadt) und Ketschendorf (Samstag in Ebern) von der Spitze. Jetzt gilt es für die Mannen von Spielertrainer Sinan Bulat gegen Krecktal nachzulegen.

Bezirksliga-Absteiger SV Bosporus Coburg hat die schwächelnden Wüstenahorner zu Gast und möchte mit einem Sieg ins Tabellenmittefeld hochrücken. Bosporus-Teammanager Onur Bakir ist mit der bisherigen Punkteausbeute zwar nicht glücklich, lobt aber im Tageblatt-Interview etwas anderes. Herr Bakir mit drei Siegen, zwei Remis und vier Niederlagen liegt der SV Bosporus auf Rang 10 der Kreisliga. Sind sie damit zufrieden?

Onur Bakir: Für uns stand es nie zur Debatte, um den Aufstieg zu spielen. Das Ziel ist es, die Saison im "mittleren Bereich" abzuschließen. Zur aktuellen Tabellensituation kann ich nur sagen, dass definitiv mehr Punkte drin waren, wir diese aber leider nicht einfahren konnten. Wir haben seit einigen Spieltagen größeren Spielermangel und müssen immer fünf bis sechs Stammspieler - Verletzte und Urlauber - ersetzen, dementsprechend konnten wir nicht mit voller Leistung agieren. Nichtsdestotrotz sind wir mit der Leistung zufrieden, da die Mannschaft auch in diesen Situationen gut zusammenhält und auch hohes Engagement zeigt. Natürlich ist aber noch viel Luft nach oben, vor allen bei der Chancenverwertung. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit nahezu vollem Kader wieder eine bessere Ausgangssituation haben werden. Nach den guten und erfolgreichen Jahren musste Ihr Team in der Abstiegssaison und danach viele Abgänge verkraften. Werden beim SV Bosporus nun wieder kleinere Brötchen gebacken? Ist die Firma Crytek (Anm. d. Red.: Spieleentwickler, der in Coburg gegründet wurde) noch als Sponsor aktiv?

Das mit dem "kleinere Brötchen backen" hatten wir ja schon vor der Saison bekanntgegeben. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt und unser Ziel ist es, eine Mannschaft und ein intaktes Vereinsleben aufzubauen, was heutzutage nicht einfach ist. Die Zusammenarbeit mit der Firma Crytek besteht weiterhin, doch in einem ganz anderen Maße. Wir wollen nahezu unabhängig sein und keine Verbindlichkeiten im höheren Stil haben. Die Unterstützung dient mehr für das Gefüge des Vereins.

Zurück zum Sportlichen: Nach zwei Siegen zu Saisonbeginn kam ein kleiner Bruch - nur noch gegen Schlusslicht Grub konnte dreifach gepunktet werden. Mit dem 1:1 in Einberg sorgte der SV Bosporus aber zuletzt wieder für eine positive Überraschung. Wie schätzen sie diesen Punktgewinn ein?

Das Unentschieden ging in Ordnung. Man muss anmerken, dass wir auch gewinnen hätten können, vor allem in den letzten Minuten haben wir viele Chancen vergeben. Aber wir wissen, dass auch der VfB Einberg personell nicht vollständig aufgestellt war.

Kritisch zu sehen sind drei Gelb-Rote und zwei Rote Karten. Liegt es am türkischen Temperament oder warum sammelt Ihr Team so fleißig Karten?

Mit der Fairplay-Wertung sind wir nicht zufrieden, statistisch gesehen haben wir zu viele Karten. Hier ist eine Besserung notwendig und wir haben auch schon diverse Gespräche intern geführt. Das Temperament spielt eher eine kleine Rolle. Man sollte das auch nicht in den Mittelpunkt stellen, da wir auch einige Spieler anderer Nationalitäten haben. Einige Karten waren leider sehr unglücklich, aber das sagt am Ende des Tages leider nicht viel aus. Wir legen auf jeden Fall großen Wert auf eine positive Außendarstellung und werden da versuchen, uns zu verbessern. Vor Saisonbeginn sprach Trainer Murat Celik von einem Weg hin zu "alten Werten". Wie ist diese Aussage zu verstehen und wo befinden sie sich auf diesem Weg aktuell?

Hier kann ich unserem Trainer nur zustimmen. Wie schon erwähnt, zählen für die Zukunft andere wichtigere Dinge - nicht wie zuvor nur der sportliche Erfolg. Sobald es im Verein und in der Mannschaft passt, kommt auch der entsprechende Erfolg. Mit der aktuellen Situation, bis auf den Personalstand, sind wir sehr zufrieden. Hierbei gilt mein besonderer Dank Murat Celik.



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