Coburg
2. Handball-Bundesliga

Prakapenia rettet HSC einen Punkt

Der Neuzugang übernahm in der Schlussphase bei den Rhein Vikings viel Verantwortung und sicherte seinem Team sechs Sekunden vor Spielende noch ein 25:25.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zerreißprobe im Dress des HSC Coburg bestanden: Anton Prakapenia sicherte dem HSC mit seinem fünften Treffer noch ein Remis.  Foto: Iris Bilek
Zerreißprobe im Dress des HSC Coburg bestanden: Anton Prakapenia sicherte dem HSC mit seinem fünften Treffer noch ein Remis. Foto: Iris Bilek
+8 Bilder

Noch vor zehn Tagen zitterten die HSC-Verantwortlichen um die Spielgenehmigung ihres weißrussischen Neuzugangs Anton Prakapenia, nun hat er seinen Wert für die Coburger bereits am zweiten Spieltag der 2. Handball-Bundesliga unter Beweis gestellt. Mit einem erfolgreichen Gewaltwurf aus dem Rückraum sicherte der 30-Jährige, der die meiste Zeit den verletzten Tobias Varvne ordentlich auf der Mittelposition vertrat, den Coburgern sechs Sekunden vor Spielschluss noch ein 25:25-Remis beim HC Rhein Vikings.

Vor einer ernüchternden Kulisse von nur 450 Zuschauern im Düsseldorfer Castello hatte der HSC die Partie teilweise gut im Griff, hatte aber in der Abwehr immer wieder seine liebe Mühe mit einem kroatischen Duo der Hausherren. Rückraumakteur Ivan Milas und Kreisläufer Teo Coric verstanden sich zuweilen fast blind. Auch im Angriff lief der Ball nicht über 60 Minuten flüssig durch die Coburger Reihen. "Das waren heute zwei Mannschaften, denen es nicht um Schönheitspreise geht, sondern bei denen Beton in der Deckung angerührt wurde", sagte HSC-Trainer Jan Gorr nach der Partie. "Das was uns in der ersten Halbzeit schwergefallen ist, nämlich eine solide Deckung herzustellen, war in der zweiten Halbzeit deutlich besser, war aber auf der Gegenseite genauso." HC Rhein Vikings - HSC 2000 Coburg 25:25 (12:13)

Von Beginn an demonstrierten die Gastgeber ihre im Sommer neue gewonnene "Feuerkraft" aus dem Rückraum: Der kroatische Neuzugang Ivan Milas, den die Gäste über die gesamten 60 Minuten nicht in den Griff bekamen, brachte die Düsseldorfer mit 2:0 in Front, ehe die Coburger zweimal schön ihren Linksaußen Max Jaeger in Szene setzten (2:2, 4.). Nach einem Tempogegenstoß von Florian Billek gingen die Coburger erstmals in Führung, verpassten es aber durch einige vergebene Chancen, diese auszubauen. Insbesondere Pontus Zetterman hatte sein Visier in der ersten Halbzeit noch nicht richtig eingestellt.

In den nächsten Minuten lief die Partie stets nach dem gleichen Muster ab: Die Rhein Vikings warfen sich mit einem Tor in Front, die Coburger legten sofort den Ausgleich bis zum 8:8 (15.) hinterher. Bis zur 20. Minute gab es keinen weiteren Treffer, aber dafür eine härtere Gangart auf beiden Seiten. Coburgs Kreisläufer Marcel Timm kassierte zwei Zwei-Minuten-Strafen, bei den Gastgebern erwischte es Christian Hoße, Miladin Kozlina und Milas.

Die spielerischen Akzente setzte dann der in der ersten Halbzeit starke Billek, der den HSC erstmals mit zwei Treffern in Führung brachte (8:10, 21.). Nachdem Weber am Kreis bedient wurde und wieder Billek per Schnellangriff erfolgreich war, schienen die Coburger die Partie beim 9:12 erstmals unter Kontrolle zu haben. Doch falsch gedacht, denn nun schlichen sich in den offensiven Aktionen des HSC einige Nachlässigkeiten ein, der Düsseldorfer Torhüter Vladimir Bozic war mehrmals zur Stelle. Dem 35-jährigen Routinier hatten es die Gastgeber zu verdanken, dass sie in dieser Phase im Spiel blieben. Ärgerlich aus Coburger Sicht war der 12:13-Anschlusstreffer der Rhein Vikings eine Sekunde vor dem Halbzeitpfiff durch Kreisläufer Teo Coric.

Zetterman beweist Übersicht

Anfang der zweiten Halbzeit kam Konstantin Poltrum für Jan Kulhanek ins Coburger Tor. Aber auch der HSC-Neuzugang konnte nicht verhindern, dass Coric das erste Tor zum 13:13 erzielte. Prakapenia aus dem Rückraum und Zetterman, der sich über die rechte Seite schön im Eins-gegen-eins durchsetzte, erhöhten wieder auf 15:13 für den HSC. Doch nach einer Zeitstrafe gegen Weber nutzten die Düsseldorfer ihren Platz im Angriff perfekt aus und gingen durch das teilweise geniale Zusammenspiel des kroatisches Duos, Milas im Rückraum und Coric am Kreis, wieder mit 16:15 in Führung (39.).

Bei den Gästen bewies nun Zetterman seine Übersicht. Erst bediente er Jaeger bei Überzahl mit einem Pass quer über den Kreis, dann fand er Weber, der wieder auf 19:17 für den HSC stellte (43.). Weber war es auch, der nach einem Tempogegenstoß auf 21:18 (46.) erhöhte. Doch jetzt zeigten die Coburger Schwächen in der Deckung und ließen die Gastgeber einige Male zu leicht zum Abschluss aus dem Rückraum kommen. Die Vikings nutzten das zu vier Treffern innerhalb von nur dreieinhalb Minuten (22:22, 50.).

Beide Teams waren nun nervös und bekamen kaum mehr gelungene Offensivaktionen auf die Reihe. Wichtig waren die Paraden von HSC-Keeper Poltrum, der gegen den freien Alexander Oelze zweimal in Serie rettete. Nachdem die Gastgeber mit 24:23 in Führung gegangen waren, nahm sich Prakapenia der Chefrolle an und glich aus dem Rückraum (24:24) mit viel Kraft aus. Aus fast identischer Position schaffte er das gleiche sechs Sekunden vor Spielende nochmals - Bozic war mit den Fingerspitzen dran, konnte gegen die Wucht des Balls aber nichts ausrichten. Ein letzter verzweifelter Versuch der Düsseldorfer brachte nichts mehr ein.

HC Rhein Vikings - HSC 2000 Coburg 25:25 (12:13)

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum; Marcel Timm, Pontus Zetterman (3), Anton Prakapenia (5), Max Jaeger (3), Christoph Neuhold (1), Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß (1), Sebastian Weber (5), Florian Billek (7/3), Jakob Knauer Trainer: Jan Gorr HC Rhein Vikings: Mikkel Moldrup, Vladimir Bozic; Christian Hoße (5/3), Nils Artmann, Philipp Pöter (1), Miladin Kozlina, Niklas Weis, Bennet Johnen (3), Teo Coric (7), Ivan Milas (7), Thomas Bahn, Alexander Oelze (2), Moritz Gorgen, Tobias Midell Trainer: Ceven Klatt SR: Frederic Linker / Sascha Schmidt Spielfilm: 2:0 (3.), 2:3 (5.), 4:3 (7.), 8:8 (15.), 9:12 (22.), 12:13 - 13:15 (35.), 16:15 (39.), 18:21 (45.), 20:21 (47.),, 23:22 (55.), 24:24 (57.), 25:25

Zuschauer: 450

Siebenmeter: 3/3 - 3/3

Strafminuten: 10 (2 x Kozlina, Hoße, Pöter, Milas) - 6 (2 x Timm, Weber)

Beste Spieler: Milas, Coric - Weber, Billek



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren