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Coburg
Fussball-Bezirksliga

Sener macht im Derby den Sack zu

Knapp 500 Zuschauer sahen ein unterhaltsames Derb zwischen dem FC Coburg und dem TSV Mönchröden. Für die "Mönche" war mehr drin, doch die Gastgeber wurden ihrem Ruf als Topteam spätestens nach der Pause gerecht. Beim 3:1-Sieg trafen nur die Neuzugänge.
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Der FC Coburg ist auf dem Vormarsch! Hier stürmt Daniel Sam (im Vordergrund) auf und davon. Links der Derby-Held Sertan Sener, der vor knapp 500 Zuschauern auf der Dr.-Stocke-Anlage nicht nur zwei Treffer beim 3:1-Sieg gegen den TSV Mönchröden erzielte, sondern auch das 1:0 von Sam vorbereitete. Rechts Coburgs neuer Abwehrchef Christian Beetz; verdeckt TSV-Kapitän Benjamin Wanka. Foto: Albert Höchstädter
Der FC Coburg ist auf dem Vormarsch! Hier stürmt Daniel Sam (im Vordergrund) auf und davon. Links der Derby-Held Sertan Sener, der vor knapp 500 Zuschauern auf der Dr.-Stocke-Anlage nicht nur zwei Treffer beim 3:1-Sieg gegen den TSV Mönchröden erzielte, sondern auch das 1:0 von Sam vorbereitete. Rechts Coburgs neuer Abwehrchef Christian Beetz; verdeckt TSV-Kapitän Benjamin Wanka. Foto: Albert Höchstädter
Das Nachbarderby der Bezirksliga West zwischen dem FC Coburg und dem TSV Mönchröden hielt, was es versprach. In einer vor allem in der ersten Halbzeit hochklassigen Auseinandersetzung behielten die favorisierten Gastgeber letztlich verdient mit 3:1 (1:0) die Oberhand, weil sie in strategisch wichtigen Momenten eiskalt individuelle Fehler der "Mönche" zu den entscheidenden Treffern nutzten. Als Matchwinner entpuppten sich die quirligen Neuzugänge Sertan Sener und Daniel Sam, die die Tore schossen.
Die Gäste verzeichneten von der 20. Minute bis zum ersten Einschlag der Vestestädter eine starke Phase, in der vor allem Fabio Cannone durch einige finale Pässe in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr für Verwirrung sorgte.
Seine Mannschaftskameraden vermochten diese aber nicht zu nutzen.
Nach dem Seitenwechsel taten sich die Christl-Schützlinge allerdings schwer, Lücken in die nun tiefer stehende Viererkette des FCC zu reißen. Für das erste Ausrufezeichen sorgte der FC, als Reich seinen Sturmpartner Sam (16.) freispielte, dieser aber nicht genug Druck hinter den Ball brachte, so dass Keeper René Schulz parieren konnte.
Danach wurde die "Wildpark-Elf" zunehmend stärker. Mehrmals scheiterten Christian Schneider und Sebastian Preßler aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Youngster André Schneider im Tor. Die dickste Chance vergeigte der nicht zu neutralisierende Rückkehrer Marco Fleißner, dessen Nachschuss Beetz mit letztem Einsatz von der Linie kratzte.
Dann das richtungsweisende 1:0. Nach einer mustergültigen Flanke von Sener nutzte Sam (39.) die fehlende Zuordnung per Kopf eiskalt aus und traf den Widersacher mitten ins Herz. Dieser geriet zusehends ins Hintertreffen. Das änderte sich auch nicht, als Coach Christl durch die Einwechslung von Philipp Friedrich und Daniel Schmidt total auf Offensive setzte. Ganz im Gegenteil: Auf Vorarbeit von Calle Schiebel staubte Sener (81.) zum vorentscheidenden 2:0 ab, wobei er Schulz tunnelte.
Unter die Kategorie Fußballleckerbissen fiel Seners 3:0 mit einem Lupfer unter die Querlatte. Das Mönchrödener Ehrentor in der Nachspielzeit durch einen Elfmeter von Wicht nach einem überflüssigen Foul von Jeschke an Schneider war Makulatur.

Einzelkritik
FC Coburg:
André Greiner: Der kleine Keeper - ohne typische Torwartfigur - hielt in der kritischen Phase ganz groß. Danach nahezu beschäftigungslos. 1,5
Marc Schwesinger: Ließ hinten links nichts anbrennen und hielt seinem Partner Sener stets den Rücken frei. Rückte zweimal zu spät ein. 2,5
Christian Beetz: Lautstark, kompromisslos, hochmotiviert. Aber auch der neue FCC-Chef stopfte die Lücken in der ersten Hälfte nicht. Danach fehlerfrei, ohne Schnörkel. 2
Daniel Kimmel: Der junge Innenverteidiger profitiert von Routinier Beetz. Sprunggewaltig, stets fair. 2,5
André Jeschke: Der stärkste Außenverteidiger auf dem Platz, kurbelte ständig an. Muss effektiver werden. 2
Dominik Stahnke: Viel Kraft, viele Zweikämpfe, kompromisslos. Als Sechser fehlt aber die Übersicht, übersah öfters den freien Nebenmann. Hatte sein Visier zu hoch eingestellt (ab 79. Westhäuser). 3
Eric Heinze: Bester der vier Sechser auf dem Feld. Hatte das Zentrum im zweiten Durchgang im Griff, stets anspielbar und ballsicher. Aber ohne eigene Torraumszene. 1,5
Sertan Sener: Der Matchwinner. Maßflanke beim 1:0. Cool beim 2:0. Frech und mit feinem linken Füßchen beim 3:0. Mehr geht nicht. 1
Calle Schiebel:
Deutete sein Können an, aber viel Luft nach oben. Tauchte zu oft ab - Trainingsrückstand (ab 76. Leo Scheler). 3
Daniel Sam:
Als hängende Spitze stumpf. Muss dahin, wo's weh tut - der Strafraum ist sein Arbeitsplatz. 3
David Reich:
Einsatzfreudig, aber glücklos. Wurde zu selten mit eingebunden - (ab 73. Tranziska). 3,5

TSV Mönchröden:
Rene Schulz: Rettete früh gegen Sam, klebte aber beim 0:1 (Kopfball aus vier Metern) auf der Linie. Auch beim 0:2 unentschlossen: Erst raus, dann wieder zurück. 4
Manuel Butzke: Solide Partie als Linksverteidiger, mied aber die gegnerische Hälfte wie der Teufel das Weihwasser - (ab 61. Friedrich) 3
Benjamin Wanka: Als Chef in der Viererkette zweikampfstark, guter Organisator. Nach der Umstellung auf Dreierkette in der Schlussphase jedoch überfordert. 3
Frank Barthelmann: Engagiert, schlagsicher, kopfballstark. Ergriff aber zu selten die Initiative, also zu brav - (ab 76. Helvacioglu). 3,5
Sebastian Hüttner: Bekam seinen Gegner nie in Griff, nach vorne zu schwach - (ab 61. Schmidt). 4
Fabio Canonne:
Zweikampf-, laufstark, hart. Gute 1. Häfte, nach der Pause aber zu viele Pässe ins Nichts. 3
Sebastian Preßler:
Stopfte viele Löcher, vergab in seiner einzigen Offensivaktion leichtfertig das 1:0. 3
Max Weinreich:
Konnte sein wahres Leistungsvermögen wieder einmal nicht abrufen. Wirkt gehemmt. 3,5
Patrick Wicht: Der Lange steigerte sich, kann aber noch mehr. Deutete an, dass er wertvoll werden kann. 3
Christian Schneider: Als hängende Spitze mit starken Szenen im ersten Durchgang, aber dabei ohne "Killerinstinkt". Baute zunehmend ab. 3,5
Marco Fleißner: Viel unterwegs, aber Stürmer werden an Toren gemessen. Vor der Kiste mit Ladehemmungen. Muss das 1:0 bei seiner Doppel-Großchance machen. Wer weiß, wie das Derby dann läuft. 3,5

Trainerstimmen

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