Meeder
Fußball-Relegation

Träumen ist in Garnstadt erlaubt...

Der Coburger Kreisliga-Vizemeister trifft am Samstag im ersten Relegationsspiel auf den favorisierten Bezirksligisten TSV Meeder. Die K.o.-Spiele am Wochenende versprechen wieder viel Spannung und jede Menge Zuschauer.
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Wer überspringt am Samstag in Eicha die erste Relegations-Hürde: Bezirksligist TSV Meeder oder Kreisliga-Vizemeister SV Großgarnstadt? Für Meeders Tom Thiel (im Bild) könnte es vorerst das letzte Spiel für seinen Klub sein, denn der Leistungsträger wechselt zum SC Sylvia Ebersdorf. Foto: Hagen Lehmann
Wer überspringt am Samstag in Eicha die erste Relegations-Hürde: Bezirksligist TSV Meeder oder Kreisliga-Vizemeister SV Großgarnstadt? Für Meeders Tom Thiel (im Bild) könnte es vorerst das letzte Spiel für seinen Klub sein, denn der Leistungsträger wechselt zum SC Sylvia Ebersdorf. Foto: Hagen Lehmann
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Wer gegen acht Spieler von Schlusslicht Kleintettau versäumt das Siegtor zu schießen (2:2), wer zu Hause gegen Marktzeuln, Ebensfeld und Unterleiterbach verliert, wer aus den letzten vier Spielen trotz Führungen nicht einmal einen Punkt holt, der muss sich nicht wundern, wenn er plötzlich Relegation spielen muss!

Relegation zur Bezirksliga

Bezirksligist TSV Meeder ist tatsächlich in die Saisonverlängerung gerutscht und muss nun am heutigen Samstag ab 17.30 Uhr in der ersten Runde gegen den Coburger Kreisliga-Vizemeister SV Großgarnstadt ran. Das zweite Spiel der ersten Runde zwischen dem FSV Buttenheim, Kreisliga-Vizemeister aus Bamberg, und dem Rangzweiten der Kreisliga Kronach, der SpVgg Lettenreuth, fand bereits gestern Abend statt (Ergebnis in der rechten Spalte). Samstag, 17.30 Uhr, bei der Spvg Eicha: TSV Meeder - SV Großgarnstadt

An keinem der ersten 29 Spieltage stand der TSV Meeder in der Bezirksliga West auf einem Abstiegsplatz oder auf dem ominösen "Schleuderplatz". Und auch in der 30. und letzten Runde sah es lange Zeit nicht danach aus, dass das Team von Spielertrainer Bastian Bauer noch auf den 13. Rang zurückrutschen würde. Schließlich führte der TSV im eigenen Kastanienstadion gegen Oberhaid nach einem Treffer von Denis Mujanovic mit 1:0. Doch in der Schlussphase lief gleich auf drei Plätzen alles schief, was aus Sicht des TSV Meeder schieflaufen kann: Die eigene Partie ging nach einem Oberhaider Dreierpack noch verloren und die Konkurrenz kam zu späten Dreiern. Marktzeuln gewann noch 2:1 in Breitengüßbach und Ebing besiegte Ebensfeld mit einem umstrittenen Foulelfmeter.

Keine guten Zeiten also für den TSV Meeder, denn ausgerechnet in der wichtigsten Saisonphase häufen sich auch noch personelle Negativmeldungen: Die beiden Leistungsträger Tim Knoch und Tom Thiel haben ihren Abschied Richtung SC Sylvia Ebersdorf bekanntgegeben. Außerdem steht fest, dass Florian Schuberth zum TSV Oberlauter wechselt und Kolja Wunsch Spielertrainer beim SV Weidach wird. Trotzdem soll heute noch einmal mit vereinten Kräften der klassentiefere SVG in die Schranken gewiesen und das zweite Relegationsspiel erzwungen werden.

Ob die Garnstadter mit mehr Selbstvertrauen oder gar mit einer breiten Brust in Eicha aufkreuzen, muss abgewartet werden. Erfolgstrainer Stefan Bergmann spürt jedenfalls nullkommanull Druck und spricht im Vorfeld bereits vom "größten Erfolg in der Großgarnstadter Vereinsgeschichte":

"Träumen darf man ja bekanntlich immer, auch in Großgarnstadt. Wir treten auf jeden Fall nicht an, um uns abschießen zu lassen oder die zweite Geige zu spielen. Wir haben primär aber nicht das Ziel, in die Bezirksliga aufzusteigen. Wir werden sehen, ob es die Woche drauf zu einem Endspiel kommt. Sollte das nicht der Fall sein, geht die Welt aber auch nicht unter und dann freuen wir uns auf eine weitere Saison in der Kreisliga."

Die Kampfansage Richtung Meeder hält sich also in Grenzen. Unterschätzen sollte der Bezirksligist den Außenseiter aber keinesfalls und sich schon gar nicht vom 0:7-Heimdebakel am vorletzten Spieltag gegen die TSG Niederfüllbach blenden lassen, da fehlten nämlich zahlreiche SVG-Leistungsträger wegen einer Hochzeit.

Relegation zur Kreisliga

Eine Etage tiefer reicht dagegen ein Sieg, um aufzusteigen oder "drinzubleiben". Vor allem zwei von vier Ansetzungen (siehe rechte Spalte) haben es aus Coburger Sicht in sich: Sonntag, 14 Uhr, beim TSV Dörfles-Esbach: Coburg Locals - SG Mönchröden II/Rödental

Die Rödentaler Spielgemeinschaft kann einige Jungs aus dem Bezirksligakader in diesem wichtigen Spiel einsetzen und möchte auch unbedingt in die Kreisliga aufsteigen. Eine Reserve als Unterbau für das ambitionierte Bezirksliga-Team zu stellen, wäre optimal. In der Vergangenheit klaffte die Schere zwischen erster und zweiter Mannschaft zu weit auseinander. Außerdem käme seit längerer Zeit wieder einmal ein Aufstieg - noch dazu im Jubiläumsjahr der "Mönche" - gerade recht.

Die Locals werden allerdings alles daransetzen, um dies zu verhindern. Schon beim letzten Saisonspiel (1:1 gegen SV Heilgersdorf) war eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Anscheinend haben die Mannen um Trainer Stefan Binzenhofer nun den Ernst der Lage erkannt und halten kämpferisch wieder voll dagegen. Die Tagesform und Glücksgöttin Fortuna werden den Ausschlag in diesem 50:50-Duell geben.

Sonntag, 18 Uhr, beim SV Ketschendorf:

TSV Grub am Forst - Spvg Ahorn

Wer den Kreisliga-Meister auf eigenem Platz besiegt, sollte das Zeug dazu haben, eine erfolgreiche Relegation zu spielen. So oder so ähnlich wird Oliver Bernhardt, Trainer des TSV Grub am Forst, seine Mannschaft vor dem K.o.-Spiel gegen die Spvg Ahorn heißmachen. Der 3:2-Sieg gegen eine bereits in Feierlaune befindliche Ketschendorfer Truppe sollte allerdings nicht der Maßstab sein. Ob der Spielort auf dem Buchberg ein Vorteil ist, wird sich auch zeigen müssen. Fakt ist jedenfalls, dass der KK3-Vizemeister am Sonntagabend hochmotiviert auflaufen wird. Trainer Rudolf Hagen wird die letzten drei sieglosen Punktspiele nicht überbewerten, sondern an den Kampfgeist seiner Kicker appellieren. Wenn der stimmt und die Chancenverwertung wieder besser wird, ist dem Noch-Kreisklassisten nicht bange.

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