Coburg
Fussball-Bezirksliga West

TSV Meeder gelingt Befreiungsschlag

Die Schiller-Truppe legt mit vier Toren in der ersten Hälfte den Grundstein zum 5:3-Sieg in Lettenreuth. Der FC Coburg fertigt Breitengüßbach mit 8:2 ab.
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Glückliche Meederer Torschützen unter sich: Tom Thiel (links) und Moritz Gemeinder waren jeweils zweimal beim 5:3-Sieg ihres TSV in Lettenreuth erfolgreich.  Foto: Gunther Czepera
Glückliche Meederer Torschützen unter sich: Tom Thiel (links) und Moritz Gemeinder waren jeweils zweimal beim 5:3-Sieg ihres TSV in Lettenreuth erfolgreich. Foto: Gunther Czepera
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Von Verunsicherung war beim TSV Meeder, der nach zuletzt vier Niederlagen und einem Unentschieden in akuter Abstiegsgefahr schwebt, in Lettenreuth keine Spur. Mit einer spielerischen Leichtigkeit kombinierten sich Tom Thiel, Moritz Gemeinder und Co. vor allem in der ersten Halbzeit durch die Lettenreuther Verteidigung und dürfen sich nach dem ersten Dreier 2018 wieder Hoffnungen auf den direkten Klassenerhalt machen.

Auf den direkten Aufstieg darf weiter der FC Coburg hoffen, der in Breitengüßbach ein offensives Feuerwerk abbrannte. Nach 27 Minuten stand es bereits 4:0 für die Christl-Elf, Fabian Carl war mit einem Hattrick maßgeblich an der Führung beteiligt. Und damit war der Torhunger der Vestekicker noch lange nicht gestillt. Lukas Mosert gelang in der Schlussphase in nur sieben Minuten ebenfalls ein Hattrick. Ungeschlagen in diesem Kalenderjahr bleibt weiterhin der TSV Mönchröden, der sich zu einem 1:0-Heimsieg gegen den SV Würgau mühte.

SpVgg Lettenreuth -
TSV Meeder 3:5 (0:4)
Die erste Chance des Spiels hatten die Meederer. In der 5. Minute schoss Pascal Wächter aus halblinker Position knapp am rechten Pfosten vorbei. Die arg ersatzgeschwächten Gastgeber spielten sehr diszipliniert und versuchten dagegenzuhalten. Moritz Gemeinder erzielte nach einem Konter über rechts mit einem Schuss ins lange Eck das 0:1 für die Gäste. Bereits vier Minuten später erzielte Tom Thiel nach einem Doppelpass aus 6 Metern das 0:2. In der 17. Minute gab es die erste Torchance der Heimmannschaft, doch Daniel Fischer traf den Ball nicht richtig. Das 0:3 in der 22. Minute markierte Thiel durch einen Foulelfmeter. Thiel hätte auch das 0:4 machen können, doch er schoss knapp neben das Gehäuse. In der 37. Minute machte er es besser und erzielte aus spitzem Winkel das 4:0 vor der Pause.

Die Heimelf stellte in der Pause um und kam besser ins Spiel. In der 50. Minute erzielte Florian Eberth nach guter Kombination und einem Schuss aus 14 Metern das 1:4. Lettenreuth erhöhte danach den Druck. Die Heimelf hatte zwischendurch einige brenzlige Situationen im eigenen Strafraum zu überstehen. Eine davon nutzen die Gäste in der 81. Minute zum 1:5 durch Wächter und stellten den alten Torabstand wieder her. Postwendend erzielte Florian Eberth aus vier Metern mit seinem zweiten Tor das 2:5. Björn Vogel machte mit einem schönen Freistoß aus 18 Metern das 3:5. Das Aufbäumen der Lettenreuther kam allerdings viel zu spät.

TSV Breitengüßbach -
FC Coburg 2:8 (1:4)

Der Tabellenzweite zog - vom unebenen TSV-Nebenplatz unbeeindruckt - seinen Hochgeschwindigkeitsfußball auf und erwischte nahezu perfekte erste 30 Minuten mit vier blitzsauberen Treffern. Das Defensivkonzept der Heimelf war nach 71 Sekunden perdu: Sertan Sener dribbelte durch drei Gegenspieler und hämmerte das Leder mit seinem vermeintlich schwächeren Fuß aus 18 Metern in den Torwinkel. Dann avancierte der bislang vor allem als Vorbereiter glänzende Fabian Carl mit einem lupenreinen Hattrick zum Goalgetter: Erst schloss er ein Dribbling über 50 Meter selbst ins lange Eck ab (7.), dann verwandelte er perfekte Vorarbeiten des unaufhaltsamen Davide Dilauro (23.) und des großartig Regie führenden Eric Heinze (27.) überlegt. Mit dem 4:0 im Rücken und der Sonne im Gesicht nahm der FCC etwas Tempo raus, prompt kam der TSV durch Mayer zum 1:4, weil vier Coburger Schmidts Dribbling nicht bremsen konnten (34.).

Im zweiten Durchgang dauerte es zwölf Minuten, bis die Zuschauer bei Seners Freistoßschlenzer aus 20 Meter ins Dreieck großen Sport geboten bekamen. Nachdem Perzew eine Unkonzentriertheit der FCC-Defensive zum 2:5 ausgenutzt hatte (66.), stockte Coburgs Torgarant Lukas Mosert binnen acht Minuten sein ohnehin schon pralles Torkonto - ebenfalls per Hattrick - zum 2:8-Endstand auf. Nachdem er einen an Dilauro verschuldeten Elfmeter sicher vollstreckt hatte (80.), wurde er von Leonhard Scheler (84.) und Daniel Sam (88.) jeweils über rechts gekonnt bedient.

Die Stimmung bei FCC-Trainer Matthias Christl nach der Partie war natürlich bestens: "Das war ganz stark, wir haben super in das Spiel gefunden. Wir wollten das Spiel schnell entscheiden und haben genau so gespielt, wie im Abschlusstraining eingeübt." Bei 29 Punkten aus den letzten elf ungeschlagenen Spielen machen seine Jungs ersichtlich schon geraume Zeit vieles richtig.

TSV Mönchröden -
SV Würgau 1:0 (0:0)

Der TSV Mönchröden erarbeitete sich einen knappen 1:0-Sieg gegen den SV Würgau. Schütze des einzigen Tores war Niklas Ehrlich. Die Gäste präsentierten sich keinesfalls wie ein Tabellenletzter und gestalteten die Partie jederzeit offen.

Der Würgauer Torhüter Tobias Löhrlein musste sich zum ersten Mal nach zehn Minuten strecken, als TSV-Akteur Kai Müller von der Strafraumgrenze abzog. Marc Werner hatte nach einer knappen halben Stunde die Gelegenheit zum Abschluss, wurde aber im letzten Moment geblockt. Die Gäste agierten zwar aus einer massiven Abwehr, versuchten aber - genauso wie Mönchröden - das Mittelfeld mit schnellem Passspiel zu überbrücken. Jonas Hemmer zwang Heimkeeper Jannik Knoch zu einer Faustabwehr, als er nach 39 Minuten aus zehn Metern zum Abschluss kam. Die Hausherren hatten zwar Feldvorteile, zwingende Gelegenheiten waren aber in der ersten Hälfte auf beiden Seiten kaum zu verzeichnen.

Ein weiter Steilpass von Patrick Wicht auf Jannik Späth, der mustergültig auf Ehrlich flankte, welcher schulmäßig einköpfte, brachte zehn Minuten nach dem Wechsel die Führung der "Mönche". Miguel Malaj hatte die Vorentscheidung auf dem Fuß, schloss aber in der 60. Minute bei einem Konter in Überzahl zu hastig ab. Auf der Gegenseite prüfte Thomas Will TSV-Keeper Knoch mit einem Distanzschuss (74.). Auch bei einem Kopfball (81.) aus kurzer Entfernung reagierte Knoch bravourös und verhinderte den Ausgleich. In der Nachspielzeit traf Späth aus der Distanz noch den Pfosten des leeren Würgauer Gehäuses.

FC Mitwitz -
FC Oberhaid 1:1 (0:1)

Bei beiden Mannschaften merkte man, dass sie in der Tabelle jenseits von Gut und Böse standen und sich deshalb nicht ernsthaft weh tun wollten. So entwickelte sich ein munteres Spiel. Die Gastgeber waren bemüht, ihre unterirdische Leistung aus dem Mittwochsspiel gegen Würgau auszugleichen, während auf Oberhaider Seite Kutzelmann und Seidelmann wie gewohnt für Betrieb sorgten. Bis kurz vor der Pause plätscherte das Spiel mit einigen Halbchancen auf beiden Seiten so dahin. In der 44. Minute spielte Kutzelmann auf Spath, dieser leitete weiter zu Betz, der zur Oberhaider Pausenführung einlochte. In Hälfte 2 änderte sich am Spielverlauf wenig. Die Mitwitzer agierten zwar feldüberlegen, leisteten sich aber zu viele Fehlpässe im Spielaufbau.

In der 48. Min. gelang dem FCM der überraschende Ausgleich, als Riedel auf Fröba durchsteckte, dessen scharfe Flanke den Oberhaider Biermann traf und anschließend im eigenen Tor landete. In der 59. Minute tankte sich Kutzelmann im Strafraum durch und traf aus spitzem Winkel den Pfosten. Anschließend hatten beide Mannschaften noch einige Chancen, die aber die guten Torhüter Winterstein und Nawrat zunichtemachten.

SV Bosporus Coburg -
SpVgg Ebing 1:3 (0:0)

Die Gastgeber hatten sich so viel vorgenommen, doch trafen sie auf einen kompakt stehenden Gegner, der wenig zuließ. Immer wieder rannten die Platzherren an, doch zwingende Chancen blieben aus. Als Bosporus nach der Pause mehr riskierte und das Führungstor in der Luft lag, liefen sie in einen Konter. Marco Motschenbacher ließ sich die Chance nicht entgehen und schlug nach einem Querpass eiskalt zu (57.). Jetzt waren Özer, Celik, Saglam & Co. gefordert und setzten auch alles auf eine Karte. Doch erneut ging der Schuss im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten los, denn Fabian Funk sorgte bereits sieben Minuten später mit seinem Treffer zum 2:0 für eine gewisse Vorentscheidung.

Bosporus war geschockt, schöpfte nach dem Anschlusstreffer durch ihren auffälligsten Akteur Omar Rahmani wieder Hoffnung, schließlich war noch eine Viertelstunde zu spielen. Trotz einer engagierten Schlussphase reichte es nicht, denn zwei Minuten vor Schluss machte Christoph Fuchs mit dem dritten Ebinger Treffer den Deckel drauf.
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