Coburg
Basketball ProB

Ein Ruhepol für den BBC Coburg

Mit Flügelspieler Daniel Krause stößt ein routinierter Akteur zu den Coburgern. Der Dreierspezialist absolviert eine Ausbildung bei der Bundespolizei.
Artikel drucken Artikel einbetten
Daniel Krause hat eine klare Vorstellung davon, wie er dem BBC Coburg in der anstehenden Runde der ProB helfen will: "Ich möchte meine Erfahrung einbringen und auch in Drucksituationen Ruhe ausstrahlen." Ambitionen, die bei den Verantwortlichen des ProB-Ligisten gut ankommen dürften, denn es waren exakt diese Eigenschaften, die dem oft noch reichlich "grünen" Aufsteiger in seiner Premierensaison in Deutschlands dritthöchster Spielklasse regelmäßig abgingen.

Der Erfahrungsschatz, aus dem der 29-jährige "Swingman" für die Positionen 2 und 3 schöpfen kann, ist beträchtlich: Seit acht Jahren ist der gebürtige Niedersachse im professionellen Basketball unterwegs und hat dabei allen leistungsorientierten Ligen des Landes einen Besuch abgestattet.


Mit Bundesliga-Erfahrung

Richtig los ging es nach den Lehrjahren beim Heimatverein Artland Dragons und einem Highschool-Aufenthalt in Kansas im Jahr 2010 mit dem Wechsel zum damaligen ProB-Aufsteiger Rasta Vechta. "Bei den Drachen hatte ich damals keine echte Chance, in der Erstligamannschaft Fuß zu fassen, also habe ich mich für den Schritt nach Vechta entschieden." Eine Entscheidung, die der ehemalige Jugendfußballer nicht bereuen sollte: Bereits in seiner zweiten Saison feierten die "Rastaner" den Aufstieg in die ProA, 2013 folgte der Durchmarsch in die Beletage.

Obwohl sich der Flügelspieler am Ende sogar in die feste Bundesliga-Rotation hineinspielte, folgte im Sommer 2014 der Wechsel in die ProA zu den Kirchheim Knights. Ein Jahr später ging es weiter nach Dresden, wo Krause als Teamkollege von BBC-Center Max von der Wippel zunächst den Aufstieg in die ProA und anschließend den sofortigen Wiederabstieg miterlebte. "Beide Erfahrungen sind wichtig für die eigene Entwicklung als Spieler", möchte der Dreierspezialist weder die Höhen noch die Tiefen missen. Als es in Dresden ("eine wunderschöne Stadt") am Ende der Saison 2016/2017 nach Trainerwechsel und zahlreichen Nachverpflichtungen ein wenig unübersichtlich wird, lässt sich Krause zu den Licher BasketBären in die ProB verleihen. Dort überzeugt er sowohl statistisch mit knapp 11 Punkten pro Partie und starken 37 Prozent von außen, als auch in seiner Funktion als ruhender Pol im letztlich erfolgreichen Abstiegskampf.


Kontaktaufnahme im Sommer 17

Im Sommer 2017 trifft sich der weitgereiste Niedersachse mit den Verantwortlichen des BBC Coburg. "Wir hätten ihn schon damals sehr gerne verpflichtet", erinnert sich Matthias Haufer, Sportlicher Leiter bei den Oberfranken, an angenehme Gespräche. "Es lag nicht an fehlendem Interesse meinerseits", betont Krause und erläutert: "Ich hatte mich bei der Bundespolizei in Bamberg beworben und mir war angeraten worden, im ersten Ausbildungsjahr den Zeitaufwand im Sport in Grenzen zu halten."

Aus diesem Grund heuerte der gelernte Augenoptiker bei den Longhorns Herzogenaurach in der 1. Regionalliga Südost an - und glänzte sofort: Mit 14,8 Punkten pro Begegnung und überdurchschnittlichen Wurfquoten (48 Prozent Zweier, 35 Prozent Dreier, 85 Prozent Freiwürfe) trug er maßgeblich zum Klassenerhalt der Mittelfranken bei. "Gerade zum Saisonende hin wurde die Doppelbelastung mehr zur Routine und meine Leistungen immer besser."

Grund genug, die erneute Coburger Kontaktaufnahme in diesem Frühsommer positiv zu bescheiden: "Ich vertrete die Meinung, dass man so hoch wie möglich spielen sollte, solange man noch entsprechend fit ist. Außerdem ist Coburg einfach eine spannende Situation mit toller Fanunterstützung, einer hervorragenden Halle und ambitionierten Verantwortlichen. Vieles erinnert mich an Vechta."

Für eben erwähnte Verantwortliche ist es zu verschmerzen, dass Krause aufgrund von Polizeiverpflichtungen vermutlich die eine oder andere Partie verpassen wird. "Das geht natürlich vor. Dennoch merken wir bereits bei den ersten Einheiten, dass Daniel eine gewisse Qualität mitbringt, die uns guttun wird", freut sich Trainer Ulf Schabacker über den Transfer des - Stand jetzt - ältesten Spielers im BBC-Kader. "Irgendwann musste es ja so kommen", sieht Krause sein Alter auch als Verpflichtung: "Ich habe früher die Veteranen immer mit Fragen gelöchert und mir Tipps geholt. Es versteht sich von selbst, dass ich den Jüngeren jetzt auch helfe, wo ich kann."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren