Witzmannsberg
Tennis

Krawietz vergibt vier Satzbälle in Antalya

Der Witzmannsberger hatte im Tiebreak des ersten Satz bereits mit 6:2 gegen den favorisierten Spanier Pablo Carreno Busta geführt, musste sich aber am Ende im Achtelfinale der Antalya Open noch mit 6:7, 4:6 geschlagen geben.
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Kevin Krawietz hatte im Achtelfinale des Rasenturniers in Antalya bei heißen Temperaturen alles aus sich herausgeholt, musste zwischenzeitlich sogar am Unterarm behandelt werden, verlor letztlich trotzdem in zwei Sätzen gegen den Spanier Pablo Carreno Busta.  Foto: Archiv
Kevin Krawietz hatte im Achtelfinale des Rasenturniers in Antalya bei heißen Temperaturen alles aus sich herausgeholt, musste zwischenzeitlich sogar am Unterarm behandelt werden, verlor letztlich trotzdem in zwei Sätzen gegen den Spanier Pablo Carreno Busta. Foto: Archiv

Wie schnell sich das Momentum in einem Tennismatch drehen kann, musste Kevin Krawietz am Mittwochnachmittag im Achtelfinale der Antalya Open schmerzvoll erfahren. Im Tiebreak des ersten Satzes gegen den hohen Favoriten Pablo Carreno Busta aus Spanien (Weltrangliste: 59) spielte sich der Witzmannsberger kurzzeitig in einen Rausch.

Krawietz attackierte sogar bei Rückschlag erfolgreich am Netz und brachte sich mit zwei Minibreaks mit 5:2 in Front. Als sein nächster Aufschlag genau auf der Linie landete und unerreichbar für den Spanier gewesen war, fehlte Krawietz nur noch ein Punkt zum Satzgewinn. Doch dieser sollte dem 27-jährigen Franken nicht gelingen.

Carreno Busta mit starkem Finish

Beim Zwischenstand von 6:4 lieferten sich die beiden gleichaltrigen Konkurrenten die längste Rallye mit fast 30 Berührungen, dann traf Krawietz nur mit dem Rahmen. Der Witzmannsberger spielte auch nach drei vergebenen Satzbällen weiter auf Risiko und attackierte am Netz, leistete sich aber leichte Fehler. Nach sechs Punkten in Folge entschied Carreno Busta den bereits verloren geglaubten ersten Satz noch für sich. Krawietz biss sich bei tropischen Temperaturen in der Nähe der türkischen Metropole Antalya auch im zweiten Satz durch und hatte den zweiten Tiebreak bereits vor Augen, ehe dem Spanier im 22. und letztem Spiel des Matches das erste Break gelang. So musste sich Krawietz letztlich nach einem intensiven Schlagabtausch mit 6:7 (6:8), 4:6 geschlagen geben.

Carreno Busta trifft nun im Viertelfinale des Turniers der Kategorie ATP World Tour 250 auf den Australier Bernard Tomic, der seinerseits Krawietzs Landsmann Peter Gojowczyk mit 7:6 (7:3), 6:3 ausschaltete. Für den Witzmannsberger geht es direkt nach London, wo er und sein Doppelpartner Andreas Mies (Köln) in der nächsten Woche wieder im Doppel angreifen werden.

"Ich werde mich nach vorne stürzen und schauen, wie er passiert": Der Matchplan des Witzmannsbergers ging im ersten Satz fast komplett auf. Das war insofern bemerkenswert, da es das erste Zweitrunden-Match für Krawietz im Einzel bei einem ATP-Tour-Event überhaupt war.

Beide Akteure schlugen im ersten Satz extrem stark auf: Krawietz mit etwas mehr Wucht (fünf Asse), Carreno Busta mit etwas mehr Genauigkeit. Probleme ihr Service durchzubringen, hatten beide nur in ihrem dritten Aufschlagspiel. Krawietz gestattete seinem Kontrahenten beim Stand von 2:2 zwei Breakbälle, behielt aber schließlich die Nerven. Auch Carreno Busta brachte seinen darauffolgenden Aufschlag nach zwischenzeitlichem Einstand noch durch. Eine Breakchance hatte Krawietz im ersten Satz nicht, dafür gelangen ihm im Tiebreak drei Minibreaks - letztendlich ohne Belohnung.

Behandlungspause für Krawietz

Der unglücklich verlorene erste Satz hinterließ Spuren beim Franken. Sein Spiel wirkte etwas fahriger, die ersten Aufschläge servierte er nicht mehr so hochprozentig ins Feld, dadurch verlor sein Serve-and-Volley-Spiel an Effektivität. Trotzdem schaffte Krawietz es immer wieder, sein Service zu halten und hatte beim Stand von 1:1 sogar zwei (seine einzigen) Breakbälle - ohne jedoch einen zu nutzen.

Beim 2:3-Zwischenstand musste sich Krawietz sogar für einige Minuten am rechten Unterarm medizinisch behandeln lassen. Obwohl sichtlich angeschlagen, kämpfte sich der 27-Jährige weiter tapfer durch und wehrte bis zum 4:5 alle sieben Breakbälle des Spaniers ab. Den achten und zugleich zweiten Matchball verwandelte Carreno Busta dann allerdings nach knapp eineinhalb Stunden zum Sieg und Viertelfinaleinzug.

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