Coburg
Fussball-Landesliga Nordwest

Geesdorfer Torjäger Held überrumpelt indisponierte Coburger viermal

Mit einer 0:4-Heimpleite gegen den FC Geesdorf hat sich der FC Coburg am 3. Spieltag der Fußball-Landesliga Nordwest einen Start nach Maß vermasselt.
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Ein Bild mit Symbolcharakter: Coburgs Verteidiger Dennis Kolb (rechts) kommt gegen Vincent Held einen Schritt zu spät. Wenige Sekunden später erzielt der Geesdorfer Torjäger das 1:0 für sein Team.  Foto: Lisa Hümmer
Ein Bild mit Symbolcharakter: Coburgs Verteidiger Dennis Kolb (rechts) kommt gegen Vincent Held einen Schritt zu spät. Wenige Sekunden später erzielt der Geesdorfer Torjäger das 1:0 für sein Team. Foto: Lisa Hümmer

Mit einer peinliche 0:4-Heimpleite gegen den FC Geesdorf hat sich der FC Coburg am 3. Spieltag der Fußball-Landesliga Nordwest einen Start nach Maß vermasselt. Angesichts des Fehlens einiger Stammspieler aus privaten Gründen in dieser richtungsweisenden Begegnung sollte intern Tacheles geredet werden, um nicht wieder wie im Vorjahr trotz beachtlichen Potenzials in Existenznot zu geraten. FC Coburg - FC Geesdorf 0:4 (0:4)

Die Gäste aus dem weniger als 400 Einwohner zählenden Wiesentheider Gemeindeteil nutzten die Gunst der Stunde gegen einen indisponierten Widersacher, der sich nach dem Anpfiff noch im Tiefschlaf befand und bis zur sechsten Minute zweimal eiskalt ausgekontert wurde.

Danach hatten die Unterfranken leichtes Spiel und durften ihre auch in dieser Höhe verdiente 4:0-Pausenführung bei nur bedingter Gegenwehr wie in einem Trainingsspiel mühelos verwalten.

Die Gründe für das Waterloo der Vestekicker sind vielschichtig. Neben mehreren Verletzten und Verhinderten musste nach dem Warmlaufen auch noch Yannick Teuchert wegen einer Darmgrippe passen, so dass die Viererkette ohne ihn und Daniel Alles nur einer Notlösung gleichkam. Alle Dämme brachen, als mit Gökhan Sener der Katalysator im defensiven Mittelfeld in der 27. Minute mit einer Knöchelverletzung ausschied. Die nur mit unerfahrenen Akteuren besetzte Ersatzbank bot keine Alternativen.

Offensichtlich wurde auch die Warnung von Experten vor dem kongenialen Geesdorfer Offensivduo Jannik Feidel und Vincent Held nicht richtig ernst genommen. Der 23-jährige Spielertrainer Feidel fütterte seinen Stoßstürmer, der bereits in den ersten beiden Partien viermal eingelocht hatte, mit Traumpässen, so dass sich dieser passend zu seinen Namen, tatsächlich wie ein "Hero" auszutoben vermochte.

Coburgs Coach Lars Scheler skizzierte das Geschehen wie folgt: "Wir hatten personell viel zu verkraften. Das hat man von Beginn an gemerkt. Allerdings waren wir nicht bereit zu kämpfen und legten ein schlechtes Zweikampfverhalten an den Tag. Dadurch ist unsere ganze mannschaftliche Statik zusammengebrochen. Wie der vierfache gegnerische Torschütze zweimal den Ball in unser Tor gechippt hat, war absolute Klasse. Das muss ich neidlos anerkennen."

Wie einst Lothar Emmerich

Den ersten Geniestreich von "Phantom" Held ermöglichte das zu zögerliche Eingreifen der Innenverteidiger Jannik Schmidt und Dennis Kolb. Gegen den folgenden Lupfer zum 0:1 hatte FCC-Keeper Oleksandr Churilov (3.) keine Chance. Das 0:2 des trickreichen Ausnahmetalents (6.) ging ein Flügelwechsel über 50 Meter voraus.

Held steuerte fast an der Torauslinie in den Strafraum und schlenzte das Leder wie einst der Dortmunder Lothar Emmerich bei der Weltmeisterschaft 1966 gegen Spanien über Churilov zum 0:2 ins lange Eck. Ein "flinkes Füßchen" bewies der Torjäger (29.) beim 0:3 mit der Direktabnahme eines steilen Anspiels von Jannik Feidel in die Schnittstelle der Deckung.

Simon Weglein war mit einem Querpass der Vorbereiter des 0:4 per Abstauber. (37.). "Die Führung spielte uns natürlich in die Karten. Danach kontrollierten wir die Partie durch schnelles Umschaltspiel und mit langen Bällen", so das Fazit des siegreichen Trainers.

Für die Hausherren ergaben sich in den ersten 45 Minuten nur drei vage Torchancen. Adrian Guhling scheiterte nach einem gewonnenen Zweikampf an Torwart Dominik Holzmann. Jannik Schmidt und Sener verfehlten ihr Ziel jeweils knapp.

In der Folgezeit war die Luft heraus. Erst die Schlussphase sorgte für einige Aufreger. Der von Lukas Riedelbauch bediente Henrik Guhling fand bei einem Schuss aus 20 Metern in Holzmann seinen Meister. Auf der Gegenseite rettete Churilov mit starken Reflexen gegen Weglein und Held.

Vor dem Nachbarderby am kommenden Samstag beim noch ohne jeglichen Punktgewinn am Tabellenende rangierenden FC Lichtenfels lautete die Lehre von Coach Scheler: "Wenn wir nicht an Biss und Zweikampfverhalten zulegen, werden wir in den nächsten Wochen brutale Schmerzen bekommen."

FC Coburg: Churilov - L. Teuchert (81. L. Pietsch), Schmidt, Kolb, Weinreich, G. Sener (27. Riedelbauch), E. Heinze, Schad, S. Sener, A. Guhling, König (63. H. Guhling) / FC Geesdorf: Holzmann - Konrad, Kober (46. Rößner), Weglein, Fischer (72. Beuerlein), Staudt, Held, Mbala (70. Fuß), Lehrmann, J. Feidel, F. Feidel / SR: Benjamin Wagner (Kirchehrenbach) / Zuschauer: 120 / Tore: 0:1 Held (3.), 0:2 Held (6.), 0:3 Held (29.), 0:4 Held (37.) / Gelbe Karten: Schmidt /F. Feidel

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