Coburg
Basketball ProB

Play-downs mit BBC Coburg: Nur zwei Teams überleben

Der BBC Coburg kämpft ab Samstag mit Würzburg, Rhöndorf und Köln in den Play-downs um das Überleben in der ProB. Die vier Teams im Vergleich
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Fokus auf die Play-downs: BBC-Trainer Ulf Schabacker erwartet von seinen Mann vollen Einsatz. Hagen Lehmann
Fokus auf die Play-downs: BBC-Trainer Ulf Schabacker erwartet von seinen Mann vollen Einsatz. Hagen Lehmann

CoburgIm zweiten Jahr in Deutschlands dritthöchster Spielklasse hat es für den BBC Coburg wieder nur für den kleinen - und nur bedingt beliebten - Bruder gereicht. In den Play-offs kämpfen seit dem vergangenen Wochenende 16 Teams um die zwei Aufstiegsplätze für die ProA, die Vestestädter dagegen müssen sich in den Play-downs gegen den Abstieg stemmen. Eine Mission, die für den BBC in der vergangenen Spielzeit - zumindest sportlich - kein gutes Ende nahm.

Die Voraussetzungen für den Coburger Klassenerhalt sind in diesem Jahr aber andere. Aufgrund der Tatsache, dass die in der Hauptrunde erzielten Siege mit in die Abstiegsrunde genommen werden, käme der Abstieg des BBC (neun Siege) diesmal schon einer kleinen Sensation nahe. In den nächsten sechs Wochen treffen der BBC Coburg, die TG s. Oliver Würzburg, die RheinStars Köln und die Dragons Rhöndorf in Hin- und Rückspielen aufeinander, die beiden Letztplatzierten müssen am Ende den Weg in die Regionalliga antreten. Für den BBC Coburg starten die Play-downs am Samstag um 15.30 Uhr mit dem Gastspiel in Würzburg (Anmeldungen für den Fanbus noch unter fanbus@bbc-coburg.com möglich). Einen Tag vor dem Auftakt der Abstiegsrunde nimmt das Tageblatt die vier Teams unter die Lupe.

BBC Coburg 18:26 Punkte Der Coburger Saisonverlauf ist einfach zu skizzieren: Ein schwacher Start mit einem Sieg aus sechs Spielen, eine überzeugende Mittelphase (acht Siege aus elf Partien) und ein schwacher Abschluss mit fünf Niederlagen. Die jüngste Pleitenserie hatte zur Folge, dass der BBC noch vom zwischenzeitlich vierten auf den neunten Platz abrutschte. Nur ein Sieg fehlte letztlich für Play-off-Rang 8, den sich die Basketball Löwen Erfurt sicherten. Bitter: Beide Spiele gegen den thüringischen Rivalen gingen mit nur einem Pünktchen verloren.

Mit neun Siegen haben die Coburger ein ordentliches Polster auf die beiden Abstiegsplätze (Rhöndorf und Köln: 5 Siege). "Wir dürfen nicht den Fehler machen, mit der Einstellung in die Play-downs zu gehen, dass wir hier eigentlich gar nicht hingehören und nur noch ein, zwei Siege brauchen. Denn wenn der Druck des ,Siegen-Müssens' kommt, wird es gefährlich", warnt Matthias Haufer, Sportlicher Leiter beim BBC. "Wir wollen die Sache seriös angehen und bestenfalls alle sechs Spiele gewinnen."

TG Würzburg 15:28 Punkte In den Duellen zwischen Coburg und Würzburg wird es beiden Mannschaften nicht an Motivation mangeln. So waren es die Unterfranken, die dem BBC im April 2018 mit dem 90:78-Heimsieg den "sportlichen" Todesstoß aus der ProB verpassten. Auch zum Start der aktuellen Saison hatte Würzburg das Team von Trainer Ulf Schabacker (69:56) in heimischer Halle klar im Griff. Im Rückspiel dominierte dagegen Coburg das Geschehen. Ärgerlicher als die klare Niederlage (62:79) war für die Würzburger aber der nachträgliche Abzug eines Wertungspunktes. Grund: Guard Tim Eisenberger kam zum Einsatz, ohne im Spielberichtsbogen eingetragen worden zu sein.

In der Hinrunde war die TG noch auf Play-off-Kurs (fünf Siege aus zehn Spielen), doch zum Jahreswechsel hinterließ der Abgang ihres einzigen Ausländers, Dexter Sienko, eine zu große Lücke.

Der US-Center, der im Sommer auch beim BBC Coburg ein Thema war, legte mit 17,1 Punkten und 6,7 Rebounds im Schnitt Fabelzahlen auf. Sein Nachfolger auf den großen Positionen, der 31-jährige Justin Smith (12,0 Punkte, 7,2 Rebounds), der zuletzt zwei Spiele verletzungsbedingt fehlte, der 27-jährige Eisenberger (8,3 Punkte, 4,1 Assists) und der 26-jährige Flügelspieler Julian Albus (7,5 Punkte) bilden das erfahrene Gerüst der ansonsten blutjungen Mannschaft. Als zuverlässigste Offensivwaffe im eher defensiv orientierten Spiel der Unterfranken entpuppte sich nach dem Weggang von Sienko der deutsche Junioren-Nationalspieler Badu Buck (13,6 Punkte), der in der Spielzeit auch schon zweimal in Liga 1 zum Einsatz kam.

Dragons Rhöndorf 10:34 Punkte Mit dem 73:61-Heimerfolg am letzten Hauptrundenspieltag gegen Würzburg ist die Hoffnung im Rhöndorfer Lager auf den Klassenerhalt zurück. Es war erst der fünfte Saisonsieg der Rheinländer, die in der Vorsaison noch Dritter wurden. Seit stolzen 25 Jahren spielen die Dragons ununterbrochen in Deutschlands Profiligen (BBL, ProA und ProB), nun droht der Gang in die Regionalliga. Der Komplettumbruch im Sommer hinterließ seine Spuren, insbesondere in der Hinrunde musste das junge Rhöndorfer Team die eine oder andere Klatsche (z.B. 56:102 in Gießen) hinnehmen. Dabei erfüllt das Ausländerduo mit dem wohl besten Center der Liga, dem Litauer Žygimantas Riauka (16,1 Punkte, 12,2 Rebounds), und US-Aufbauspieler Kwan Waller (17,8 Punkte, 3,6 Assists) durchaus die Erwartungen, doch mangelt es schlichtweg an konstanter Unterstützung der talentierten, aber noch zu unerfahrenen deutschen Garde.

Hauptaugenmerk für den BBC dürfte darauf liegen, den 2,05-Meter-Mann Riauka aus dem Spiel zu nehmen, der nicht nur selbst hochprozentig abschließt, sondern auch ein starkes Auge für seine Mitspieler hat (3 Vorlagen pro Spiel). Würden seine Teamkollegen den Dreipunktewurf nicht so katastrophal schlecht treffen (knapp 26 Prozent Dreierquote, letzter Platz der Liga), wären es noch einige Assists mehr.

RheinStars Köln 10:34 Punkte Nachdem die Kölner im Sommer aufgrund einer fehlenden ProA-tauglichen Halle bereits den Rückzug in die ProB antreten mussten, scheint es für den Verein, der bis vor kurzem noch Bundesliga-Ambitionen hegte, noch eine Etage tiefer zu gehen. Doch ähnlich wie beim rheinischen Rivalen aus Rhöndorf könnte der 94:88-Erfolg in Ulm am letzten Spieltag neue Kräfte freisetzen. Bei den vor der Saison runderneuerten RheinStars zwickt es in dieser Spielzeit in vielen Bereichen.

Zu Beginn der Saison fehlte eine ordnende Hand im Spielaufbau. Diese wurde erst Ende Dezember mit dem slowakischem Point Guard Vladimir Nemcok gefunden, der mit 7,3 Assists pro Spiel bester Vorlagengeber der Liga ist. Häufigster Abnehmer ist Flügelspieler Tucker Haymond (22,0 Punkte pro Spiel). Der US-Amerikaner bekommt vom australischen Trainer Matt Dodson stets das grüne Licht. Über 16 Würfe nimmt Haymond pro Spiel, gegen Erfurt waren es sogar 27 Versuche (sechs Treffer). Da verwundert es nur bedingt, dass keines der 24 Teams in der ProB schlechter aus dem Feld (37,5 Prozent) trifft.

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