Coburg
3. Handball-Liga Ost

Die HSC-Reserve macht es wie die "Erste"

Nach dem 25:25 der Bundesliga-Mannschaft am Freitag in Düsseldorf, spielt auch die "Zweite" bei ähnlichem Spielverlauf gegen die HSG Rodgau unentschieden.
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Jakob Knauer (drei Treffer) steigt energisch zum Sprungwurf gegen den Rodgauer Johannes von der Au hoch.  Foto: Iris Bilek
Jakob Knauer (drei Treffer) steigt energisch zum Sprungwurf gegen den Rodgauer Johannes von der Au hoch. Foto: Iris Bilek

Für den HSC 2000 Coburg II war am Sonntag im ersten Heimspiel der 3. Liga Ost gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden eigentlich noch mehr drin als das 21:21-Unentschieden. So vergaben die Coburger unter anderem drei Strafwürfe und einige weitere aussichtsreiche Chancen.

Trotzdem muss man dem jungen Team Respekt zollen, wie es in den hektischen Schlussminuten die Nerven bewahrte und mit einer tollen Energieleistung den Rückstand noch egalisierte. Gute 20 Sekunden vor dem Ende war es Lukas Dude, der mit seinem fünften Tor der HSC-Reserve das Unentschieden und somit den ersten Punktgewinn der Saison sicherte.

Nur noch vier Teams sind in der Ost-Staffel nach zwei Spieltagen ungeschlagen. Angeführt wird dieses Quartett vom ThSV Eisenach, der beim 28:25 gegen die SG Bruchköbel allerdings viel Mühe hatte. Hinter den Thüringern rangieren die SG Nußloch (31:30 bei SG Leipzig II), GSV Eintracht Baunatal (32:26 bei Aufsteiger HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II) und die HSG Hanau, die mit 27:22 gegen Erlangen-Bruck gewann. Stadtkonkurrent HC Erlangen II rehabilitierte sich für die Niederlage am 1. Spieltag mit dem 29:23 über MSG Groß-Bieberau/Modau. Die HG Oftersheim/Schwetzingen besiegte den TV Germania Großsachsen mit 31:26, während die SG Leutershausen nach dem 24:24 gegen den TV Gelnhausen noch auf ihren ersten Saisonsieg warten muss. HSC 2000 Coburg II - Rodgau Nieder-R. 21:21 (9:10)

Noch lange nach Spielende lief Gästetrainer Jan Redmann alleine in der Spielfeldmitte umher - offensichtlich war dieser Punktverlust seiner Mannschaft überhaupt nicht eingeplant. Diesen hatte sich die die HSC-Reserve mit Till Riehn als Coach (Cheftrainer Ronny Göhl weilt im Urlaub) aber mehr als verdient. Die Coburger zeigten sich von Beginn an selbstbewusst und waren dem Favoriten ebenbürtig. Die Abwehr war diesmal deutlich besser gestaffelt als in der Vorwoche in Nußloch. Davon profitierte der Coburger Angriff, der aber trotz guter Möglichkeiten manchmal die letzte Genauigkeit in den Abschlüssen vermissen ließ. Das lag aber auch am Gästetorhüter, der einige Male Retter in höchster Not war.

Trotz oder gerade wegen der geringen Torausbeute blieb die Spannung bis zur allerletzten Sekunde erhalten. Geschenkt haben sich beide Teams nichts, die Gelbschwarzen hatten schon nach knapp zehn Minuten die dritte Gelbe Karte kassiert. Dennoch zog der HSC nicht den Kopf ein, sondern spielte weiter hart und spielerisch auf einem guten Level. Nach fünfmaligem Gleichstand gingen die Gastgeber mit 7:5 nach 20 Minuten in Führung. Unentschieden stand es dann wieder beim 9:9 (28.), ehe ein glücklicher Treffer den Gästen die Halbzeitführung einbrachte (9:10). Dem Ausgleich durch Jakob Knauer folgte mit einem Doppelschlag von Max Preller die 12:10-Führung, die bereits drei Minuten später wieder egalisiert war. Die Partie wurde nun noch intensiver, Rodgau legte vor, ehe Coburg nach dem 15:15 (46.) den Spieß umdrehte und mit dem 19:17 (52.) erneut mit zwei Toren vorne lag.

Aber auch diesmal glich Rodgau nicht nur aus, sondern erzielte zweieinhalb Minuten vor dem Ende das 20:21. Die Gäste zeigten jetzt Nerven: Philippe Kohlstrung und Timo Kaiser mussten die letzten zwei Minuten wegen Zeitstrafen zuschauen. Coburg setzte noch einmal alles auf eine Karte und erzielte durch Dude den hochverdienten Ausgleich, der 21 Sekunden erfolgreich verteidigt wurde. Es war eine starke Teamleistung, bei der man Torhüter Tizian Braun herausheben muss. Der Jüngste aus dem Torwart-Trio zeigte sieben Paraden gegen teilweise frei stehende Rodgauer.

Stimmen zum Spiel

Till Riehn (HSC-Trainer): "Die Jungs haben sich die Niederlage am 1. Spieltag wahrscheinlich wirklich zu Herzen genommen, haben heute Charakterstärke gezeigt und gegen Rodgau fast auf Augenhöhe gespielt. Was einfach noch fehlt, ist die Cleverness - gerade zum Schluss müssen wir die Überzahlsituation besser nutzen."

Jan Redmann (Trainer Rodgau): "Wir haben sehr schlecht gespielt und vor allem in der zweiten Halbzeit viele Torchancen liegen gelassen. Coburg hat sehr clever und intelligent gespielt und gut verteidigt. Trotzdem müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Am Ende war es für den Trainer schwierig, ruhig zu bleiben."

Lukas Dude (HSC-Spieler): "Ich denke, es war eine gute und kämpferisch starke Leistung von uns allen, wir haben als Team gespielt."

Die Statistik

HSC 2000 Coburg II: Fabian Apfel, Tim Titze, Tizian Braun; Max Preller (3), Marvin Munoz (2), Nikola Franke (1), Benjamin Beyer, Louis Korn, Lars Fichtner (1), Lukas Dude (5), Patrick Pernet, Jakob Knauer (3), Dominik

Bühle (1), Niklas Knauer, Andreas Wolf (5/2) SR: Stefan Czommer / Christian Marin Zuschauer: 135 Siebenmeter: 5/2 - 4/3 Zeitstrafen: 3 - 5



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