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Frauen-Fussball

Spvg Eicha: Neuer Trainer, neues Glück?

Joachim Walter soll Eicha in der Bayernliga zum Klassenerhalt führen. In der Halle läuft alles nach Plan: Die Trächerinnen sind bei der "Bayerischen".
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Joachim "Jo" Walter betreut die Bayernliga-Damen aus Eicha seit einigen Wochen und soll neue Impulse im Abstiegskampf geben.
Joachim "Jo" Walter betreut die Bayernliga-Damen aus Eicha seit einigen Wochen und soll neue Impulse im Abstiegskampf geben.
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Fehlende Fitness und Abstimmungsprobleme in der Abwehr: Joachim Walters geschultes Auge brauchte nur wenige Minuten, um die Problemzonen des Bayernligisten Spvg Eicha zu erkennen. Als sich der 59-Jährige Ende September zum ersten Mal in dieser Saison ein Heimspiel der Trächerinnen anschaute, war er noch Zaungast. Seit vier Wochen ist der Versicherungskaufmann nun Cheftrainer der Gelb-Schwarzen.

Geplant war das nicht, denn eigentlich wollte Walter, der seit rund drei Jahren keine Fußball-Mannschaft mehr betreute, seine Trainer-Auszeit noch etwas verlängern, und sich in seiner Freizeit als stolzer Großvater ganz seinen Enkelkindern widmen. Doch als sein Name nach einer enttäuschenden Vorrunde vermehrt in der Kabine fiel, einigte sich Walter mit seinem langjährigen Bekannten Winfried Beyer, dem Vorsitzenden der Spvg Eicha, auf eine Zusammenarbeit bis zum Saisonende.


Gelingt wieder die späte Wende?

Ein "Feuerwehrmann", der in der Rückrunde die Kohlen aus dem Feuer holen soll, ist in Eicha nichts Neues. In der vergangenen Saison löste Steffen Pluta im Winter den glücklosen Fidaim Kodra ab und schaffte es mit einem starken Endspurt tatsächlich noch, die Klasse zu halten. Da Pluta auch im Nachwuchsbereich des FC Coburg tätig ist, war für ihn das Weitermachen trotz des Erfolges keine Option.

Mit dem 63-jährigen Hermann Kolb präsentierte Eicha im Sommer einen erfahrenen Nachfolger, der die Trächerinnen wieder in ruhigeres Fahrwasser führen sollte. Die Vorzeichen standen dabei gar nicht so schlecht, schließlich kehrte mit Caro Eberth die langjährige Torgarantin der Trächerinnen nach einem einjährigen Gastspiel beim 1. FC Nürnberg zurück.

Doch in der Vorrunde lief es alles andere als rund, wie im Vorjahr steht die Spvg vom ersten Spieltag an tief im Tabellenkeller. Die Vorrundenbilanz fällt mit lediglich einem Sieg und einem Remis aus neun Spielen ernüchternd aus. Der Abstand des Tabellenvorletzten auf Nichtabstiegsrang 9 beträgt immerhin schon sechs Punkte.

Die Trennung von Trainer Hermann Kolb im Januar war angesichts der sportlichen Misere nicht wirklich überraschend. "Wir haben uns im Guten und im beiderseitigen Einvernehmen getrennt", sagt Vorsitzender Beyer. "Er hat sehr viel Einsatz gezeigt, manchmal fehlt auch etwas das Glück."


Die Spielerinnen ziehen mit

Das Glück und den Erfolg soll nun Joachim Walter nach Eicha zurückbringen. Der 59-Jährige blickt auf eine langjährige Erfahrung im Jugendbereich (FC Fortuna Neuses, DJK Viktoria/VfB Coburg) zurück, die Betreuung einer Damenmannschaft ist für ihn allerdings Neuland. Seit drei Wochen leitet der 59-Jährige die Trainingseinheiten. "Ich bin noch dabei, mir einen Überblick zu verschaffen, aber bisher macht es mir sehr viel Spaß. Die Mädels setzen alle Kommandos im Training sofort um, das ist bei den Jungs ja nicht immer der Fall."

Auf die "Warnung" von Spielleiter Arno Herrmann ("Ich habe 18 Jahre gebraucht, bis ich die Damen im Griff hatte, und es klappt manchmal immer noch nicht.") reagiert Walter mit einem Lächeln: "Also bei mir hat noch keine gezickt, aber vielleicht ja, weil sie mich noch nicht wirklich kennen." Walter bittet aktuell zweimal pro Woche auf den Hartplatz, knapp 20 Spielerinnen sind beim gemeinsamen Training der 1. und 2. Mannschaft dabei. Aufgrund der schwierigen Witterung beschränkt sich das Programm vor allem auf Fitness- und Konditionsübungen.


Auch die "Zweite" muss bangen

Die Situation der "Zweiten" in der Bezirksoberliga ist übrigens ähnlich prekär wie die der 1. Mannschaft. Mit drei Punkten aus acht Spielen muss auch die Reservemannschaft um den Klassenerhalt bangen. Mit Thomas Knott gibt es auch hier einen neuen Übungsleiter. Dazu unterstützt Knott "Jo" Walter in der Bayernliga-Mannschaft als Co-Trainer. Unterstützung erhält Walter auch aus den Reihen der Spielerinnen. Mannschaftsführerin Lisa Sommer, die seit 2011 bei den Trächerinnen kickt, wird dem neuen Cheftrainer mit ihrer Erfahrung bei der Gegnervorbereitung mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Sie kennt die Mannschaften besser als ich, ich werde mich auch bei der Aufstellung mit ihr besprechen", sagt Walter.

Taktisch möchte der 59-Jährige zunächst das "4-2-3-1" beibehalten, plant aber langfristig auf ein "4-4-2" umzusteigen. Denn neben der bisweilen wackeligen Viererkette macht auch die Offensive bei gerade einmal zehn Toren in neun Partien Sorgen. Sinnbild war für Walter das letzte Vorrundenspiel gegen den TSV Frickenhausen: "Wir hatten dreimal so viele Chancen wie der Gegner und verlieren am Ende 1:4."

So schleppend es draußen für die Gelb-Schwarzen auch lief, in der Halle war auf die Mannschaft zuletzt einmal mehr Verlass. Wie im vergangenen Jahr holte sich Eicha auch heuer den oberfränkischen Titel in der Halle. Der Lohn war die Qualifikation zur bayerischen Meisterschaft, die am Samstag im schwäbischen Wertingen stattfindet. Zumindest auf dem Papier hatte die Spvg Losglück und darf durchaus auf den Halbfinaleinzug hoffen.

Walter freut sich auf diese Herausforderung, macht aber keinen Hehl daraus, dass sein Hauptaugenmerk bereits jetzt auf dem Klassenerhalt in der Bayernliga liegt: "Und das wird sehr, sehr schwierig, mal schauen, was noch möglich ist."



Bayerische Hallenmeisterschaft


Die bayerische Hallenmeisterschaft findet am Samstag, 17. Februar, ab 11 Uhr in der Stadthalle Wertingen (Schwaben) statt. Die Spvg Eicha ist als oberfränkischer Bezirksmeister mit dabei. Im Vorjahr triumphierte der niederbayerische Regionalligist SV Frauenbiburg.

Gruppe A SV Frauenbiburg, FC Ingolstadt 04, 1. FC Nürnberg, TSV Schwaben Augsburg
Gruppe B Spvg Eicha, SB DJK Würzburg, SV Thenried, SpVgg Kaufbeuren
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