Coburg
Fußball

Landesliga Nordwest: Offensivspektakel im Derby

Der FC Coburg und der VfL Frohnlach liefern sich ein packendes Duell vor einer Rekordkulisse von 980 Zuschauern im Coburger Dr.Stocke-Stadion.
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Die Frohnlacher um Lukas Riedel (blaues Trikot) mussten bis zum Schlusspfiff noch um den 2:1-Sieg bangen. Fotos: Hagen Lehmann
Die Frohnlacher um Lukas Riedel (blaues Trikot) mussten bis zum Schlusspfiff noch um den 2:1-Sieg bangen. Fotos: Hagen Lehmann
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Fußballfest zwischen dem FC Coburg und dem VfL Frohnlach, aber zum Feiern war am Ende nur den Gästen zumute: Beim auf beiden Seiten heiß ersehnten Landesligaderby setzte sich der VfL knapp und auch etwas glücklich, aber letztlich nicht unverdient mit 2:1 durch. Vor der FCC-Rekordkulisse von 980 Zuschauern boten beide Teams ein wahres Offensivspektakel.

Man kann es allerdings auch andersherum sehen: In der Defensive klafften jeweils gewaltige Löcher, die den beiderseits schnellen Spitzen große Räume verschafften. Besonders FCC-Trainer Lars Scheler war deswegen mächtig angefressen: "Von unserer Defensivleistung bin ich wirklich negativ überrascht!"

FC Coburg - VfL Frohnlach 1:2 (0:1)

Tatsächlich war das Spiel - gerade in Halbzeit eins - gespickt mit hochkarätigen Chancen: Rene Knie hatte nach Flanke von Marlon Schad aus fünf Metern per Volley die Führung für die Vestekicker auf dem Fuß (5.). Auf der anderen Seite tauchten der von Coburg einfach nicht zu kontrollierende Daniel Oppel und der Ex-FCCler Kevin Kleylein frei vor Oleks Churilov auf (9. und 11.). Dann strich Daniel Kimmels Direktabnahme nach Schad-Ecke um Zentimeter am langen Pfosten vorbei (16.).

Den ersten Wirkungstreffer setzten die Gäste: Solo Oppel, Querpass auf Knipser Kevin Hartmann, der unbedrängt zum 0:1 einschob (19.). Aber Coburg kam mit Macht zurück: Drei Großchancen - Kopfball Daniel Alles (21.), Lattenkracher Yannick Teuchert (24.) und Flachschuss Marlon Schad (26.) - blieben ungenutzt, ehe Adrian Guhling per Handelfmeter zum Ausgleich traf (33.).

Damit war der Sturm und Drang der Vestekicker aber erst einmal vorbei. Vielmehr luden sie mit haarsträubenden Fehlern Frohnlach förmlich zur erneuten Führung ein, aber Oppel verstolperte zweimal.

Özdemir schlägt zu

Wenige Minuten nach Wiederanpfiff war es jedoch soweit: Wieder dribbelte Oppel durch drei FCCler, seinen Querpass verwertete diesmal der enorm ballsichere Tayfun Özdemir (52.). Coburg schien nun angezählt und kam erst nach längerer Erholungsphase durch Fabian Carl wieder zu Torgelegenheiten (65. und 73.).

Die Gäste hingegen verlegten sich nun völlig aufs Verteidigen und wären in der Schlussphase dafür beinahe bestraft worden. Aber Alles konnte das Zuspiel von Davide Dilauro nicht verwerten (85.). Der aufgerückte Keeper Oleksandr Churilov scheiterte aus kurzer Distanz per Kopf nach einer Ecke genauso an VfL-Torwart Jonas Hempfling wie gleich darauf Ricardo König (90.).

Damit warten die Vestekicker auch nach drei Spielen auf eigenem Geläuf auf den ersten Dreier und sind nun wieder einen Punkt hinter Frohnlach zurückgefallen. Frohnlachs Trainer Bastian Renk war zufrieden, er sah seine Elf vor allem wegen der Chancen in Halbzeit eins als verdienten Sieger an: "Auch wenn wir am Ende ganz schön schwimmen. Es war eine gute, kämpferische Leistung, für die wir uns mit dem Dreier belohnt haben."

FCC-Coach Scheler fand es "Wahnsinn, dass wir nur zwei Tore bekommen haben, wobei wir selbst mehrere machen können. Das war heute nicht gut genug, wir haben zu viele Fehler gemacht." Er konstatierte zudem, für einen neutralen Zuschauer sei das Spiel gut anzusehen gewesen - was für ihn natürlich kein Trost sei. Ebenso wenig wie der Umstand, dass seine blutjunge Mannschaft gegen die ausgebufften Gäste absolut auf Augenhöhe war. Feiern konnte nach Abpfiff nur Frohnlach.

FC Coburg: Churilov - Kimmel, Heinze (ab 82. Dilauro), Knie, König, Schad (ab 60. Carl), Kolb, Alles, Weinreich, Guhling, Y. Teuchert (ab 82. L. Teuchert). VfL Frohnlach: Hempfling - Simtici, T. Özdemir, Oppel (ab 80. W. Rebhan), Hartmann, T. Rebhan, Lauerbach, Kleylein (ab 87. Scheler), Schneider, Riedel, Pflaum. Tore: 0:1 Hartmann (19.), 1:1 Guhling (33./HE), 1:2 T. Özdemir (52.).

Gelbe Karten: Alles, Guhling, Teuchert / Simitci, T. Özdemir, Hartmann, Lauerbach.

Schiedsrichter: Thomas Gscheidl

Zuschauer: 980

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