Coburg
Volleyball

Die VSG Coburg/Grub rüstet mächtig auf

Fünf Neuzugänge stehen beim Erstliga-Neuling bereits fest. Darunter mit Merten Krüger auch ein deutscher Nationalspieler.
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Nein, Ex-Fußballstar Ailton wird nicht als neuer Steller bei der VSG Coburg/Grub aufschlagen. Aber ein netter Plausch am Rande des Samba-Festival war möglich und gerne hat sich der Brasilianer schon einmal ins VSG-Team integriert (von links): Johannes Engel, Sven Kellermann, Ailton,Merten Krüger, Paul Lohrisch und Martin Kellermann. Fotos: Frank Heumann
Nein, Ex-Fußballstar Ailton wird nicht als neuer Steller bei der VSG Coburg/Grub aufschlagen. Aber ein netter Plausch am Rande des Samba-Festival war möglich und gerne hat sich der Brasilianer schon einmal ins VSG-Team integriert (von links): Johannes Engel, Sven Kellermann, Ailton,Merten Krüger, Paul Lohrisch und Martin Kellermann. Fotos: Frank Heumann
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Welche Welle bewegt sich da wie ein Tsunami auf die Organisations-Crew der VSG Coburg/Grub zu? Teammanager Michael Dehler sowie der neue Geschäftsführer der GmbH, Torsten Spiller, gibt es keine Verschnaufpausen.
Die Vorbereitungen und vor allem die Zusammenstellung eines schlagkräftigen Erstliga-Kaders für die am Mittwoch, 16. Oktober beginnende Premieren-Saison in Deutschlands Eliteliga laufen auf Hochtouren. Und das mit großem Erfolg, denn die VSG hat hochkarätige Neuzugänge verpflichtet.
Der Bundesliga-Manager hat sich durch endlose Lizenzschleifen quälen müssen. Die Sichtung neuer Spieler gemeinsam mit Trainer Milan Maric, nahm äußerst viel Zeit in Anspruch. Dieser Prozess hält derzeit immer noch an und setzt bis in den August fort. Doch Michael Dehler kann bereits heute erstklassige Spieler präsentieren:

Fünf Topspieler sind schon sicher
Adam Kocian vom Volleyball-Internat Frankfurt, Kevin Foyer startete bisher für USC Konstanz, Paul Lohrisch begann seine Karriere als Volleyballer beim Berliner TSC, der Serbe Nikola Paluga vom TV Bühl und natürlich Merten Krüger, der 1,95 Meter große Zuspiel. Der 23-Jährige ist deutscher Nationalspieler.
Torsten Spiller, Volleyball-Experte aus Grub, nun als Geschäftsführer kompetent mit Fachwissen aller Ligen ausgestattet, hatte die Gründung der VSG Coburg/Grub GmbH - gemeinsam mit Michael Dehler - in Angriff genommen.
Exakt zu dem von der Deutschen Volleyball-Liga geforderten Zeitpunkt entstand also aus dem Verein heraus die GmbH, die nun im Handelsregister eingetragen ist.

Auch schmerzhafte Abgänge
Von Anfang an war bekannt, dass Lukas Gudas sich wieder nach Litauen orientiert. Der sprunggewaltige Mittelangreifer steht nicht mehr zur Verfügung. Gilles Braas, der luxemburgische Steller mit zahlreicher Anhängerschaar kann auch nicht mehr für die VSG spielen. Für die 1. Bundesliga sein Studium aufzugeben, wäre für ihn sicher eine äußerst schwere Bürde gewesen.
Marcel Herrmann wird sich in Zukunft mehr seiner Arbeit widmen. Sicherlich wird er noch in den Volleyballhallen in Franken oder Thüringen aktiv sein, die erste Liga ist für ihn aber derzeit zeitlich nicht realisierbar. Patrick Speta, das zweite "Setter"-Talent der VSG, nimmt eine Praktikumsstelle in Südbayern an und wird sich daher auch in dieser Region einen neuen Verein suchen.
Geschäftsführer Torsten Spiller bedauert natürlich die Abgänge: "Wir sind uns sicher, dass es unsere Kollegen des öfteren in die HUK-Coburg-Arena verschlagen wird, sie sind alle immer herzlich eingeladen".

Bewährte Kräfte bleiben
Johannes "Johnny" Engel, Sven "Kelly" Kellermann, Max Meuter und seit gestern auch Benni Kucera haben sich bereits verpflichtet, in der ersten Erstligasaison in die HUK-Coburg-Arena einzulaufen. Mit den Neuverpflichtungen zählen Trainer Milan Maric, Co-Trainer Volker Pohl und Teammanager Michael Dehler bisher bereits acht feste Größen für den Elite-Kader.
Natürlich sind auch zu diesem Zeitpunkt nicht alle Fragen um die Spieler geklärt. Ziel ist es, ein zwölf Personen starkes Team zu gestalten. Unklar ist, ob Hans-Peter Nürnberger eine Anstellung im oberfränkisch- oder südthüringischen Raum eingehen kann. Und natürlich stehen noch weitere Spielerverpflichtungen in den nächsten Wochen auf dem ehrgeizigen Plan der VSG-Macher.

Zukunft erste Bundesliga
Milan Maric möchte gemeinsam mit Michael Dehler keine monetären Experimente eingehen und trotzdem ein spielstarkes Team auf die "Platte" stellen. Weiß man um die Spielstärke des neuen Setter, sieht man das neue Spielerpotential und durchleuchtet die Wirkungsstätten der Spieler, hat man verschiedene Probetrainings gesehen, dann kommen die Insider zu dem optimistischen Schluss, dass die Organisatoren auf einem guten Weg sind.
Von Anfang an wird bei den neuen "Schmieden" jeder Punkt zählen, jeder Ballwechsel. Das Publikum im zunehmend Volleyball-begeisterten Coburg kann sich dafür auf die Meister, die Pokal- und Championsleague-Sieger, auf viele Nationalspieler und -Trainer in der HUK-Arena einstellen.
Und viele Menschen hätten dieses Erlebnis erfolgreich vorbereitet. Ein Förderverein wurde vor vielen Jahren gegründet, um diese unglaubliche Entwicklung voran zu treiben. Mit riesigem Erfolg. Das Motto der VSG lautet während dieser Saison deshalb ganz einfach: "UP - Konsequent oben bleiben!" Oberfranken und Südthüringen werden die Gewinner aus der Entwicklung der VSG Coburg/Grub sein. Dabei kann das Erstliga-Team der VSG Coburg/Grub ein weiteres Zugpferd in Coburg werden.
Unterstützt wird die VSG Coburg/Grub von der VR-Bank in Coburg und mindestens 50 weiteren tollen Sponsoren.

Ein neues Quartett bei der VSG Coburg/Grub



Interview:

class="artFett">Krüger wird neuer Setter

Coburg — Er sammelte Erfahrungen im deutschen Junioren-Nationalteam und trainierte dieses Jahr bereits bei der Nationalmannschaft. Er hat mit seinem letzten Arbeitgeber, evivo Düren, international gespielt. Nun wechselt Merten Krüger vom letztjährigen Tabellensechsten zum Aufsteiger VSG Coburg/Grub.
Als Zuspieler bei evivo Düren wurde er vom Volleyball-Magazin 2011 zum Aufsteiger der Saison gekürt. Wir sprachen mit dem neuen VSG-Star:

Hallo Herr Krüger, mit welchem Gefühl kommen Sie nach Coburg?
Merten Krüger: Ich komme mit einem guten Gefühl zu euch, ebenso wie meine Freundin. Wir freuen uns sehr.

Was verbinden Sie mit Coburg?
Als erstes kam mir die HUK Coburg in den Sinn, aber natürlich haben wir im Westen auch etwas von eurer letzten Saison mitbekommen. So ein mitreißendes Team zusammen mit einem super Publikum, das spricht sich schnell herum. Umso mehr hat es mich gefreut, als Milan mich anrief.

Wie lief Ihre Karriere bisher?
Meine Vereinslaufbahn begann 1999 beim Bramfelder SV in Hamburg. 2001 bin ich zum VC Norderstedt Alstertal Langenhorn gewechselt - heute VC Norderstedt. Dort habe ich von der E- bis A-Jugend gespielt. 2006 habe ich die Chance genutzt, auf das Volleyball Internat in Berlin zu gehen. Dort habe ich drei Jahre bei VCO in der Regionalliga, 1. und 2. Bundesliga gespielt sowie bei der Junioren-WM-Qualifikation im Sommer 2009. Danach hat es mich aus schulischen Gründen nach Wuppertal zu den Titans gezogen, bevor ich drei Serien in Düren spielte.

Wie läuft die Woche als Profi ab?
In einer Woche kommt man etwa auf 20 bis 24 Stunden Sport. Dazu noch zehn bis 15 Stunden Vor- und Nachbereitung. Es dreht sich aber nicht alles um Volleyball. Seit knapp zwei Jahren arbeite ich mit meiner Freundin ehrenamtlich auf einem Gnadenhof und auf einem Schutztierhof.

Wie stehen Ihre Chancen in der Nationalmannschaft?
Ich bin im derzeitigen A-Kader, allerdings nicht bei den Länderspielen dabei. Das ist mein Ziel für 2014.

Nach drei Jahren bei evivo Düren begeben Sie sich in das Abenteuer Coburg. Was hat Sie bewogen nach Franken zu ziehen?
Die offene dynamische Art von allen, die wir bis jetzt kennen gelernt haben sowie eine sehr gute Grundlage, mich sportlich weiterzuentwickeln.

Glauben Sie, dass die VSG den Klassenerhalt schaffen kann?
Der Klassenerhalt ist ein realistisches Ziel. Dazu vielleicht als Tipp: "Nicht aufstecken, wenn's nicht läuft, abgerechnet wird zum Schluss". ct


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