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US Open: Krawietz und Mies peilen Halbfinaleinzug an

Der Witzmannsberger und der Kölner treffen im Viertelfinale in New York auf den Portugiesen Joao Sousa und den Argentinier Leonardo Mayer.
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Verstehen sich auf dem Tennisplatz ohne große Worte: Kevin Krawietz (r.) und Andres Mies  Foto: Jürgen Hasenkopf
Verstehen sich auf dem Tennisplatz ohne große Worte: Kevin Krawietz (r.) und Andres Mies Foto: Jürgen Hasenkopf

Disharmonie bei Kevin Krawietz und Andreas Mies? Die gibt es in diesen Tagen höchstens abseits des Tennisplatzes, wenn es um die Lieblingsklubs beim Fußball geht. "Wir batteln uns immer mit unseren Fußballklubs. Ich hoffe ja, dass es dieses Jahr der BVB macht", sagte Borussen-Fan Andreas Mies am Samstag am Eurosport-Mikrofon. Krawietz derweil konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, schließlich lag zu dem Zeitpunkt der Abpfiff des Bundesliga-Spiels zwischen dem FC Bayern und Mainz (6:1) erst wenige Minuten zurück.

Denn der Witzmannsberger hält es genauso wie Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev mit den Münchnern. Einigkeit herrscht bei Mies und Krawietz hingegen bei der Reiseplanung. Wie bereits bei den French Open haben beide nur für eine Woche bei "Airbnb", einer Online-Plattform für Privatunterkünfte, gebucht. "Ich bin mit meinem ganzen Gepäck auf die Anlage gekommen und muss später in die neue Unterkunft ziehen", erklärte Mies am Samstagnachmittag.

Krawietz hatte mehr Glück und konnte seinen Aufenthalt in einer Unterkunft in Queens, die nur rund 15 Autominuten vom US-Open-Gelände entfernt ist, unkompliziert um eine Woche verlängern. Dort wohnt er mit seiner Freundin Judit und seinem guten Freund und früheren Tenniskollegen Dominik Schulz. Aufgrund der familiären Atmosphäre und des guten Omens schwören Krawietz und Mies auf private Unterkünfte. "Wir fühlen uns total wohl in den kleinen Wohnungen, das machen wir weiter so", sagte Mies. Sportlich hätten die French-Open-Sieger sicher auch nichts dagegen, wenn es so weiterläuft wie in den vergangenen Tagen.

Trotz Satzrückstandes setzten sich Krawietz und Mies am Sonntag im Achtelfinale der US Open gegen den Briten Jonny O'Mara und Marcelo Arevalo aus El Salvador in drei Sätzen (3:6, 6:3, 6:4) durch. "Es war ein unglaubliches Match. Wir haben eigentlich einen ganz guten Start erwischt, aber im ersten Satz nicht so clever aufgeschlagen", analysiert Krawietz. "Im zweiten Satz haben wir uns viele Chancen erarbeitet und diese Ende des Durchgangs auch genutzt. Ab Mitte des zweiten Satzes haben wir auf einem hohen Niveau gespielt. Wir haben sehr gut returniert und serviert."

Krawietz und Mies spielten einen nahezu perfekten dritten Satz, sie leisteten sich keinen einzigen "Unforced Error" und ließen keinen Breakball zu. "Der Schlüssel zum Sieg war aber, dass wir positiv geblieben sind, als wir am Anfang ein paar Chancen liegengelassen haben", sagt Krawietz.

Zwei Routiniers warten

Am Montag hatten Krawietz und Mies nach zwei Matches am Wochenende einen spielfreien Tag. Am Vormittag standen für den Witzmannsberger Training und eine Physio-Behandlung an, ehe nachmittags etwas Entspannung außerhalb der Tennisanlage angesagt war. Abends war für Krawietz und Mies noch ein Interviewtermin mit Eurosport am Times Square angesetzt.

Am heutigen Dienstag oder Mittwoch (Termin noch offen) trifft das an Position 12 gesetzte deutsche Duo im Viertelfinale auf den 30-jährigen Joao Sousa (Portugal, Doppel-Weltrangliste: Position 46) und den 32-jährigen Leonardo Mayer (Argentinien, 74). Die beiden Routiniers setzten sich am Montagabend etwas überraschend mit 7:6 (7:2), 6:3 gegen das an Nummer 2 gesetzte Doppel Marcelo Melo und Lukasz Kubot durch. Krawiez und Mies verfolgten das Match live vor Ort. Im Gegensatz zu den Doppelspezialisten Krawietz und Mies liegt der Fokus des Argentiniers und des Portugiesen auf dem Einzel.

"Sie hängen sich voll rein und servieren sehr gut. Sie sind nicht allzu viel in Bewegung und kreuzen auch wenig, aber leben als ,Einzelspieler' von ihren sehr starken Grundschlägen", so Krawietz. "Ein leichtes Los im Viertelfinale der US Open gibt es ohnehin nicht." In der Einzelkonkurrenz waren beide am Start, scheiterten aber jeweils in der ersten Runde.

Dass Sousa und Mayer als Gespann funktionieren, bewiesen sie bei den Australian Open im Januar dieses Jahres, als sie das Halbfinale erreichten. Bei den French Open scheiterten sie im Auftaktmatch, in Wimbledon schafften sie es in Runde 2. Dem Sieger dieses Viertelfinals winkt ein gemeinsames Preisgeld von 175 000 US-Dollar.

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