Coburg
Fußball-Landesliga Nordwest

Guhling erlöst die Vestekicker

Mit einem "Hammer" schießt der Mittelfeldspieler den FC Coburg gegen Favorit FT Schweinfurt auf die Siegerstraße.
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Sertan Sener (orangefarbene Schuhe) will den Ball ins lange Eck schlenzen, findet in Schweinfurts Keeper Mai aber seinen Meister. Trotzdem gewann der FC Coburg die Partie verdient mit 2:0.  Foto: Hagen Lehmannf
Sertan Sener (orangefarbene Schuhe) will den Ball ins lange Eck schlenzen, findet in Schweinfurts Keeper Mai aber seinen Meister. Trotzdem gewann der FC Coburg die Partie verdient mit 2:0. Foto: Hagen Lehmannf

In seinem sechsten Pflichtspiel unter der Regie von Interimscoach Frederic Martin hat der FC Coburg gegen die Freien Turner Schweinfurt mit einem verdienten 2:0-Erfolg den seit Wochen herbeigesehnten Befreiungsschlag gelandet. Es war in der neunten Begegnung vor heimischer Kulisse erst der zweite Dreierpack, der frenetisch gefeiert wurde.

Die auf Rang fünf rangierenden Unterfranken, die mit der vorzüglichen Auswärtsbilanz von fünf Siegen, zwei Unentschieden und nur zwei Niederlagen angereist waren, blieben diesmal unter ihren Möglichkeiten, obwohl sie alles versuchten, um Unheil abzuwenden.

Landesliga Nordwest

FC Coburg - FT Schweinfurt 2:0 (0:0)

Der FCC-Übungsleiter hatte nach dem unglücklichen 1:2 in Fuchsstadt hoch gepokert. Mit Lars Teuchert, Adrian Guhling und dem reaktivierten Daniel Sam sorgte er in der Anfangsformation für drei Veränderungen. Sein 3-5-2-System war wesentlich offensiver ausgerichtet als jemals zuvor in dieser Saison.

Das daraus resultierende Ganzfeldpressing stellte die Gäste von Beginn an vor Probleme. Sie schafften es nicht, ihre raumgreifenden Offensivattacken wie gewohnt zu inszenieren.

Mehrere Faktoren zeichneten dafür verantwortlich, dass das Pendel nach 95 hart umkämpften Minuten zugunsten der Hausherren ausschlug. Großen Anteil daran besaß die funktionierende Dreierkette mit Daniel Kimmel und Lars Teuchert auf den Außenverteidigerpositionen und Gökhan Sener im Zentrum. Stark verbessert präsentierte sich die gut aufeinander abgestimmte Mittelfeldachse, die sich nach häufigen Balleroberungen praktisch keine Ausrutscher leistete. Wirkungsvoll in Szene gesetzt wurden dadurch die beiden Spitzen Sertan Sener und Daniel Sam, die unermüdlich rackerten und die FT-Defensive unter Druck setzten.

Die Vestekicker ergriffen sofort die Initiative. Für den ersten Aufreger sorgte Ricardo König mit einer Flanke, die am Querbalken des gegnerischen Gehäuses entlangtanzte (13.). In der Folgezeit verfehlte Kapitän Sener sein Ziel bei ansatzlosen Abschlüssen zweimal ganz knapp, einmal fand er aus spitzem Winkel in Torhüter Simon Mai seinen Meister. Kurz vor dem Seitenwechsel mussten die Martin-Schützlinge im eigenen Strafraum nach einem Kopfball von Tyrell Walton und einem Flachschuss von Popp gemeinschaftlich Schwerstarbeit verrichten.

Nach dem Seitenwechsel drängte die Heimelf auf die Führung. Nach einem Risikospiel der Kugellagerstädter roch Sam den Braten, steuerte allein auf Mai zu, der aber den Winkel geschickt verkürzte und abwehrte.

Als sich die Truppe von Trainer Adrian Gahn wieder durch einige vielversprechende Aktionen in Szene setzte, durchkreuzte Adrian Guhling (68.) ihren Vorwärtsdrang. Auf der linken Außenbahn schüttelte er einen Gegenspieler ab und hämmerte das Leder mit einem Sonntagsschuss zur 1:0-Führung unhaltbar in den Winkel des langen Ecks. Eric Heinze hätte nachlegen können, doch sein Schlenzer über Mai strich über die Latte.

In der Schlussoffensive der Gastmannschaft behielten Keeper Oleksandr Churilov und seine Vorderleute die Übersicht, ehe Fabian Carl in der Nachspielzeit einen blitzsauberen Konter eiskalt zum erlösenden 2:0-Endstand abschloss.

Trainerstimmen

"Endlich ist der Knoten geplatzt. Ich muss meinem Team ein Kompliment machen, das sich unter der Woche trotz unserer trostlosen Tabellensituation gequält und heute Vollgas gegeben hat. Jeder einschließlich der Einwechselspieler hat seine Aufgabe 100-prozentig erfüllt. Es war ein erster, aber ganz wichtiger Schritt nach vorn, dem weitere folgen müssen", bekannte Heimcoach Martin.

Ein Lob für den Sieger hatte auch sein Gegenüber Gahn parat. "Coburg war motiviert bis in die Haarspitzen und hat ein tolles Spiel auf hohem Niveau abgeliefert", meinte er. In seinen drei bis zur Winterpause verbleibenden Prüfungen beim FC Geesdorf sowie in den Nachbarderbys gegen den FC Lichtenfels und beim VfL Frohnlach muss der FC Coburg nachlegen, um seinen Aufbruch zu neuen Ufern fortzusetzen.

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