Coburg
Handball

HSC Coburg zeigt drei starke Halbzeiten beim Spielothek-Cup

Der HSC 2000 Coburg wird beim Spielothek-Cup in Lübbecke und Minden Zweiter. Die Gorr-Schützlinge besiegen im Halbfinale Minden, schwächeln nur in den ersten 30 Minuten des Finals gegen TuS N-Lübbecke.
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Der HSC 2000 Coburg um Neuzugang Andreas Schröder verpasste den Turniersieg beim Spielothek-Cup in Minden und Lübbecke knapp.  Foto: René Weiß
Der HSC 2000 Coburg um Neuzugang Andreas Schröder verpasste den Turniersieg beim Spielothek-Cup in Minden und Lübbecke knapp. Foto: René Weiß

Eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel haben die Coburger Zweitliga-Handballer beim Spielothek-Cup in Lübbecke und Minden einen insgesamt guten Eindruck hinterlassen. Nach dem 23:20-Halbfinalerfolg gegen GWD Minden am Samstag verlor der HSC 2000 das Finale am Sonntag gegen den Ligakonkurrenten TuS N-Lübbecke nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit knapp mit 24:25.

"Wir können durchaus ein positives Fazit von dem Wochenende ziehen. Wir haben wertvolle Erkenntnisse sammeln können und haben - mit Ausnahme der ersten Halbzeit am Sonntag - gute Spielleistungen gesehen", sagte Jan Gorr nach dem verlorenen Endspiel am Sonntagabend in Minden.

Halbfinale

GWD Minden - HSC 2000 Coburg 20:23 (8:10)

Mit einer konzentrierten Leistung über 60 Minuten gelang dem HSC Coburg in Lübbecke der zweite Sieg gegen den Erstligisten innerhalb von nur zehn Tagen. Die Ostwestfalen gingen mit 1:0 in Front, ehe die Coburger fünf Tore erzielten. Die Mindener fanden offensiv zunächst überhaupt keinen Rhythmus und scheiterten im Minutentakt am glänzend aufgelegten HSC-Torhüter Jan Kulhanek, der 44 Prozent aller Bälle, die auf sein Gehäuse kamen, parierte.

Für seine Angriffsleistung in der ersten Hälfte hob Gorr nach der Partie Felix Sproß heraus, der mit seiner Geschwindigkeit im Eins-gegen-Eins immer wieder Lücken für seinen eigenen Abschluss und seine Mitspieler riss. Mitte der ersten Hälfte kamen die Mindener etwas besser mit der Coburger Deckung zurecht und erzielten nach 24 Minuten den 8:8-Ausgleich - es sollte allerdings der letzte bleiben. Coburg ging mit einer Zwei-Tore-Führung (8:10) in die zweiten 30 Minuten und legte da sogar noch einen Zahn zu. Die gut arbeitende HSC-Abwehr provozierte Fehler des Erstligisten und war der Schlüssel für erstmals fünf Tore Vorsprung (11:16, 40.). "Die Abwehrleistung in Verbindung mit Jan Kulhanek, der 15 gehaltene Bälle zu verzeichnen hatte, ist besonders herauszuheben", sagt Gorr. "Im Vergleich zum Eisenach-Spiel war das sehr, sehr gut und für uns ein wichtiger Schritt, um zu sehen, dass wir in der Lage sind, auf dem hohen Niveau zu verteidigen."

Als das ansonsten sehr disziplinierte Coburger Angriffsspiel zwischenzeitlich etwas hakte, war Christoph Neuhold mit seiner individuellen Klasse zur Stelle und sorgte mit vier Toren dafür, dass der Sieg und Finaleinzug der Vestestädter nicht mehr ernsthaft in Gefahr geriet. Ganz und gar nicht zufrieden war Mindens Trainer Frank Carstens nach der 20:23-Pleite seiner Mannschaft: "Das war eine ernüchternde Vorstellung im Angriff. Uns hat die Disziplin gefehlt. Daran müssen wir jetzt arbeiten, damit wir in die gute Spur der letzten Wochen zurückfinden."

GWD Minden: Christensen, Semisch - Rambo (4), Ritterbach (3), Savvas (3/1), Pusica (3), Michalczik (3/1), Gulliksen (2), Richtzenhain (1), Meister (1), Korte, Strakeljahn, Knorr, Staar, Molz / HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Poltrum - Billek (6/4), Jaeger (6), Neuhold (4), Schröder (2), Zeman (2), Sproß (2), Lilienfelds (1), Preller, Weber, Timm, Zetterman.

Finale

HSC 2000 Coburg - TuS N-Lübbecke 24:25 (10:16)

Von der hervorragenden Defensivarbeit vom Vortag war auf Coburger Seite gegen den Zweitliga-Rivalen Nettelstedt-Lübbecke, der sich am Samstag mit 21:19 gegen den Erstligisten SC DHfK Leipzig durchgesetzt hatte, in den ersten 30 Minuten des Endspiels nicht mehr viel zu sehen. "Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit nicht so richtig Zugriff gefunden, Nettelstedt hat das hervorragend ausgespielt und hat uns wirklich auch Grenzen aufgezeigt", so Gorr. "Wenn wir erfolgreich spielen wollen, dürfen wir uns künftig nicht eine solch lange Anlaufzeit gönnen."

Die Ostwestfalen begannen furios und warfen sich eine 7:1-Führung heraus, ehe die Coburger etwas besser in die Partie fanden und auf vier Tore verkürzten (5:9). Doch der Tabellensiebte der Vorsaison machte offensiv weiter Dampf und setzte vor allem Rechtsaußen Peter Strosack (acht Tore) immer wieder schön in Szene. Nach sechs Toren Rückstand zur Pause zeigte der HSC im zweiten Durchgang ein komplett anderes Gesicht. "Positiv war, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit Moral und Charakter gezeigt hat, die Ärmel hochgekrempelt und sich Stück für Stück wieder ins Spiel zurückgearbeitet hat", sagt Gorr. Zwischenzeitlich war Coburg auf zwei Tore herangekommen (19:21), kurz vor Schluss sogar auf einen Treffer (24:25), doch TuS schaukelte die Partie schließlich nach Hause und freute sich über den neunten Titel bei der 30. Auflage des Spielo-Cups.

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Poltrum - Jaeger (7/2), Neuhold (3), Sproß (2), Weber (2), Billek (2/2), Timm (2), Zetterman (2), Zeman (2), Schröder (1), Lilienfelds (1), Preller / TuS N-Lübbecke: Tatai, Gerloff - Strosack (8), Becvar (3), Genz (3), Walczak (3), Gierak (2), Bagaric (2), Spohn (2), Schade (1), Orlowski (1), Mundus, Lengauer.

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