Witzmannsberg
Tennis

Ein Montag der besonderen Sorte für Kevin Krawietz

Für den Witzmannsberger Tennisprofi Kevin Krawietz sind an einem Tag zwei große Träume in Erfüllung gegangen: Der Sprung unter die besten zehn Doppelspieler der Welt und die Berufung in die deutsche Nationalmannschaft.
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Mit einer Deutschlandfahne im Gepäck feierten Kevin Krawietz (rechts) und Andreas Mies im Juni ihren French-Open-Triumph in einer langen Pariser Nacht. Mitte November treten beide erstmals für das deutsche Davis-Cup-Team in Madrid an.  Foto: privat
Mit einer Deutschlandfahne im Gepäck feierten Kevin Krawietz (rechts) und Andreas Mies im Juni ihren French-Open-Triumph in einer langen Pariser Nacht. Mitte November treten beide erstmals für das deutsche Davis-Cup-Team in Madrid an. Foto: privat

Nur zwei Tage nach dem großen Triumph bei den French Open, der Kevin Krawietz Mitte Juni auf Weltranglisten-Position 21 katapultierte, hatte der Witzmannsberger Tennisprofi bereits sein nächstes Ziel vor Augen. "Die Top 10 sind mein Ziel", sagte der 27-Jährige damals gegenüber dem Tageblatt. Vier Monate später hat er dieses erreicht. Nach dem Turniersieg bei den European Open in Antwerpen mit Partner Andreas Mies wird Krawietz seit Montag erstmals unter den zehn besten Doppelspielern der Welt gelistet. Es sollte nicht die letzte frohe Kunde des Tages für den Witzmannsberger bleiben.

Was viele Experten bereits vermutet hatten, wurde am Montagabend offiziell vom Deutschen Tennis Bund bestätigt. Teamchef Michael Kohlmann hat Krawietz und Mies erstmals für das deutsche Davis-Cup-Team nominiert. Gemeinsam mit den Einzelspielern Jan-Lennard Struff, Philipp Kohlschreiber und Dominik Koepfer, der ebenfalls zum ersten Mal dabei ist, wollen sie im November beim Davis-Cup-Finalturnier in Madrid für Furore sorgen. "Sicherlich ist es etwas Besonderes, mit drei Neulingen zu den Finals zu fahren. Aber es zeigt, dass jeder die Chance hat, ins Team zu kommen", so Kohlmann.

Härtefall für Teamchef Kohlmann

Für den Teamchef war besonders die Nominierung des Doppels eine schwierige Entscheidung, schließlich hat Deutschland mit Tim Pütz und Jan-Lennard Struff ein weiteres Duo mit Weltklasse-Format. "Die einen haben eine überragende Saison gespielt mit dem Grand-Slam-Sieg in Paris und dem Halbfinale bei den US Open, dazu jetzt auch noch zwei ATP-Titel", sagte Kohlmann gegenüber tennisnet.com. "Tim Pütz andererseits hat vier Mal im Davis Cup gespielt. Und vier Mal gewonnen. Da kann man diese Entscheidung nicht an einer Sache festmachen." Letztlich spielte auch die Tatsache, dass Struff bereits im Einzel im Einsatz sei und nur rund 20 Minuten Pause zur Doppelrunde gehabt hätte, eine Rolle, so Kohlmann.

Für die Senkrechtstarter Krawietz und Mies wird der Davis Cup (18. bis 24. November) nicht der einzige Höhepunkt im Herbst bleiben. Eine Woche vorher finden die ATP-Finals in London statt, wo neben den besten acht Einzelspielern auch die besten acht Doppelpaarungen den inoffiziellen Weltmeistertitel ausspielen. Krawietz und Mies haben ihr Ticket zwar noch nicht offiziell gelöst, können aber als aktuell Drittplatzierte nur noch mit viel Theorie aus den Top 8 verdrängt werden.

Ein Wiedersehen mit Bekannten

Perfekt machen kann das fränkisch-rheinische Duo seinen London-Trip bereits in diesen Tagen in Basel. Bei den "Swiss Indoors", dem drittgrößten Tennis-Hallenturnier der Welt, greifen "Kramies" am Mittwoch ins Geschehen ein. Im ATP-Turnier der Kategorie "World Tour 500" treffen die an Position 3 gesetzten Deutschen voraussichtlich ab 13 Uhr auf dem Center Court auf Jeremy Chardy (Doppel-Weltrangliste: Position 33) und Fabrice Martin (32). Die Erinnerungen an die Franzosen könnten für Krawietz und Mies nicht besser sein, stand man sich doch zuletzt im Finale der French Open gegenüber.

Die Finalrunde des Davis Cup in Madrid vom 18. bis 24. November 2019

Modus 18 Länder haben sich für die Finalrunde des Davis Cup in Madrid (18. bis 24. November) qualifiziert. In drei Hallen (Hartplatz) wird eine Vorrunde in sechs Dreiergruppen gespielt. Die Gruppensieger sowie die zwei besten Gruppenzweiten erreichen das Viertelfinale. Ab diesem Zeitpunkt werden alle Paarungen im K.-o.-Modus ausgetragen.

Gruppenphase Das deutsche Davis-Cup-Team trifft in Gruppe C auf Argentinien (Bilanz: 2 Siege, 7 Niederlagen) und Chile (noch keine Partien). Kader Deutschland: Jan-Lennard Struff (Einzel-Weltrangliste: 41), Philipp Kohlschreiber (Einzel: 79), Dominik Koepfer (Einzel: 86), Kevin Krawietz (Doppel: 10), Andreas Mies (Doppel: 12) Argentinien: Diego Schwartzmann (Einzel: 15), Guido Pella (Einzel: 20), Leonardo Mayer (Doppel: 62), Horacio Zeballos (Doppel: 3) Chile: Cristian Garin (Einzel: 38), Nicolas Jarry (Einzel: 77), Alejandro Tabilo (Einzel: 216), Marcelo Barrios (Einzel: 323), Hans Podlipnik-Castillo (Doppel: 115)

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