Coburg
Handball

Der letzte Härtetest für den HSC Coburg in Ostwestfalen

Das Team von Trainer Gorr bekommt es an diesem Wochenende beim Spielothek-Cup in Ostwestfalen mit starken Widersachern zu tun. Heute treffen die Coburger im Halbfinale in Lübbecke auf den Erstligisten GWD Minden.
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Der 22-jährige Tscheche Stepan Zeman (mit Ball) hat beim 31:30-Sieg gegen Eisenach seine Klasse am Kreis zumindest angedeutet.  Foto: Iris Bilek
Der 22-jährige Tscheche Stepan Zeman (mit Ball) hat beim 31:30-Sieg gegen Eisenach seine Klasse am Kreis zumindest angedeutet. Foto: Iris Bilek

Der HSC 2000 Coburg nähert sich dem Pflichtspielmodus immer mehr an, das gilt nicht nur für die engere Taktung der Testspiele, sondern auch für die strapaziöseren Reisen. Gestern nahmen die Coburger die über 400 Kilometer lange Fahrt nach Ostwestfalen auf sich, um an diesem Wochenende bei der 30. Auflage des Spielotheken-Cups in Lübbecke (Samstag) und Minden (Sonntag) teilzunehmen.

Nach dem Regenerationstag am Freitag steht heute für die Coburger um 17.30 Uhr das Halbfinale gegen GWD Minden an. Es ist ein schnelles Wiedersehen mit dem Tabellen-14. des Vorjahres, so ist es gerade einmal zehn Tage her, dass sich der HSC beim Linden-Cup mit 28:26 gegen Minden durchsetzte.

Ähnlich eng ging es im ersten Testspiel vor den heimischen Fans am Donnerstagabend gegen den ThSV Eisenach (31:30-Sieg) zu. "Ich habe für das Eisenach-Spiel und die beiden kommenden Partien am Wochenende einen Plan erstellt. Eisenach war das erste Drittel, da war die 3:2:1-Deckung ein großes Thema. Am Samstag werden wir etwas andere Schwerpunkte setzen", erklärt HSC-Trainer Jan Gorr. "Da wir gegen Minden schon gespielt haben, können wir das erste Mal ein Spiel vorbereiten. Aus meiner Sicht ist es ganz wichtig, dass man lernt, mit Informationen umzugehen."

Die offensichtlichsten Informationen über die Mindener dürften deren Krankenakten sein. Denn seit einigen Tagen sind die Ostwestfalen vom Verletzungspech verfolgt. Kreisläufer Magnus Gullerud hatte sich beim Linden-Cup den großen Zeh gebrochen, nun fallen auch Spielmacher Aliaksandr Padshyvalau und Nachwuchsakteur Maximilian Nowatzki mit Fußverletzungen aus.

Beim HSC sind mit Ausnahme von Jakob Knauer (Schulterverletzung) und dem erkrankten Lukas Wucherpfennig alle Mann an Bord. Die Ex-Rekonvaleszenten im Coburger Rückraum, Pontus Zetterman und Christoph Neuhold, standen am Donnerstag jeweils rund eine halbe Stunde auf der Platte und scheinen auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Seine Stärke bewies bei seiner Premiere in der HUK-Arena auch Neuzugang Andreas Schröder mit sieben Toren. "Er hat gezeigt, dass er ein kompletter und stabiler Spieler ist" lobt Gorr und fügt an: "Stepan Zeman war noch etwas verhalten, aber man hat vor allem in der ersten Halbzeit gesehen, was seine Stärke ist: das körperliche Spiel am Kreis. Die jungen Max Preller und Fabi Apfel haben ihren Teil auch ganz gut gemacht."

Noch nicht überzeugt hat den Coburger Trainer die Abwehrarbeit seiner Mannschaft: "In der Deckung müssen wir noch ganz viel arbeiten und investieren. Da müssen wir einfach robuster und von der Zweikampfqualität besser werden. Da merkt man, dass noch das eine oder andere Abstimmungsproblem vorliegt. Aber das ist zu diesem Zeitpunkt auch normal."

Schröder: "Mehr Härte zeigen"

Eine Analyse, die Neu-Abwehrchef Schröder, der mit Zeman den neuen Mittelblock in der Defensive bildet, teilen kann. "Man sieht schon, dass Stepan und ich noch ein paar Abspracheprobleme haben, aber ich denke, dass wir diese in den nächsten ein, zwei Wochen lösen können", sagt der 27-Jährige. "Wir müssen ein bisschen mehr Härte zeigen, am Anfang direkt ein Ausrufezeichen setzen, damit der Gegner nicht so schnell zu Toren kommt." Der Rückraumakteur freut sich am Wochenende auf zwei Spiele auf hohem Niveau, um sich weiter zu verbessern. Mindens Trainer Frank Carstens geht noch einen Schritt weiter, spricht von einer "Standortbestimmung": "Eine Woche vor dem Pokal versteckt keiner mehr was. Da geht es darum, zu sehen, wo man steht."

30. Spielothek-Cup in Lübbecke und Minden

Spielplan Samstag, 17.30 Uhr: Halbfinale 1: GWD Minden (1. Liga) - HSC 2000 Coburg (2. Liga); 19.30 Uhr: Halbfinale 2: TuS N-Lübbecke (2. Liga) - SC DHfK Leipzig (1. Liga). Spielort ist die Merkur Arena in Lübbecke. Sonntag, 15 Uhr: Spiel um Platz 3; 17 Uhr: Finale. Spielort ist die Kampa-Halle in Minden. Regeln Bei Unentschieden nach Ablauf der regulären Spielzeit gibt es eine Verlängerung von zweimal fünf Minuten. Bei Unentschieden nach Ablauf der Verlängerung gibt es ein Siebenmeterwerfen. Historie Der Spielothek-Cup findet bereits seit 1986 statt, in diesem Jahr steigt die 30. Auflage des Turniers. Zehn Mannschaften haben den Titel bereits gewonnen. Rekordsieger ist TuS N-Lübbecke mit acht Pokalen vor dem TBV Lemgo mit sechs und GWD Minden mit fünf Titeln

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