Witzmannsberg
Tennis

Können Mies und Krawietz das Jahr krönen?

Premiere und Jahresabschluss zugleich: Der Witzmannsberger und der Kölner spielen erstmals für das deutsche Davis-Cup-Team. Mit Argentinien wartet am Mittwoch einer der Favoriten.
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Sind nach ihrem Vorrunden-Aus bei den ATP Finals in der Doppel-Weltrangliste leicht gefallen: Kevin Krawietz (rechts) rangiert nun auf Rang 9 (vorher 7), Andreas Mies auf 11 (8).  Foto: AFP
Sind nach ihrem Vorrunden-Aus bei den ATP Finals in der Doppel-Weltrangliste leicht gefallen: Kevin Krawietz (rechts) rangiert nun auf Rang 9 (vorher 7), Andreas Mies auf 11 (8). Foto: AFP

Die europäische Hauptstadttour von Kevin Krawietz und Andreas Mies im November geht weiter: Nach den Paris Masters und den ATP Finals in London sind der Witzmannsberger und der Kölner mittlerweile in Madrid angekommen.

Am Samstagmittag ging der Flieger von der Insel in die spanische Hauptstadt - zwei Tage früher als gewünscht. Krawietz und Mies verpassten bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft in London den erhofften Sprung in das Halbfinale. Nach dem begeisternden Auftaktsieg gegen Horia Tecau und Jean-Julien Rojer bewiesen die Deutschen zwar auch in den zwei weiteren Partien, dass sie mit jedem Doppel der Welt mithalten können, verpassten aber in den entscheidenden Momenten die Big Points. "Die beiden haben ein Match gewonnen - in einer toughen Gruppe. Sie haben sicherlich eine Riesenerfahrung mitgenommen. Vielleicht haben sie sich ihre Top-Matches und auch ihr Spielglück aufbehalten für den Davis Cup", sagte der Teamchef des Deutschen Tennis Bunds (DTB), Michael Kohlmann, gegenüber dem Portal tennisnet.com.

Ob dem so sein wird, wird man bereits am Mittwoch sehen. Das deutsche Team trifft in seinen zwei Gruppenspielen der reformierten Davis-Cup-Endrunde auf Argentinien (Mittwoch) und Chile (Donnerstag, beide Paarungen live ab 11 Uhr beim Streamingdienst DAZN). "Unser primäres Ziel ist es, die Gruppenphase zu überstehen", sagt Krawietz. "Argentinien ist ein schweres Los, gegen das Doppel Guido Pella/Diego Schwartzmann ist es schwierig, zu punkten. Aber wir werden alles geben." Die Argentinier gewannen 2016 den Davis Cup und stehen aktuell auf Weltranglistenplatz 3. Pella (Einzel: Position 25, Doppel: Position 58) und Schwartzmann (14, 40) gehören zu den wenigen Spielern auf der Tour, die sowohl im Einzel als auch im Doppel Weltklasse verkörpern. Das unterstrichen sie am Dienstag gegen Chile mit zwei glatten Zwei-Satz-Siegen im Einzel.

Mit einem weiteren Sieg über Deutschland wäre Argentinien als Gruppenerster bereits sicher für das Viertelfinale qualifiziert, das DTB-Team könnte als einer der besten Gruppenzweiten aber ebenfalls noch weiterkommen. "Wir haben ein gutes Team und die richtige Mischung aus erfahrenen Spielern wie Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff sowie Neulingen wie Dominik Koepfer, Andi und mir", erklärt Krawietz. "Das erste Mal für Deutschland spielen zu dürfen, ist natürlich eine große Ehre. Früher habe ich mit Spielern wie Boris Becker, Michael Stich oder Michael Kohlmann mitgefiebert und jetzt bin ich selbst Teil des Teams. Das ist schon sehr cool."

Während der 29-jährige Struff im Einzel gesetzt ist und Deutschlands etatmäßige Nummer 1, Alexander Zverev, ersetzen wird, wird er im Doppel diesmal nicht zum Einsatz kommen. DTB-Teamchef Kohlmann entschied sich für Krawietz/Mies und gegen das Duo Struff und Tim Pütz, das immerhin die letzten vier Doppelspiele im Davis Cup für sich entschied. Eine Konkurrenzsituation, die aber kein böses Blut erzeugt: "Eine gewisse Konkurrenz belebt ja das Geschäft. Nach unserem Jahr haben wir, finde ich, diese Chance verdient. Wir respektieren Struffi und Tim aber sehr und gehen auch regelmäßig miteinander essen, da ist alles gut", so Krawietz.

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