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Coburg
Handball

Vom "Häufchen Elend" zum Strahlemann

Coburgs Torsteher Oliver Krechel feierte beim 28:22-Heimsieg gegen den SV Henstedt-Ulzburg seine persönliche Wiederaufstehung.
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Oliver Krechel Foto: Albert Höchstädter
Oliver Krechel Foto: Albert Höchstädter
Um es gleich vorwegzunehmen, derartige Torwart-Leistungen, wie sie Oliver Krechel am Samstagabend gegen den SV Henstedt-Ulzdorf zeigte, dürfen in der 2. Liga keine Ausnahme bleiben.

Nur wenn die beiden Torsteher des HSC 2000 Coburg ihren Job so überzeugend machen wie der Junioren-Weltmeister von 2011, kann der Aufsteiger seine selbst gesteckten Ziele auch erreichen. Ein konstant gut haltendes Torwart-Duo ist die halbe Miete im Handball.

Trotzdem war diese "normale" Leistung für Krechel eine Genugtuung. Oft drückte der ehemalige Sportsoldat in der Rückrunde der Meistersaison nur die Bank. Ein überragender Howard Martinsen bekam den Vortritt. Zu Recht, denn während sich der HSC-Dauerbrenner von Spiel zu Spiel steigerte, fiel Krechel in ein Loch.

Diese Situation war für den 23-Jährigen, der vor drei Jahren nach reiflicher Überlegung und dem Ratschlag seines Vaters sogar ein Angebot aus der 1.
Liga ablehnte, allerdings auch Ansporn für die neue Saison.

Gemeinsam mit dem Trainerteam des HSC Coburg, zu dem Jan Gorr nach wie vor seinen langjährigen Freund Waldemar Strzelec zählt, den er in speziellen Torwart-Fragen gerne und regelmäßig um Rat und Tat bittet, arbeitete Krechel in vielen Übungseinheiten an seiner physischen Verfassung. Aber vor allem auch an der Psyche.
Krechel ist nämlich ein Torsteher, der vor allem über die Emotionen kommt. Wer dabei genau hinschaut, kann erkennen, dass der Bankangestellte dazu neigt, oft zu überpacen.

Das könnte zweifelsohne die Ursache für Krechels Leistungstief gewesen sein. Denn wer überpact, fühlt sich noch lange nach einem Spiel leer. Dieses Gefühl der Leere ist ein ganz typisches Negativsymptom und lässt dann keine konstant guten Leistungen mehr zu.

Jetzt ist dem aus Wilhelmshaven stammenden Wahl-Coburger ein beeindruckender Neuanfang gelungen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und das sieht er genauso: "Der gute Start war superwichtig in heimischer Halle. Wir haben eine klasse Abwehr gespielt und waren vorne konzentriert. Ich glaube, heute kann man wenig meckern."

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