Dörfles-Esbach
Leichtathletik

Lohnenswerte Reise nach Andalusien

Sprinter Karl Dorschner aus Dörfles-Esbach räumt bei den Senioren-Weltmeisterschaften zweimal Silber und eine Bronzemedaille ab.
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Karl Dorschner (Nr. 2236) gibt beim Halbfinale über 200 Meter Gas. Im Endlauf landete er über diese Distanz auf Platz 4.  Fotos: privat
Karl Dorschner (Nr. 2236) gibt beim Halbfinale über 200 Meter Gas. Im Endlauf landete er über diese Distanz auf Platz 4. Fotos: privat
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Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren sind eine wahre Mammutveranstaltung: 8197 Sportler aus 101 Ländern hatten sich für die 23. Auflage der Titelkämpfe im spanischen Malaga angemeldet. Mittendrin auch Sprinter Karl Dorschner aus Dörfles-Esbach. Der 66-Jährige war einer von 614 deutschen Athleten, die sich Anfang September nach Andalusien aufmachten. Begleitet wurde der Athlet des TV 48 Coburg auf dem zweiwöchigen Trip von seiner Ehefrau Andrea. Dorschner hatte dem Großereignis bereits lange entgegengefiebert. Anfang Juli startete er mit einem eigens für die Senioren-WM eingerichteten Blog und versorgte Interessierte im Internet regelmäßig mit allerhand Informationen.

Neben einem ausführlichen Bericht kamen dabei auch die sportlichen Erfolge nicht zu kurz. Denn die Ausbeute des Sprinters kann sich mit zwei Silbermedaillen, einer Bronzemedaille, einem vierten und einem fünften Rang in seiner Altersklasse M65 durchaus sehen lassen. Mit seinen 66 Jahren gehörte Dorschner bei der WM übrigens noch lange nicht zum alten Eisen. Über 1000 Meldungen gab es in den Altersklassen 80 Jahre und älter. Zwei Teilnehmer, die Inderin Man Kaur und der Italiener Giuseppe Ottaviani, sind sogar über 100 Jahre alt.

Viele Tausende Athleten jedes Alters und jeder Nationalität kamen bei der Eröffnungsfeier in der Innenstadt zusammen. "Es war imposant. Der Kontakt zu den Menschen aus vielen Ländern war super, wir haben mit Händen und Füßen geredet und sind meist klargekommen", so Dorschner.

Für den Sprinter starteten die Titelkämpfe mit der 100-Meter-Distanz, für die 60 Teilnehmer in seiner Altersklasse gemeldet hatten. Mit Zeiten von 13,35 Sekunden im Vorlauf und 13,15 Sekunden im Zwischenlauf qualifizierte sich der Dörfleser für das Finale. "Am Abend herrschte Gegenwind, so dass von allen keine gute Zeit erreicht wurde", so Dorschner. Mit Platz 5 und einer Zeit von 13,31 Sekunden war er aber insgesamt zufrieden. Weltmeister wurde der Brite Stephen Peters in 12,56 Sekunden.

Gleich am Folgetag standen die Vorläufe für die 200 Meter an, dort bekam es Dorschner mit 41 Konkurrenten in der Klasse M65 zu tun. Als souveräner Sieger seines Vorlaufs und Zweiter des Zwischenlaufs (27,01) schaffte der 66-Jährige auch über die 200-Meter-Distanz den Einzug in den Endlauf. In diesem verpasste er die Bronzemedaille mit 27,05 Sekunden gerade mal um vier Hundertstel. Platz 1 sicherte sich wiederum Peters in 24,84 Sekunden.

Viel Zeit zum Trauern blieb aber nicht, denn zwei Tage später ging es mit den 400 Metern weiter. Nach einem klaren Sieg im Vorlauf tat sich Dorschner in seinem Halbfinallauf lange Zeit recht schwer, schaffte aber auch hier mit einer Zeit von 1:01:19 Minuten den Sprung ins Finale. Am übernächsten Tag kämpften vier US-Amerikaner, ein Brite, ein Australier, ein Italiener und ein Deutscher um den Weltmeistertitel über 400 Meter. "Es ist schon ein Gänsehaut-Feeling, wenn man vom Sprecher einzeln vorgestellt und zum Startblock geschickt wird", erinnert sich Dorschner, der auf Bahn 3 direkt neben dem Topfavoriten Peters, der neu in die Altersklasse M65 aufgerückt war, startete. Nach 250 Metern war Dorschner noch auf Tuchfühlung zum Briten, 50 Meter weiter kam ihm der Amerikaner Howard Clark auf Bahn 2 gefährlich nahe. Doch der Dörfleser konnte noch zulegen und sich den Vizeweltmeistertitel in guten 1:00:51 Minuten sichern. Die ersehnte Einzelmedaille war erreicht. Der Brite Stephen Peters machte derweil mit starken 59:09 Sekunden seinen dreifachen Sprint-Triumph perfekt.

Mit neu gewonnener Lockerheit konnte Dorschner die zwei Staffelrennen am letzten Wettkampftag angehen. Bei 25 Grad und Windstille startete Dorschner mit seinen Landsleuten Gert Brenner, Winfried Heckner und Wolfgang Ritte über 4 x 100 Meter. In 52,45 Sekunden belegte das deutsche Quartett den dritten Platz. Konkurrent Peters musste sich mit Großbritannien mit dem zweiten Rang (51,63 Sekunden) begnügen, ganz oben stand die US-Staffel (51,15 Sekunden).

Noch besser lief es für die deutsche 4x400-Meter-Staffel: Dorschner, Brenner, Anton Schreiner und Zygmunt Bogdan liefen in 4:18,44 Minuten auf Platz 2. Die Staffel aus Großbritannien konnte um zwölf Sekunden distanziert werden, gegen die US-Amerikaner (13 Sekunden Vorsprung) war dagegen kein Kraut gewachsen.

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