Coburg
Handball

Pontus Zetterman: Der unverzichtbare Linkshänder für den HSC

Mit dosierten Einsätzen wird Pontus Zetterman, der lange an einer Schulterverletzung laborierte, wieder an das Coburger Team herangeführt - bislang mit Erfolg. Am heutigen Donnerstag testet der HSC zum ersten Mal in der HUK-Arena.
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Auf dem Weg zu alter Stärke: Coburgs Rückraumakteur Pontus Zetterman (mit Ball) Foto: René Weiß
Auf dem Weg zu alter Stärke: Coburgs Rückraumakteur Pontus Zetterman (mit Ball) Foto: René Weiß

Das kleine Experiment, wie HSC-Trainer Jan Gorr es nennt, ist geglückt: Pontus Zetterman ist nach seiner Schulterverletzung am linken Wurfarm zurück auf der Platte - und das beschwerdefrei. Der 25-jährige Schwede lief in allen drei Partien des Linden-Cups in der vergangenen Woche für die Coburger Zweitliga-Handballer auf, wenn auch noch wohldosiert. "Pontus hat die Belastung sehr gut vertragen. Ich bin optimistisch, dass es uns gelingt, ihn Schritt für Schritt weiter aufzubauen", sagt Gorr. "Natürlich hat man ihm angemerkt, dass er acht bis zehn Wochen ,raus' war, aber er hat in seiner dosierten Einsatzzeit bereits gezeigt, wie wichtig er für unser Team sein kann." Zetterman erzielte bei den Siegen über Minden (28:26) und den TV Hüttenberg (30:27) sowie bei der Niederlage gegen den Bergischen HC (27:28) insgesamt immerhin vier Treffer.

Vom Gesundheitszustand und der Formkurve des Schweden wird in der in zweieinhalb Wochen startenden Zweitliga-Saison für die Coburger einiges abhängen. Während Zetterman in der Hinserie der vergangenen Spielzeit auf der rechten Rückraumseite teilweise brillierte und auf ähnlichem Niveau wie in seiner "MVP-Saison" 2016/17 agierte, ließ er in der Rückrunde die Konstanz vermissen. Das hatte vor allem mit seiner Schulterverletzung zu tun, die sich Zetterman bereits im Februar zugezogen hatte. Trotz Schmerzen opferte sich der 25-Jährige im Aufstiegskampf bis zum 36. Spieltag für sein Team auf.

Da den zweiten Linkshänder im HSC-Kader, Jakob Knauer, bis mindestens Ende des Jahres ebenfalls eine Schulterverletzung außer Gefecht setzt, ist das Schicksal der Coburger eng mit dem Namen Zetterman verbunden. Eine weitere Verpflichtung schließt Gorr - Stand heute - aus. Die Absicherung im rechten Rückraum kommt mit Allzweckwaffe Girts Lilienfelds vielmehr aus den eigenen Reihen. "Girts ist eine Option, um das Ganze aufzufangen. Bisher hat er noch nicht mittrainiert, ab jetzt wird er aber regelmäßig beim Training dabei sein", so Gorr über den 36-jährigen Letten. Neben Zetterman ist auch dessen Rückraumkollege auf der anderen Seite, Christoph Neuhold, nach seiner Bandscheiben-OP und wenig Spielpraxis noch nicht bei 100 Prozent. Aber auch mit den Fortschritten des Österreichers zeigt sich Gorr zufrieden. Hatte der 25-Jährige in den ersten beiden Begegnungen des Linden-Cups noch ungewohnt zögerlich und "rostig" gewirkt, drückte er dem Spiel gegen Hüttenberg am Samstag bereits wieder seinen Stempel auf und traf viermal.

Eisenach: Aufsteiger mit Potenzial

Von der Form der ehemaligen Langzeitverletzten und natürlich auch der Neuzugänge Andreas Schröder und Stepan Zeman können sich die Anhänger des HSC Coburg am Donnerstagabend ab 18.30 Uhr (HUK-Arena, Einlass: 17.30 Uhr) im Testspiel gegen Aufsteiger ThSV Eisenach selbst ein Bild machen. "Die Vorfreude auf den ersten Test in Coburg ist natürlich groß. Einerseits freue ich mich, wieder das eine oder andere bekannte Gesicht zu sehen, andererseits verspricht das Spiel auch einen sportlich reizvollen Test", sagt der HSC-Coach.

Den Thüringern, die sich in der vergangenen Spielzeit mit 25 Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen souverän den Meistertitel in der 3. Liga Ost sicherten, traut Gorr auch eine Liga höher einiges zu. "Von der individuellen Qualität hat Eisenach meiner Meinung nach die Chance auf einen Mittelfeldplatz, wenngleich der Unterschied von der 3. zur 2. Liga natürlich schon sehr groß ist."

Trainerfuchs Sead Hasanefendic, der vor einer Woche seinen 71. Geburtstag feierte, befindet sich mit seinen Eisenachern mittendrin in einem personellen Umbruch, spricht von "einem komplexen Prozess".

Sieben Zugängen stehen in der Wartburgstadt sechs Abgänge gegenüber, im Gegensatz zum Drittliga-Team sei nun jede Position doppelt besetzt, so Hasanefendic. Beim hochkarätig besetzten Sparkassen-Cup in Rotenburg an der Fulda belegten die Eisenacher den siebten Platz, erkämpften sich mit dem 29:28-Erfolg im Platzierungsspiel gegen den Erstligisten Ludwigshafen immerhin einen Achtungserfolg. Nach dem heutigen Gastspiel in der Vestestadt bekommen es die Thüringer am Pokalwochenende (17./18. August) mit dem HC Erlangen übrigens mit dem nächsten fränkischen Vertreter zu tun.

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