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Coburg
Coronavirus

Die Saison für den BBC Coburg ist vorbei

Die 2. Basketball-Bundesliga hat am Dienstag die Reißleine gezogen und den Spielbetrieb in der ProA und ProB sofort beendet. Sportlich steigen Elchingen und Itzehoe auf.
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Müssen trotz sportlicher Qualifikation mit ihrer Mannschaft auf die Play-offs verzichten: BBC-Cheftrainer Ulf Schabacker (rechts) und sein Assistent Valentino Lott.  Foto: Hagen Lehmann
Müssen trotz sportlicher Qualifikation mit ihrer Mannschaft auf die Play-offs verzichten: BBC-Cheftrainer Ulf Schabacker (rechts) und sein Assistent Valentino Lott. Foto: Hagen Lehmann

Worüber vor einigen Tagen bereits spekuliert worden war, bestätigte die 2. Basketball-Bundesliga am Dienstagvormittag offiziell. Der Spielbetrieb der Basketball-Ligen ProA und ProB wird aufgrund der aktuellen Situation rund um das Coronavirus mit sofortiger Wirkung beendet. In der Mitteilung der Liga heißt es: "Die Gesundheit ist unser höchstes Gut und wir müssen dazu beitragen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus so gut es geht zu verlangsamen. Wir wollen keine Fans, Spieler und Mitarbeiter in Gefahr bringen. Zudem erlauben die Gegebenheiten bei den Vereinen vor Ort keinen fairen Wettkampf mehr. Deswegen sehen wir keine andere Möglichkeit, als den Spielbetrieb vorzeitig zu beenden."

Ein Entschluss, hinter dem auch die Verantwortlichen des BBC Coburg voll und ganz stehen. "Die absolut richtige Entscheidung", so Carsten Richter, Sportlicher Leiter des BBC. "Bei einigen anderen Teams sind bereits Spieler nach Hause zurückgekehrt, eine Weiterführung des Spielbetriebs hätte den sportlichen Wettbewerb verzerrt. Dazu sind aktuell die Spiel- und Sportstätten gesperrt. Wie das Ende April aussieht, kann keiner abschätzen. Aber eine ordentliche Vorbereitung auf die restliche Saison hätte keiner garantieren können, das wäre nicht verantwortungsvoll gewesen."

Richter ist basketballverrückt durch und durch, ist neben seiner Tätigkeit als Sportlicher Leiter auch seit vielen Jahren als Trainer tätig: "Basketball war meine erste große Liebe, die Zeit ohne den Sport reißt eine Riesenlücke in mein Leben. Als Sportfan ist es schon fast unvorstellbar, all die Wochen ohne diese Emotionen auszukommen."

Auch wenn in den nächsten Wochen und Monaten auf dem Parkett kein Schweiß vergossen wird, sind Richter und die anderen BBC-Verantwortlichen mit vielen organisatorischen Hürden mindestens genauso gefordert wie sonst. Am Dienstag wurde allen Spielern in Einzelgesprächen die Entscheidung der Liga mitgeteilt. "Die meisten hatten es bereits vermutet und sind natürlich alle enttäuscht", sagt Richter. "Insbesondere Chris Wolf, der es in seinem dritten Jahr in Coburg endlich in die Play-offs geschafft hatte."

Keine Absteiger in Regionalliga

Bezüglich der Auf- und Abstiegsregelung hat die Liga entschieden, die derzeitigen Tabellenstände als Abschlusstabellen zu erklären. Das sportliche Aufstiegsrecht in die ProA steht somit den Erstplatzierten der ProB Nord (Itzehoe Eagles) und ProB Süd (Scanplus Baskets Elchingen) zu. Nehmen diese beiden Mannschaften den Aufstieg nicht wahr, würden die Nächstplatzierten nachrücken. Als Fünfte der ProB Süd scheint es unwahrscheinlich, dass die Coburger in diesem möglichen Nachrückverfahren um den Aufstieg eine Rolle spielen. "Wir planen fest mit der ProB", so Richter. Diese könnte in der nächsten Spielzeit um einige Teams vergrößert werden, denn wie die Liga auch bekanntgab, wird kein Team aus der ProB in die Regionalliga absteigen. So dürften auch die Basketball Löwen Erfurt, die sportlich bereits abgestiegen waren, auch in der kommenden Spielzeit wieder in der dritthöchsten deutschen Spielklasse antreten.

In welcher personellen Besetzung der BBC Coburg in der kommenden Saison antreten wird, ist aktuell noch völlig offen. Verträge für 2020/21 besitzen bislang lediglich Kapitän Chris Wolf und Daniel Urbano. Gespräche über mögliche Vertragsverlängerungen weiterer Akteure wurden bereits geführt, der Ausgang dieser ist aber nicht zuletzt aufgrund der allgemein unsicheren wirtschaftlichen Situation vieler Sponsoren und Partner noch nicht abzusehen. "Wir versuchen jetzt noch einen ordentlichen Saisonabschluss hinzubekommen und die Jungs noch einmal zusammenzubekommen. Spätestens Ende dieses Monats werden die Spieler dann zu ihren Familien und in ihre Heimat zurückkehren", erklärt Richter.

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