Coburg
Fussball-Landesliga Nordost

Sonnefeld geht ohne Druck ins Derby

Das Schlusslicht geht als Außenseiter ins Duell mit dem SV Friesen. Beim FC Coburg kommt es zum Aufsteiger-Duell.
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Der Sonnefelder Sebastian Kunick (rechts) im Zweikampf mit Friesens Marcel Lindner. Zweimal musste sich der TSV in der vergangenen Saison gegen den SV Friesen geschlagen geben (1:2 und 0:4).  Foto: Heinrich Weiß/Archiv
Der Sonnefelder Sebastian Kunick (rechts) im Zweikampf mit Friesens Marcel Lindner. Zweimal musste sich der TSV in der vergangenen Saison gegen den SV Friesen geschlagen geben (1:2 und 0:4). Foto: Heinrich Weiß/Archiv

Es war ein unrunder Abschluss einer ansonsten gelungenen Landesliga-Saison für den TSV Sonnefeld: Die 0:4-Heimklatsche gegen den SV Friesen am letzten Spieltag Ende Mai dieses Jahres. Genau ein Vierteljahr später treffen die beiden Mannschaften an gleicher Stelle und in der gleichen Liga am Sonntag um 15 Uhr wieder aufeinander, die Vorzeichen sind jedoch andere.

Während der Friesener Kader nahezu identisch ist, werden bei den Gastgebern mit Ludwig Scheler und Toni Graf nur noch zwei Spieler im Aufgebot stehen, die vor drei Monaten von Anfang an spielten. TSV Sonnefeld - SV Friesen Ein 0:4 wäre angesichts der Leistungsstärken beider Mannschaften auch in dieser Partie keine große Überraschung, wäre da nicht die Abschlussschwäche des SV Friesen in dieser Spielzeit. Jeder erwartet von den zuletzt vor dem gegnerischen Tor so erschreckend harmlos agierenden Schützlingen des Ex-Profis Trainer Armin Eck einen Sieg beim TSV Sonnefeld, der erst einen Punkt nach sieben Spieltagen und bereits 34 Gegentore auf seinem Konto hat. "Die Sonnefelder können durchaus mithalten", warnt Friesens Trainer Eck. Auch in Herzogenaurach hätten sich die TSV-Spieler "richtig gut verkauft".

Mit dem Toreschießen tun sich die Sonnefelder allerdings noch schwerer als die Friesener, denn gerade dreimal trafen sie in den sieben Spielen "ins Schwarze". Ausreden zählen für die Frankenwälder in diesem Prestigeduell zweier durchaus befreundeter Klubs nicht. Der zweite Saisonsieg ist für die "Grünen" in Sonnefeld fest eingeplant, obwohl personell der Schuh mit fünf Ausfällen drückt. Besser schaut es bei den Sonnefeldern aus. Angreifer Ludwig Scheler hat seine Rotsperre abgesessen und die Verletzten kehren allesamt zurück in den Kader. Neben Leon Lech, der urlaubsbedingt fehlt, ist nur der Einsatz des noch angeschlagenen Torhüters Fabian Schorn fraglich. Für könnte der erst 17-jährige Maximilian Rang zum vierten Mal im Tor stehen.

TSV-Trainer Heiko Schröder gibt sich vor dem Derby kämpferisch und durchaus optimistisch: "Freilich ist der Gegner aus Friesen mit zahlreichen sehr guten Einzelspielern besetzt, so dass das für uns eine richtige Herausforderung wird. Dennoch planen wir den nächsten Schritt zu vollziehen und mal wieder zu punkten." TSV Sonnefeld: Rang, Schorn - Kunick, Krämer, Demel, T. Bauer, Baierl, Günnel, Brückner, Pohl, Graf, Wandrai, Gizas, Heider, Jacob, Le. Kappenberger, Herring, Lu. Scheler - Es fehlen: Lech (Urlaub), Lou. Kappenberger (langzeitverletzt) SV Friesen: Bauerschmidt/Kirschabuer - Rödel, Tögel, Altwasser, Sesselmann, Baier A., Nützel, Brandt, M. Münch (?), M. Lindner, Schülein, Daumann, Firnschild - Es fehlen: Gehring, F. Müller, Roger, Schütz (alle verletzt), Wiebach (Urlaub). FC Coburg - FC Herzogenaurach

Der mit einer Begegnung im Rückstand befindliche FC Coburg (16./3 Punkte) möchte am heutigen Samstag um 16 Uhr gegen den Aufsteiger FC Herzogenaurach (9./10 Punkte) seinen ersten Dreierpack eintüten. Die Mittelfranken, die in den 1970er Jahren mehrere Spielzeiten der Bayernliga angehörten, aber zwischenzeitlich ein Schattendasein fristeten, geben derzeit Vollgas.

In ihren zurückliegenden zwei Heimspielen bezwangen sie den FC Lichtenfels mit 3:1 und den TSV Sonnefeld mit 3:0. Auch die Vestestädter befinden sich nach einem Fehlstart spielerisch im Aufwind. Allein die Ausbeute bei ihrer 2:3-Niederlage gegen Memmelsdorf, dem 0:2-Pokalaus gegen den Regionalligisten SpVgg Bayreuth und dem 1:1 vergangene Woche beim amtierenden Vizemeister TSV Buch entsprach nicht den gezeigten Leistungen.

"Wir hatten bei den Buchern richtig gute Phasen, obwohl diese mit langen Bällen in die Tiefe, Standards und vielen Diagonalpässen alles versuchten, uns in die Knie zu zwingen. In der Nachspielzeit besaß unser Joker Lukas Mosert sogar die Chance zum Siegtreffer", so FCC-Trainer Lars Scheler. Als schwere Hypothek könnte sich eine Rote Karte für Flügelflitzer Fabian Carl in der Schlusssekunde der Nachspielzeit wegen Beinstellens erweisen, der nicht mit gelb vorbelastet war. Er muss eine Sperre von voraussichtlich zwei Spielen absitzen.

Gegen die "Pumas", bei denen einst Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus das Fußball-ABC erlernte, rechnet Coburgs Trainer mit einem soliden körperlich robusten Widersacher, der mit einer gewachsenen, nur auf wenigen Posten veränderten Truppe auflaufen wird. Die Vestekicker müssen alle Register ihres Könnens ziehen, um nicht zum wiederholten Male in Rückstand zu geraten, was sich bislang als Achillesferse erwies.

Zwei wichtige Akteure stehen mit Innenverteidiger Daniel Alles (Bänderverletzung im Knöchel) und René Knie (Syndesmosebandriss) weiterhin auf der Verletztenliste. Wieder zum Aufgebot stößt Youngster Louis Heinze nach längerer Krankheits- und Verletzungspause.

FC Coburg: Churilov/Vetter - E. Heinze, L. Heinze, Schmidt, McCullough, Mosert, S. Sener, Scheler, Guhling, Dilauro, Kimmel, G. Sener, Hajian, Teuchert, Bayersdorfer - Es fehlen: Alles, Knie (beide verletzt), Carl (gesperrt), Riedelbauch, Shabestari, Krempel (alle Urlaub).



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