Wohlbach
Tischtennis

TTC Wohlbach: Mit Kontinuität unter die Top 3?

Der TTC Wohlbach geht mit unverändertem Personal in die neue Saison, die am Samstag mit der Partie beim Aufsteiger FC Bayern beginnt. Die Spitzenspieler Michal Benes und Richard Vyborny tauschen die Positionen.
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Der Tscheche Michal Benes gehörte in der vergangenen Saison zu den positiven Entdeckungen der 3. Bundesliga Süd.  Foto: Horst Marr/Archiv
Der Tscheche Michal Benes gehörte in der vergangenen Saison zu den positiven Entdeckungen der 3. Bundesliga Süd. Foto: Horst Marr/Archiv

Mit einem Gastspiel beim FC Bayern München starten die Tischtennisspieler des TTC Wohlbach am Samstag (18 Uhr) in die neue Spielzeit der 3. Bundesliga Süd. Zwei Tage vor dem Pflichtspielauftakt nimmt das Tageblatt die Liga und den Wohlbacher Kader unter die Lupe.

Die Liga: Mit dem Vorjahresmeister und Aufsteiger TV Leiselheim und dem Tabellendritten SV Salamander Kornwestheim, der sein Team zurückzog, haben zwei Schwergewichte die Liga verlassen, dazu stiegen SV Schott Jena und der Post SV Mühlhausen II in die Regionalliga ab. Neu in der 3. Bundesliga Süd sind neben dem Absteiger aus der 2. Liga, NSU Neckarsulm, drei Aufsteiger: der FC Bayern München, der SB Versbach und die TSG Kaiserslautern. Ist die Liga dadurch schwächer geworden? "Nein, ganz im Gegenteil. Die Liga ist von der Qualität noch einmal etwas stärker als in der letzten Saison", erklärt Hubert Becker, Teammanger des TTC Wohlbach. "Unser Team liegt vom QTTR-Wert (Anm. d. Red.: "Quartal-Tischtennis-Rating", das die Spielstärke der einzelnen Akteure einordnet) gerade mal im Mittelfeld der Liga." Vorne liegen bei diesem Wert die Mannschaften aus Neckarsulm, Weinheim und Kaiserslautern, die deshalb für Becker auch zu den Aufstiegsfavoriten zählen.

Kaiserslautern und Neckarsulm haben die Spielzeit bereits vor zwei Wochen eröffnet, dabei behielt der Zweitliga-Absteiger aus Heilbronn mit 6:4 knapp die Oberhand. Nicht mehr ganz oben sieht Becker den Vizemeister der vergangenen Spielzeit, den SV SR Hohenstein-Ernstthal. Die Sachsen mussten den Abgang ihres Topspielers Youssef Abdel-Aziz verkraften, der 2018/19 kein einziges Einzelspiel verloren hatte.

Der Kader: Kontinuität wird in Wohlbach großgeschrieben. TTC-Manager Becker kann in dieser Spielzeit auf genau die Akteure zurückgreifen, die sich in der zurückliegenden Runde den vierten Platz in der Abschlusstabelle erkämpften. Das tschechische Duo Richard Vyborny (seit 2017 im Verein) und Michal Benes (seit 2018) im vorderen Paarkreuz sowie die seit vielen Jahren in Wohlbach etablierten Grozdan Grozdanov und Yevgenij Christ im hinteren Paarkreuz. Als Ersatzspieler stehen Patrick Forkel und Marc Seidler parat, die normalerweise die zweite Mannschaft in der Verbandsliga Nordost anführen sollen.

Auch Gregor Clemens Foerster ist wieder auf dem Wohlbacher Mannschaftsmeldebogen vermerkt. Der Deutsche ist seit einigen Wochen Trainer der japanischen Tischtennis-Nationalmannschaft und Privatcoach von Jun Mizutani, der aktuellen Nummer 13 der Weltrangliste. Foerster wird trotz dieser verantwortungsvollen Tätigkeiten in Japan seiner Heimat ein oder zweimal einen Besuch abstatten und dann auch für den TTC in der 3. Bundesliga auflaufen. Obwohl kein Neuzugang im Kader steht, haben die Wohlbacher trotzdem eine neue Nummer 1: Benes ist seinem Landsmann Vyborny beim QTTR-Wert um mehr als 35 Punkte voraus und schlägt daher ab Samstag an Position 1 auf.

Die Stärken: Das TTC-Team versammelte sich am 30. August zu einem langen Trainingswochenende in Wohlbach, und es dauerte nicht lange, bis die Mechanismen wieder griffen. Die Wohlbacher Mannschaft ist sehr eingespielt, die beiden Doppelpaarungen Benes/Vyborny und Grozdanov/Christ kennen sich in- und auswendig. Dazu ist die Teamchemie intakt, die beiden Tschechen reisen etwa immer gemeinsam an.

Das vordere Paarkreuz um Benes und Vyborny gehört zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Dass Vyborny in der kommenden Saison nur noch an Position 2 aufschlägt, gefalle diesem zwar nicht so gut, könnte aber gleichzeitig auch Ansporn sein, so Becker. In der zurückliegenden Spielzeit kam der 48-jährige Routinier (Einzel: 17 Siege, 16 Niederlagen) nicht an seine Leistungen in seiner Wohlbacher Premierensaison heran. "Er war mental manchmal nicht so gut drauf und hat dadurch ein paar Punkte liegen gelassen", erklärt Becker. Deutlich weniger Punkte liegen gelassen hat dagegen Benes (Einzel: 22 Siege, zehn Niederlagen), der sich in seiner ersten Saison außerhalb seiner Heimat zu einem der besten Akteure im vorderen Paarkreuz ligaweit entwickelte. "Michal hat super eingeschlagen. Er agiert mit einem ganz klaren Kopf und lässt sich durch nichts durcheinanderbringen", sagt der Teammanager über Benes, der kürzlich sein BWL-Studium in Ostrava abgeschlossen hat.

Die Schwächen: Während das vordere Paarkreuz sowohl in den Einzeln als auch im Doppel eine deutlich positive Bilanz aufwies, schaut das im hinteren Paarkreuz anders aus. Grozdanov und Christ gewannen 2018/19 lediglich drei ihrer 17 Doppelpartien - zu wenig, um als Team die oberen Plätze der Tabelle anzugreifen. "Gut wäre für uns, wenn sie 50 Prozent ihrer Spiele gewinnen", so Becker.

Was Hoffnung für die neue Saison macht: Grozdanov steigerte sich nach einer sehr durchwachsenen Hinrunde (Einzel: vier Siege, zwölf Niederlagen), als der Bulgare als junger Vater nicht gerade mit Schlaf gesegnet war, in der Rückserie (acht Siege, acht Niederlagen) enorm.

Das Saisonziel: Der Macher des Wohlbacher Tischtennissports, Hubert Becker, ist kein Mann für den Stillstand: "Letztes Jahr waren wir Vierter. Wir wollen diesmal mindestens genauso so gut abschneiden - oder noch etwas besser."

Um eine Platzierung unter den Top 3 zu erreichen, ist ein guter Start für das Selbstvertrauen und den Rhythmus unabdingbar, vor allem, da für die Wohlbacher nach den ersten beiden Spieltagen eine zweiwöchige Pause ansteht. Siege in München und eine Woche später gegen Wöschbach sollten möglich sein.

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