Coburg
Leichtathletik

Rödentaler Christoph Franke: "Berlin war Gänsehaut pur"

Christoph Franke erlebte die Europameisterschaft live in Berlin und war mit über 60 000 Zuschauern vom besonderen Flair hellauf begeistert.
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Christoph Franke war mit seiner Frau Silivia am Wochenende im Berliner Olympiastadion und erlebte die Wettkämpfe bei den Europameisterschaften hautnah mit. Der 40-jährige Rödentaler war von der Stimmung und dem Flair in der Hauptstadt absolut begeistert: "Das war Gänsehaut pur", so der erfolgreiche Leichtathlet des LAV Neustadt. Foto: privat
Christoph Franke war mit seiner Frau Silivia am Wochenende im Berliner Olympiastadion und erlebte die Wettkämpfe bei den Europameisterschaften hautnah mit. Der 40-jährige Rödentaler war von der Stimmung und dem Flair in der Hauptstadt absolut begeistert: "Das war Gänsehaut pur", so der erfolgreiche Leichtathlet des LAV Neustadt. Foto: privat
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Die Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin übertraf viele Erwartungen. Die Zuschauer vor dem Bildschirm waren nicht nur von den Leistungen der deutschen Athleten begeistert. Einer, der die Wettkämpfe im Olympiastadion hautnah miterlebte, ist Christoph Franke. Die Tickets für den Sonntagabend bekam der Sprinter und Mittelstreckler des LAV Neustadt ganz spontan!

"Meine Frau hat am Vormittag beim Marathonlauf bei einer befreundeten Sambagruppe mitgetrommelt und die Athleten angefeuert." Als Dankeschön bekamen die Frankes die Eintrittskarten. "Toll, denn eigentlich hatten wir nur für die Abendveranstaltung am Samstag Tickets im Olympiastadion. Die 60 500 Zuschauer, die Leistung aller Athleten sowie das Stadion mit der blauen Laufbahn haben für eine unglaubliche Atmosphäre gesorgt. Gänsehaut, die ich noch bei keinem Fußballspiel erlebt habe", schwärmt der trainingsfleißige Rödentaler, der sich in der Bayerischen Puppenstadt auch in der Nachwuchsarbeit engagiert.

Auch die europäische Meile am Breitscheidplatz mit den Siegerehrungen direkt in der Innenstadt hat ihn sehr beeindruckt: "Das alles hat natürlich noch zu diesem besonderen Flair beigetragen." Der Hochsprungwettbewerb der Männer und die 4x400-Meter-Staffelwettbewerbe am Samstag sowie die 3000 Meter Hindernis der Frauen und der Stabhochsprung der Männer am Sonntag waren für Christoph Franke (40, LAV Neustadt) "absolut überragend". Sein Fazit: "Ein klasse organisiertes Event, das die Leichtathletik den Menschen wieder nähergebracht hat. In Deutschland ist so etwas nur in Berlin möglich."

Günther Brunner aus Bad Rodach (68, TS Coburg) - Weitsprungbestleistung 7,26 Meter und bayerischer Meister im internationalen Fünfkampf der Männer auf Aschenbahnen - war ebenfalls selbst in Berlin vor Ort und findet, dass die EM "eine vollauf gelungene Meisterschaft mit einer total tollen Stimmung war".
Brunner, dessen Frau Helga (geborene Richter) ebenfalls zur bayerischen Spitzenklasse gehörte, sagt: "Hier merkt man, dass ein fachkundiges und objektives Publikum anwesend war, die auch die Konkurrenz der Deutschen begeistert feierte." Aber auch wer nicht im Stadion dabei war, ist begeistert von den vielen tollen Leistungen.

Das Tageblatt hat sich bei einigen Leichtathleten in der Region umgehört. Dabei kamen Sportler zu Wort, die schon vor vielen Jahren, aber auch aktuell ganz hervorragende Zeiten und Weiten aufweisen können.
Von Gunar Kaiser (64, TS Coburg), erfolgreichster heimischer Leichtathlet, dreifacher deutscher und mehrfacher bayerischer Jugendmeister im Weitsprung und 100 Meter in der U20, erhielten wir allerdings eine überraschende Antwort: "Ich interessiere mich nicht mehr für die Leichtathletik, schaue auch nicht Fernsehen, weil mir die Leichtathletik zu professionell ist. Als Freizeitsport fahre ich Rad und gehe ins Sportstudio."

Kritisch sieht auch Gerhard Brunner aus Bad Rodach (70, TS Coburg) - deutscher Juniorenmeister mit 7,56 Meter, - so manche erbrachte Leistung: "Das Niveau lässt in einigen Bereichen zu wünschen übrig. Positiv sind jedoch die zum Teil überraschenden Titelgewinne und Platzierungen einiger Deutschen."

Ulrich Zetzmann (76, TS Coburg), einer der erfolgreichsten Coburger Sportler, meinte als ehemaliger Mittelstreckler: "Etwas enttäuschend ist für mich, dass die Deutschen in den Laufdisziplinen, wie 800, 1500, 5000 und 10 000 Meter nicht mehr das Niveau der vergangenen Jahre besitzen. Die Stimmung war prächtig und viel Freude haben mir die nicht erwarteten Erfolge der deutschen Athleten beschert."

Sebastian Buga (23, LAV Neustadt): Ich finde, dass sich das Team Deutschland super präsentiert hat und besonders in den technischen Disziplinen zeigen konnte, dass wir international zu den Top-Ländern gehören. Toll ist es, die vielen verschiedenen Charaktere der Leichtathleten zu sehen. Auch daran erkennt man, wie vielfältig diese Sportart ist. Besonders beeindruckend fand ich persönlich den Wahnsinns-Wettkampf von Arthur Abele und den Hochspringer Mateusz Przybylko."

Kurt Herbicht (TSV Staffelstein) ist Deutschlands erfolgreichster Seniorenmittel- und langstreckler. Seine Bilanz ist beeindruckend: 103 bayerische, 52 deutsche Seniorentitel, einmal sogar Weltmeister über 800 Meter, zweimal Europameister und viermal Vize-Europameister: "Auch ich bin nicht ganz zufrieden mit den Leistungen der deutschen Mittel- und Langstreckenläufer, aber sonst war es begeisternd, bei dieser herrlichen Atmosphäre vor dem Fernseher mitzufiebern."


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