Grub am Forst
Fussball-Kreisliga Coburg

Königreich für einen "Knipser"

Neuling TSV Grub am Forst leidet - wie so viele Kreisliga-Teams - unter Ladehemmungen.
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Da hatte selbst der gute Coburger Torwart Daniel Shabestari, der in der kommenden Saison zwischen den Pfosten beim SV Ketschendorf stehen wird, das Nachsehen. Der Kopfball von Großgarnstadts Kapitän David Schmitt (links) schlägt unhaltbar ein. "Knipser" sind in der Kreisliga derzeit sehr gefragt. Foto: Hagen Lehmann
Da hatte selbst der gute Coburger Torwart Daniel Shabestari, der in der kommenden Saison zwischen den Pfosten beim SV Ketschendorf stehen wird, das Nachsehen. Der Kopfball von Großgarnstadts Kapitän David Schmitt (links) schlägt unhaltbar ein. "Knipser" sind in der Kreisliga derzeit sehr gefragt. Foto: Hagen Lehmann

80 Prozent in der Fußball-Kreisliga sind gespielt. Die entscheidenden Wochen kommen jetzt, und noch ist nichts entschieden. Ausrutscher gibt es immer wieder. Bestes Beispiel war zuletzt das 2:2 der TSG Niederfüllbach im Derby vor stattlicher Kulisse gegen den TSV Grub. Der Kampf um Platz 2 ist völlig offen, und vielleicht geht auch im Titelrennen noch etwas für die Ketschendorfer Verfolger Großgarnstadt und Niederfüllbach. Mindestens ebenso spannend ist die Frage nach den Absteigern.

"Noch haben wir alles selbst in der Hand!" Oliver Bernhardt, Coach des TSV Grub am Forst, war nach dem überraschenden Punktgewinn in Niederfüllbach erfreut. Seine Jungs zeigten beim 2:2 die richtigen Tugenden im Abstiegskampf: Leidenschaft, Kampfgeist und viel Moral. "Wir haben zweimal ausgeglichen und hatten dann auch mal das nötige Glück", ordnet der Übungsleiter das unerwartete Erfolgserlebnis ein. Allerdings ist die Tabellensituation für den Aufsteiger als andere als rosig.

Wenn am Freitag im Nachholspiel Heilgersdorf gegen Einberg punktet, rutschen die "Blau-Weißen" nämlich auf einen direkten Abstiegsplatz. "Wir könnten durchaus einige Punkte mehr auf dem Konto haben, aber wir lassen zu oft gute Chancen liegen", erklärt der Ex-Stürmer und schiebt nach: "Uns fehlt einfach ein klassischer Knipser, den du nachts um drei Uhr weckst und der die Dinger dann einfach versenkt."

Diese fehlende Kaltschnäuzigkeit schlägt sich auch statistisch nieder, denn mit nur 30 Toren in 24 Spielen stellen die Gruber den zweitschwächsten Angriff. Schwach ist auch die Heimbilanz, denn sieben Zähler aus zwölf Partien ist katastrophal. "Wir haben weder den Platzwart zu den Vorjahren gewechselt noch auf einem anderen Rasen trainiert." Bernhardt fehlen nicht die Worte, sondern Lösungsansätze. "Vielleicht ist der Druck in der Kreisliga einfach höher", kommentiert er die mangelnde Durchschlagskraft. Auf Dominik Bohlein muss er auf der Zielgeraden verzichten, denn dieser steigt nach seiner Verletzung erst im Sommer wieder ein. Insgesamt sieht Bernhardt seine junge Elf aber auf dem richtigen Weg: "Spielerisch sind wir oft auf Augenhöhe."

Stürmer haben Ladehemmung

Mit dem Toreschießen war es letzte Woche so eine Sache, oder eben keine Sache. Gleich neun Mannschaften blieben ohne Treffer. Drei Spiele endeten torlos. Im Saisonfinale versagen also dem einen oder anderen die Nerven. Unbeeindruckt von all dem zeigt sich nur Simon Fischer, der mit einem Dreierpack sein Torkonto auf 29 erhöhte und am Sonntag gegen den TSV Grub nachlegen will.

Die Lage in der Kreisliga

Spitzenreiter Ketschendorf strauchelte zuletzt und will nun gegen formstarke Eberner wieder in die Spur finden. Verfolger Großgarnstadt ist zu Hause eine Macht und gewann da elf seiner 13 Spiele. Am Sonntag ist der Tabellenzweite allerdings in Einberg zu Gast, und die "Rothosen" wollen ihre Serie von fünf Spielen ohne Niederlage erst am Freitag in Heilgersdorf und dann am Sonntag ausbauen. Der dritte Aufstiegskandidat aus Niederfüllbach gastiert bei den abstiegsbedrohten Heilgersdorfern, die weiter schmerzhaft Tobias Schramm vermissen. Der Torjäger fiebert aber mit: "Wir haben nur noch Endspiele und sind leider von anderen abhängig, aber am Wochenende könnten wir uns mit sechs Punkten Luft verschaffen!"

Nach drei Siegen und zuletzt einem Remis will der SV Bosporus mit einem Dreier gegen Schlusslicht Wüstenahorn vorzeitig einen Haken an die Saison machen und den sicheren Klassenerhalt feiern. Beim Duell zwischen dem FC Coburg II und Heldritt geht es um den Saisonausklang, während der Verlierer des Duells Krecktal gegen Türkgücü Neustadt wieder um den Ligaverbleib bangen muss.

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