Neustadt bei Coburg
Fußball-Kreisliga Coburg

SV Türkgücü Neustadt: Nicht einfach, den Ruf loszuwerden

Hüseyin Güdek, Spielertrainer des SV Türkgücü Neustadt, ist mit der Entwicklung seines Teams sehr zufrieden - die Fairplay-Tabelle hält er nicht für besonders aussagekräftig. Bei der TSG Niederfüllbach steigt am Sonntagabend der Schlager gegen Primus TSV Meeder.
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Enge Zweikämpfe: Hier streiten sich der Neustadter Hüseyin Güdek (links) und Lars Hucke vom TSV Staffelstein um den Ball.   Foto: Hartmut Klamm
Enge Zweikämpfe: Hier streiten sich der Neustadter Hüseyin Güdek (links) und Lars Hucke vom TSV Staffelstein um den Ball. Foto: Hartmut Klamm

Wenn am Sonntag beim Spitzenspiel in Niederfüllbach gegen den TSV Meeder (Anpfiff 17 Uhr) der Schlusspfiff ertönt, dann ist das erste Drittel der Kreisliga-Saison 2019/20 bereits abgeschlossen. Erste Tendenzen sind unübersehbar.

An der Tabellenspitze ist es momentan spannend und der Meisterschaftsfavorit aus Niederfüllbach will den Bezirksliga-Absteiger und Spitzenreiter natürlich unbedingt stürzen. Aber vor allem das Abstiegsgespenst wird noch viele Wochen auf einigen Sportplätzen spucken.

Grund: Den Tabellenvorletzten trennen nur drei Punkten vom Siebten SV Türkgücü Neustadt. Die "Bullen" sind nach mäßigem Start unter dem neuen Spielertrainerduo Güdek/Civelek nun aber ins Mittelfeld vorgestoßen. Allerdings gibt ein Blick auf die Fairplay-Wertung Grund zu Besorgnis. Das Tageblatt hat beim Spielertrainer nachgefragt.

Herr Güdek, mit je drei Siegen, Remis und Niederlagen stehen Sie nach neun Partien auf Rang sieben. Sind Sie mit dem ersten Saisondrittel zufrieden?

Hüseyin Güdek: Mit dem Saisonstart allgemein, können wir zufrieden sein, da wir konditionell und läuferisch in einer sehr guten Form sind. Unbefriedigend ist natürlich bis jetzt die Anzahl der erzielten Tore.

Der 1:0-Erfolg in Coburg kam durchaus überraschend. Was nehmen Sie aus dem Spiel mit?

Schon gegen die Sportfreunde aus Unterpreppach haben wir aus meiner Sicht hochverdient gewonnen, denn die beiden Gegentore waren unnötig. In Coburg haben wir trotz wenig Ballbesitz und wenig Spielanteilen mit der richtigen Einstellung verdient die drei Punkte nach Neustadt geholt.

Zudem waren wir in Coburg auch nicht mit der besten Besetzung am Start. Da nehmen wir sehr viel Positives mit. Jeder der seinen Einsatz bekommt, gibt sein Bestes und das ist hervorragend.

Aber im Angriff gibt es noch Ladehemmung. Nur acht Treffer gelangen Ihrem Team. Ihr Trainerpartner Ali Civelek scheint nach seiner Verletzung noch nicht bei 100 Prozent zu sein, und Sie fehlen jetzt urlaubsbedingt. Wer springt da gegen Pfarrweisach in die Bresche?

Das wir Probleme in der Offensive haben werden, wussten wir schon bereits vor Saisonbeginn. Ali war ja langzeitverletzt, aber er steigert sich von Spiel zu Spiel und wird wieder in Form kommen. Unser Stürmer Baran Helvacioglu erlitt am Anfang der letzten Saison erneut einen Kreuzbandriss. Er hat erst zu Saisonbeginn wieder angefangen, arbeitet aber sehr gut und steigert sich auch von Tag zu Tag. Leider haben wir keine offensiven Neuzugänge bekommen, aber da müssen eben Verteidiger in den Sturm. Gegen Pfarrweisach wollen wir unbedingt nachlegen. Solange wir bis zum Abpfiff mit elf Mann auf dem Platz stehen, können wir gegen jede Mannschaft in der Klasse siegen. Wir werden als Team agieren, und wenn alle an einem Strang ziehen, laufen und kämpfen, belohnen wir uns mit Toren und die Punkte bleiben in Neustadt.

Sie haben es selbst angesprochen: Mehr Disziplin und Imageverbesserung haben Sie und ihr Kollege Ali Civelek vor Saisonbeginn als Ziel ausgegeben. Die Fairplay-Tabelle spiegelt das momentan aber noch nicht. Was sagen Sie dazu?

Diese Frage habe ich natürlich erwartet und antworte gerne darauf. Was die Fairplay-Tabelle angeht, interessiert mich diese eher weniger. Gelbe Karten gehören zum Fußball. Bis auf die Reaktion einer unserer Spieler nach einer Roten Karte in Einberg können wir sehr, sehr zufrieden sein. Viele Schiedsrichter und gegnerische Spieler oder Betreuer betonen das auch nach den Spielen, ich sehe uns auf einen sehr guten Weg. Es ist nicht einfach, so einen Ruf loszuwerden. Und keiner darf von uns verlangen, dass es von jetzt auf nachher perfekt läuft! Unser Verhalten sieht mittlerweile viel besser aus als in den letzten Jahren und wir sind gerade erst am Anfang. Eines unserer Hauptziele ist immer die Disziplin- und Imageverbesserung. Aber natürlich geht es auch um das Sportliche, und da wollen wir schnell viele Punkte holen, um am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

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