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Coburg
Handball

HSC Coburg gibt Sieg in Gummersbach noch aus der Hand

Die Coburger zeigen lange Zeit eine reife Vorstellung beim VfL Gummersbach, bringen sich aber in den letzten Minuten durch unnötige Zeitstrafen selbst in die Bredouille und müssen beim 24:24 mit einem Punkt leben.
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Tat seinem ehemaligen Klub vor allem in der ersten Halbzeit richtig weh: Coburgs Linksaußen Max Jaeger erzielte vier Treffer.  Foto: Iris Bilek
Tat seinem ehemaligen Klub vor allem in der ersten Halbzeit richtig weh: Coburgs Linksaußen Max Jaeger erzielte vier Treffer. Foto: Iris Bilek

Der HSC 2000 Coburg war beim VfL Gummersbach am Dienstagabend im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga über weite Strecken die klar bessere Mannschaft. Doch mit unnötigen Zeitstrafen schwächten sich die Coburger in der Schlussphase selbst und mussten nach der Schlusssirene sogar noch froh sein, nach einer Vier-Tore-Führung beim 24:24 wenigstens einen Zähler mitgenommen zu haben.

Verlorener oder gewonnener Punkt für den HSC im Kampf um den Aufstieg?"Wenn man aus Gummersbach mit einem Punkt nach Hause fährt, muss man eigentlich mit einem Zähler zufrieden sein", sagte HSC-Trainer Jan Gorr. "Betrachtet man das Spiel vorher, wie toll wir das kontrolliert haben, ist es extrem schade, dass es ,nur' ein Punkt ist."

2. Bundesliga

VfL Gummersbach - HSC Coburg 24:24 (10:12)

Unter den Augen der 1978er-Weltmeister Joachim Deckarm und Heiner Brand eröffnete Max Jaeger den Torreigen für die Coburger mit zwei sehenswerten Treffern von der Außenposition. Trotzdem lief sein Team erst einmal einem Rückstand hinter.

Die erste Überzahl nutzte der HSC mit durchdachten Spielzügen, um das Blatt zu wenden und nun selbst vorzulegen. Als die Coburger mit einem freien Ball und einem Strafwurf scheiterten, ging es wieder in die andere Richtung. Der HSC tat sich gegen die immer wieder offensiv vortretende Abwehr des VfL schwer, fand kaum ein Durchkommen.

Zudem hatte Filip Ivic im Tor des VfL nach einer knappen Viertelstunde bereits genauso viele Paraden gezeigt wie während des gesamten Hinspiels. Doch danach lag es eher an der Zielungenauigkeit der Coburger, dass nicht mehr viele Treffer fielen - und am guten Gummersbacher Block.

Gummersbach mit "Alupech"

Beide Teams zeigten eine sehr variable Spielanlage, die es dem Gegner schwer machte, sich darauf einzustellen. Nach dem 7:8 übertrafen sich beide Kontrahenten mit dem Auslassen guter Chancen. Beim VfL vergab Janko Bozovic aus dem Rückraum, Florian Billek scheiterte für den HSC mit seinem zweiten Strafwurf, zuvor frei vom Kreis. Über vier Minuten hatte die torlose Phase gedauert, ehe die Gastgeber zum Ausgleich kamen.

Aber der HSC konterte, ging erstmals mit zwei Toren in Führung. Lukas Wucherpfennig setzte den Ball frei von außen zwar zunächst an den Pfosten, traf dann aber im zweiten Versuch. Trotz der Nachlässigkeiten zuvor setzte sich Coburg etwas überraschend mit drei Toren ab (9:12). Das lag auch daran, dass Gummersbach bis zum Seitenwechsel viel Pech mit vier Aluminiumtreffern hatte. Schon zur Pause war ersichtlich, dass wohl das Team als Sieger die Schwalbe-Arena verlassen würde, dass weniger Fehler macht.

Erneut war es Jaeger, der nach dem Seitenwechsel als erster Coburger einnetzte und so dafür sorgte, dass sein Team die Führung behielt. Sehenswert war wenig später eine Aktion von Zeman am Kreis, der stark bedrängt am Kreis den Ball mit einer Hand fing und ins Tor traf. Nur eine Minute später ließ er den nächsten Treffer zur erneuten Drei-Tore-Führung folgen. Auch in der Abwehr erwies er sich als Bollwerk, dahinter wurde auch Torwart Jan Kulhanek immer mehr zum Faktor. Nach einer Auszeit von Heimtrainer Torge Greve erhöhten die Gäste den Vorsprung zunächst auf vier Tore, leisteten sich dann aber wieder leichte Fehler zur "Unzeit". Die Gummersbacher verkürzten den Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit wieder auf zwei Treffer (18:20).

Zeitstrafen tun Coburg weh

Mit einer doppelten Zeitstrafe ging Coburg in die "Crunchtime". Nach zwei Minuten gegen Jaeger kassierte kurz danach Zeman eine unnötige Strafe, weil er den Anwurfkreis nach einem eigenen Treffer durchquerte. Diese Zeitstrafe war noch lange nicht abgelaufen, als Schröder einen Wechselfehler fabrizierte. Die Folgen waren über fünf Minuten Unterzahlspiel der Coburger, über weite Strecken sogar Vier-gegen-Sechs. Das verursachte einen Bruch im bis dahin abgeklärten Spiel des HSC. "Nach einem tadellosen Auftritt, was Deckung, Torwart und das überlegte Spiel im Positionsangriff anbelangt, hat uns eine Zeitstrafenflut erwischt. Die haben wir uns größtenteils selbst zuzuschreiben. Da haben wir uns nicht klug verhalten", ärgerte sich Gorr. Diese Nachlässigkeiten nutzen die Gastgeber, die nun frenetisch angefeuert wurden, um Treffer für Treffer heranzukommen. Kulhanek mit einer Parade und ein verwandelter Strafwurf von Wucherpfennig brachten zunächst etwas Befreiung (22:24).

Hatte Gummersbach vor der Pause mit Alutreffern Pech, hatten sie nun Glück, da die Abpraller bei ihnen landeten. Diese nutzten sie, machten den Rückstand wett und bestraften die Coburger fast noch gänzlich. Das Remis muss als klarer Punktverlust für den HSC gewertet werden, auch wenn es erst der zweite Punktverlust des VfL in eigener Halle war.

HSC-Geschäftsführer Michael Häfner resümierte: "Bis zur 54. Minute haben wir eine überragende Leistung gezeigt, uns dann durch die Zeitstrafen aus dem Konzept bringen lassen. Am Ende können wir froh sein, dass es noch Unentschieden ausgegangen ist. Wir können aber erhobenen Hauptes nach Hause fahren."

Die Statistik

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Poltrum - Jaeger (4), Wucherpfennig (4/2), Spross, Kelm, Weber, Billek (1), Knauer, Zetterman (2), Varvne (5), Zeman (4), Schröder, Neuhold (4)

VfL Gummersbach: Ivic, Puhle - Schröter (1), Fanger, Dayan (1), Blohme (6/2), Kontrec, Sommer, Weck (2), Herzig (1), Meinhardt (2), Villgrattner (1), Stüber, Becker (6), Bozovic (4), Busch.

Schiedsrichter: Immel / Klein Spielfilm: 1:0 (2.), 2:3 (6.), 3:4 (7.), 4:4 (8.), 4:5 (9.), 6:5 (12.), 6:6 (14.), 7:8 (19.), 8:8 (23.), 8:10 (24.), 9:12 (29.), 10:12 - 11:12 (33.), 12:14 (35.), 13:14 (36.), 13:16 (38.), 14:17 (40.), 15:18 (42.), 15:19 (45.), 18:20 (49.), 18:22 (50.), 19:23 (52.), 22:23 (55.), 22:24 (58.), 24:24.

Zuschauer: 3378

Siebenmeter: 2/3 (Sommer an die Latte) - 2/4 (Billek scheitert 2x an Ivic)

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