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Coburg
Handball

Darum gibt Jan Gorr das Traineramt beim HSC Coburg ab

Aufstiegstrainer Jan Gorr (42) stellt sein Amt beim HSC Coburg zur Verfügung und wird künftig als Geschäftsführer die HSC-GmbH führen. Die Entscheidung des Aufsichtsrats fiel einstimmig. Nun soll schnell ein neuer Trainer her.
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Nachdenklich? Oder ist sich Jan Gorr seiner Sache sicher? Er hat sich jedenfalls nach reiflicher Überlegungen entschieden und wird ab 1. Juli 2020 neuer Geschäftsführer des HSC 2000 Coburg. Foto: Hagen Lehmann
Nachdenklich? Oder ist sich Jan Gorr seiner Sache sicher? Er hat sich jedenfalls nach reiflicher Überlegungen entschieden und wird ab 1. Juli 2020 neuer Geschäftsführer des HSC 2000 Coburg. Foto: Hagen Lehmann

Wer kam, um den künftigen Trainer des HSC Coburg zu sehen, wurde bei der Pressekonferenz arg enttäuscht. Es werde bei dieser zentralen Personalentscheidung keinen Schnellschuss geben. "Zügig", so Jan Gorr, werde der Handball-Erstligist aber trotzdem bei dieser Personalie handeln. Apropos Gorr: Er geht, er kommt - ob er auch siegt, muss sich zeigen.

Fakt ist nämlich seit Freitagnachmittag, dass der 42-jährige Meistertrainer den nächsten Schritt auf seiner Karriereleiter machen will: Gorr hat seinen "Gordischen Knoten" gelöst - er stellt das Traineramt tatsächlich zur Verfügung und wird neuer Geschäftsführer. Damit haben die Vestestädter die Nachfolge des entlassenen Geschäftsführers Michael Häfner geregelt. Nach sieben Jahren als Chef-Coach auf der Bank der Coburger und als Sportlicher Leiter wird Gorr ab dem 1. Juli die Geschäfte der HSC GmbH führen.

Dem in Lahn-Gießen in Hessen geborenen Handball-Experten ist dieser Schritt nach eigenen Worten alles als leicht gefallen: "Ich habe mir lange überlegt, ob es der richtige Zeitpunkt ist, mein Traineramt gegen das des Geschäftsführers einzutauschen. Letztlich reizt mich dieses neue Aufgabenfeld aber sehr und es bedeutet für mich auch die Chance, mich selbst noch einmal in spannenden Bereichen weiterzuentwickeln. Darüber hinaus kann ich mich auch künftig in die weitere Entwicklung des Vereins maßgeblich einbringen und da habe ich klare Ziele."

Eigenen Nachfolger installieren

Seine vorrangigste Aufgabe: Den eigenen Nachfolger installieren. Doch wer wird neuer Trainer? Wer wird diese wichtige Schnittstelle besetzen? Das Anforderungsprofil ist klar: "Wir wollen unseren Coburger Weg weitergehen und das heißt, dass der neue Coach sowohl erfahrene Profis führen als auch junge und talentierte Spieler entwickeln können muss", sagt der scheidende Coach. Das sei ja nicht überall in der 1. Liga so.

Gorr hat bereits Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt. Entschieden ist aber noch nichts. "Wir haben viele Namen diskutiert und werden in persönlichen Gesprächen herausfinden, wer diese anspruchsvolle Aufgabe für uns lösen kann."

Zwei neue Spieler im Visier

Gorr sucht aber noch mehr. Und zwar mindestens noch zwei Spieler für den Erstliga-Kader. "Wir brauchen Verstärkungen für die Position Rückraum Mitte und einen weiteren Mann für den Rückraum. Am liebsten jemanden mit großer Physis und enormen Abwehrqualitäten. Schließlich wissen wir ja alle, was in der 1. Liga auf uns zukommt."

Mittelmann Mait Patrail zu teuer?

Ein Kandidat für die "Gelb-Schwarzen" könnte Mait Patrail (32) sein, der das Anforderungsprofil für die Spielmacherposition perfekt erfüllt. Er bestritt bisher 60 Länderspiele für Estland. 2008 nahm er an der Junioren-Europameisterschaft teil und wurde mit 83 Treffern Torschützenkönig des Turniers. Doch der Rückraumspieler, der beim Erstligisten TSV Hannover-Burgdorf keinen neuen Vertrag bekommt, steht bei mehreren Ligakonkurrenten auf der Wunschliste (u.a. in Minden) und würde sicher nicht der am schlechtesten bezahlte Spieler in Coburg werden.