Coburg
Fussball-Bezirksliga West

Kantersieg reicht FC Coburg nicht

Die Vestekicker bestätigen ihre gute Form beim 7:0 gegen Lettenreuth, müssen aber in die Aufstiegsrelegation, da Eintracht Bamberg Bosporus abfertigt.
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Sertan Sener (links) und seine Coburger Teamkollegen spielten die Gäste aus Lettenreuth, hier Johannes Kraus, das eine oder andere Mal schwindelig.  Foto: Hagen Lehmann
Sertan Sener (links) und seine Coburger Teamkollegen spielten die Gäste aus Lettenreuth, hier Johannes Kraus, das eine oder andere Mal schwindelig. Foto: Hagen Lehmann
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Mit einem 7:0-Kantersieg gegen die völlig überforderte SpVgg Lettenreuth hat der FC Coburg am letzten Spieltag der Punkterunde in der Bezirksliga West seine Hausaufgaben mit Bravour erledigt. Da sich gleichzeitig der FC Eintracht Bamberg gegen den SV Bosporus Coburg keine Blöße gab, müssen die Schützlinge von Coach Matthias Christl in der Endabrechnung mit Platz 2 vorliebnehmen und gehen in die Aufstiegsrelegation. In dieser treffen die Vestekicker in der ersten Runde (Hinspiel am Donnerstag) auf den FSV Bayreuth.

Die Lettenreuther rutschten durch diese deftige Niederlage auf einen Abstiegsrelegationsrang ab und sind nun gefordert, Unheil in Form des Absturzes in die Kreisliga abzuwenden. Mit der auf der Dr.-Stocke-Anlage gezeigten Leistung dürfte dies allerdings schwer werden. Ebenfalls in die Relegation muss der TSV Meeder nach der deutlichen 1:5-Niederlage in Schammelsdorf. Dabei war der Spielverlauf deutlich enger als es das Resultat aussagt, aber der TSV vergab eine Reihe von hochkarätigen Torchancen. Deutlich ruhiger ließen es der FC Mitwitz und der TSV Mönchröden angehen. TSV-Angreifer Niklas Ehrlich entschied die Partie mit seinem frühen Treffer.

FC Coburg -
SpVgg Lettenreuth 7:0 (3:0)

"Wir haben unsere Kräfte gut gebündelt und den Spielfluss über die gesamten 90 Minuten aufrechterhalten. Es war mir wichtig, unser abschließendes Pflichtspiel nicht ausplätschern zu lassen, um den Schwung in die kommenden Qualifikationsbegegnungen mitzunehmen. Das zeugt von Charakter", lautete das Pauschallob von Matthias Christl an sein Team.

Lange Gesichter gab es dagegen bei den auswärtsschwachen Gästen, die in jeglicher Hinsicht überfordert waren. Sie konnten sich ausschließlich bei ihrem reaktionsschnellen Keeper Venthan Surenthiran bedanken, dass sich nicht zweistellig unter die Räder kamen. "Es gibt trotz des Kunstrasens, der uns überhaupt nicht liegt, nichts zu beschönigen. Nach dem 0:3-Rückstand haben wir uns aufgegeben. Wir müssen uns ganz gehörig steigern, wenn wir die Klasse erhalten wollen", kritisierte SpVgg-Spielleiter Reinhold Wagner seine Truppe.

Von Beginn an kombinierten die Hausherren nach Belieben und praktizierten Einbahnstraßenfußball. Die Gäste bekamen keinerlei Zugriff auf ihre Gegenspieler. Bereits in der dritten Minute sorgte der nicht zu bremsende Lukas Mosert nach einer Ballstafette über Fabian Carl und Daniel Sam aus kurzer Distanz für die 1:0-Führung. Gegen die präzisen Pässe der Vestestädter in die Tiefe und ihr Ganzfeld-Pressing war kein Kraut gewachsen. Fast im Minutentakt stand das Gehäuse von Surenthiran unter Dauerbeschuss. Insgesamt viermal trug sich Mosert, für den 33 Saisontreffer zu Buche stehen, in die Scorerliste ein. Je einmal waren Daniel Kimmel, Ertan Sener und Sam per Elfmeter erfolgreich. Dreimal visierte der FCC Aluminium an.

Nur sporadisch setzte sich Lettenreuth offensiv in Szene. Nach einem unbeabsichtigten, aber zu Recht geahndeten Handspiel von Luis Heinze parierte Heimtorwart Oleksandr Churilov den fälligen Strafstoß von Daniel Fischer. In der Schlussminute strich ein Kopfball von Rick Hillebrand über die Querlatte.

FC Eintracht Bamberg -
SV Bosporus Coburg 10:0 (5:0)

Nach dem 1:1 gegen die Ebensfelder in der Vorwoche war dem Tabellenführer, dem der FC Coburg im Nacken saß, in der Anfangsphase Nervosität anzumerken. Etliche Pässe kamen nicht an. Die Bamberger waren zwar klar feldüberlegen, kamen zunächst aber nicht zum Abschluss.
Als in der 13. Minute Marc Reischmann nach Vorarbeit von Gabriel Jessen das 1:0 erzielte, und zehn Minuten später abermals Reischmann nach einer Ecke per Kopf das 2:0 nachlegte, war der Knoten geplatzt. Die Mannschaft von Trainer Michael Hutzler dominierte fortan nach Belieben und ließ bis zur Pause drei weitere Treffer durch Lukas Schmittschmitt (34.), Kapitän Maximilian Großmann (35.) und Christos Makrigiannis folgen.
Die Coburger kamen auch in der zweiten Hälfte kaum einmal zu Entlastungsangriffen und waren stets in der Abwehr gebunden. Makrigiannis (52./62.), Großmann (57.) und Jessen (60.) stellten das Ergebnis binnen einer guten Viertelstunde auf 9:0. Nachdem der Coburger Torwart Mohamed Gasmi verletzt vom Feld musste, agierten die Gäste in der letzten halben Stunde in Unterzahl, da sie ihre Wechselmöglichkeiten bereits ausgeschöpft hatten.
Die Bamberger schalteten jedoch zwei Gänge zurück. Beim einzigen Konter der Coburger vergab Adrian Dürr in der 77. Minute die Chance auf den Ehrentreffer. Vier Minuten vor Spielende erzielte Schmittschmitt den 10:0-Endstand.

TSV Schammelsdorf -
TSV Meeder 5:1 (4:1)
In den Anfangsminuten merkte man, wer die Punkt unbedingt benötigt. Die Gäste aus Meeder gingen aggressiv zu Werke, der TSV Schammelsdorf dagegen wirkte etwas schläfrig. Die optischen Verhältnisse schlugen sich auch schnell im Spielstand nieder.
In der 7. Minute konnte Heimtorhüter Matthias Schneider einen scharf getretenen Freistoß nur abklatschen, parierte zwar den Nachschuss mit dem Fuß, aber gegen den zweiten Abstauber des Meederers Niclas Steiner war er schließlich machtlos. Meeder drückte weiter, wurde aber in der 13. Minute klassisch ausgekontert. Adrian Naskowski erlief einen Steilpass, seine Flanke legte Jan Völkl zurück auf Carlo Schmitt, der zum 1:1 ausglich. Nun waren auch die Hausherren im Spiel und erzielten 120 Sekunden später das 2:1 durch Lukas Witterauf.
Es folgten Chancen auf beiden Seiten, wobei jedoch nur Schammelsdorf erfolgreich war. Nach gut einer halben Stunde erzielten die Gastgeber das 3:1 durch Robin Herbst, der am kurzen Pfosten eine Freistoßflanke von Michael Pitzer verwertete. Zwischendurch rettete Schammelsdorfs Keeper Schneider vor dem durchgebrochenen Johannes Bohl. Im direkten Gegenzug erhöhte Schammelsdorf durch Pascal Herbst auf 4:1 (45.).
Gleich nach dem Wechsel machte erneut Torhüter Schneider zwei hochkarätige Möglichkeiten der Gäste zunichte. Die Gäste hatten genug Chancen, um wieder heranzukommen, aber ließen allesamt ungenutzt. Sogar ein Elfmeter landete nur am Pfosten. Den Schlusspunkt für die Schammelsdorfer setzte Herbst in der 90. Minute mit seinem 20. Saisontreffer zum 5:1.

FC Mitwitz -
TSV Mönchröden 0:1 (0:0)

Vor dem Spiel wurde der langjährige Kapitän des FC Mitwitz, Mario Totzauer, gebührend verabschiedet. "Totzi", der in mehr als 20 Jahren 750 Spiele für die Steinachtaler bestritt und dabei 120 Tore erzielte, beendete mit diesem Spiel seine lange Karriere in der ersten Mannschaft.
Beide Teams waren froh, dass die lange und strapaziöse Saison ein Ende fand und spielten auch entsprechend. Sie wollten sich gegenseitig nicht weh tun und so entwickelte sich eine Partie ohne Emotionen und Höhepunkte. Bereits in der neunten Minute fiel das Tor des Tages. Ein Steilpass segelte Richtung Mitwitzer Strafraum. Ein FCM-Abwehrspieler zog vorsichtshalber den Kopf ein und so stand der schnelle Niklas Ehrlich allein vor Torwart Jan Winterstein und verwandelte gekonnt.
Bis zur Pause hatte der TSV einige Möglichkeiten zum Ausbau der Führung, jedoch scheiterte der auffälligste Gästespieler Marc Werner zwei Mal am gut parierenden Winterstein.
In Hälfte 2 plätscherte das Spiel vor sich hin. Beide Kontrahenten versuchten zwar, ein bisschen Fußball zu spielen, agierten aber viel zu drucklos um gefährliche Situationen herauszuarbeiten. Während sich auf der gut besuchten Zuschauertribüne schon Langeweile breit machte, hatte Lukas Fröba nach schöner Vorarbeit von Christoph Müller in der 90. Minute den Ausgleich auf dem Schlappen. Er schaufelte jedoch die Kugel, frei vor Torwart Knoch über das Gehäuse, was irgendwie zum Spiel passte.
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