Coburg
2. Handball-Bundesliga

Coburger krempeln die Ärmel hoch

Der HSC steigert sich nach einem knappen Halbzeitrückstand nach der Pause und siegt mit 26:22 gegen Emsdetten. Andreas Schröder überzeugt bei seinem Debüt.
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Die kompakt stehende Emsdettener Abwehr machte den Coburgern zwar das Leben schwer, doch insbesondere Neuzugang Andreas Schröder (mit Ball) fand immer wieder Lücken. Uwe Gick
Die kompakt stehende Emsdettener Abwehr machte den Coburgern zwar das Leben schwer, doch insbesondere Neuzugang Andreas Schröder (mit Ball) fand immer wieder Lücken. Uwe Gick
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"Nach der Pause hat mein Team die Ärmel hochgekrempelt, um die Ungenauigkeit im Positionsangriff zu kompensieren." Der Trainer des HSC 2000 Coburg, Jan Gorr, brachte so den doch recht mühevollen 26:22-Auftakterfolg der Zweitliga-Saison 2019/20 auf den Punkt.

Und es bleibt dabei - Emsdetten ist der Lieblingsgegner der Coburger. Denn bei neun Vergleichen gab es lediglich ein Remis, sonst nur Coburger Siege. Zu verdanken war der jüngste Erfolg einer soliden Abwehr nach der Pause und einer hohen Effektivität beim Abschluss von Max Jaeger (83 Prozent), Billek (90) und Andreas Schröder (70). Neuzugang Schröder gelang in einer wichtigen Phase vor der Pause ein Hattrick zum zwischenzeitlichen 9:7, den er danach sogar zum "Viererpack" ausbaute.

Gegen die kompakt stehende TVE-Abwehr tat sich Coburg über die gesamte Spielzeit sehr schwer, Sven Wesseling und Yannick Dräger machten die Mitte dicht, wenn nötig auch mit "Reißtests" für die HSC-Trikots. Doch nach der Pause ließen die sehr diszipliniert agierenden Mannen von Trainer Daniel Kubes die Effektivität vor dem gegnerischen Tor vermissen, HSC-Torwart Jan Kulhanek zog ihnen mit 17 Paraden den Zahn.

HSC 2000 Coburg - TV Emsdetten 26:22 (10:11)

"Einen Heimsieg, eine Menge Spaß und ein tolles Publikum." Das antwortete HSC-Kapitän Sebastian Weber vor der Partie auf die Frage, was er vom Spiel erwartet. Und es fing aus Coburger Sicht vielversprechend an. Gleich im ersten Angriff ließ sich Dirk Holzner von Billek den Ball abnehmen. Der zog mithilfe eines Doppelpasses mit Pontus Zetterman auf und davon, konnte nur auf Kosten eines Strafwurfes gebremst werden, den er sicher zum ersten Saisontreffer verwandelte. Gorr hatte zu Beginn des Spiels etwas überraschend, wie bereits beim Pokalspiel gegen Stuttgart, Felix Sproß den Vorzug vor Tobias Varvne auf der Mittelposition gegeben. Dadurch war mächtig Dampf im Rückraum. Die Gäste langten kräftig dazwischen, hatten demzufolge nach zehn Minuten bereits zwei Zeitstrafen auf dem Konto.

Aber Coburg machte zu wenig daraus, erspielte sich zwar Chancen, brachte diese aber nicht ins Netz. Das nutzte die Mannschaft von Daniel Kubes eiskalt aus, machte in Unterzahl zwei Treffer, ohne ein Tor zu kassieren. Gorr hatte demnach nach zwölf Minuten genug gesehen, rief zur Auszeit.

Viele Fehler auf beiden Seiten

Sein Gegenüber konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden sein, sie präsentierte sich hellwach und diszipliniert. Das Glück des Tüchtigen kam auch noch hinzu, als Zetterman auf dem Weg zur ersten HSC-Führung nach der Anfangsphase den Ball verlor und der Gegenkonter das 6:7 brachte. Doch danach folgte ein Dreierpack von Schröder per Konter nach nicht erfolgreichen TVE-Abschlüssen. Coburg führte wieder (9:7).

Das Spiel beider Mannschaften blieb auch in der Folge alles andere als fehlerfrei. Auf Coburger Seite verlor Christoph Neuhold den Ball, Holzner scheiterte im Gegenstoß an Kulhanek. Für ein Saisonauftaktspiel aber nicht unüblich. Das bessere Ende vor der Pause hatten dann die Emsdettener für sich, die ihre kleine Schwächephase mit einigen Ballverlusten überwunden hatten und wieder konzentrierter agierten. Der Lohn war die 11:10-Pausenführung nach einem Strafwurf.

Nach dem Wechsel ging es erst eng weiter, Wesseling traf ins Tordreieck, aber Coburg konterte jetzt erfolgreich und zog drei Tore weg. Die 1634 Zuschauer in der HUK-Arena standen nun, angeheizt von Kulhanek-Paraden und von einer harten Stürmerfoulentscheidung gegen Varvne, die eine Rote Karte gegen den TVE-Abwehrspieler nach sich hätte ziehen müssen, so richtig hinter ihrem Team. Billek ließ sich danach auf der Rechtaußenposition nicht lange bitten. Ein kurzer Blick auf die gegenüberliegende Halbposition zu Schröder und schon zappelte der Ball per Kempa zum 18:14 im Emsdettener Tor. Die Gäste hatten nun im Vergleich zum ersten Durchgang ihre Ordnung und Effektivität verloren, blieben aber bei ihrer disziplinierten Spielweise. Nach 47 Minuten war die Partie für Jan Mojzis beendet.

Nach einer wiederholten Attacke gegen den Wurfarm von Varvne zückten die Schiedsrichter diesmal die Rote Karte. Coburg verwaltete in den Schlussminuten seinen Vorsprung, ohne dass die Gäste nochmals gefährlich wurden. So hatte HSC-Kapitän Weber seinen gewünschten Heimsieg, eine Menge Spaß und ein tolles Publikum auch.

Stimmen zum Spiel

Jan Gorr (HSC-Trainer): "Die Abwehr mit einem bestens aufgelegten Jan Kulhanek dahinter hat einen großen Teil zum Sieg beigetragen. Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, einen erfolgreichen Start hinzulegen. Der Start ins Spiel war erst in Ordnung war, aber dann lassen wir zwei freie Bälle liegen, die uns mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein hätten bringen können. Nach der Pause haben wir viel mehr Konsequenz in unsere Aktionen gelegt."

Daniel Kubes (TVE-Trainer): "Ein bisschen fehlen mir schon die Worte, ich muss mich erst einmal sammeln. Meine Mannschaft hat es nicht schlecht gemacht, sich insgesamt gut präsentiert. Aber nach der Pause hat sich gezeigt, dass wir uns noch steigern müssen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt. Denn leider hatten wir Phasen, in denen wir es den Coburgern viel zu leicht gemacht haben. Dadurch konnten sie davonziehen. In der Schlussphase habe ich überlegt, vielleicht doch noch etwas taktisch zu ändern, das mache ich dann vielleicht in den nächsten Spielen."

HSC 2000 Coburg - TV Emsdetten 26:22 (10:11)

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (17 Gegentore, 17 Paraden), Konstantin Poltrum (5 Gegentore, 1 Parade) - Maximilian Jaeger (5), Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß (1), Sebastian Weber (2), Florian Billek (9/5), Marcel Timm, Pontus Zetterman (1), Girts Lilienfelds, Tobias Varvne, Stepan Zeman (1), Andreas Schröder (7), Christoph Neuhold Trainer: Jan Gorr

TV Emsdetten: Maurice Paske (2 Gegentore, 0 Paraden), Konstantin Madert (24 Gegentore, 10 Paraden) - Tim Weischer, Sören Kress (1), Yannick Terhaer (2), Karl Toom (1), Paul Kolk (1), Marcel Schliedermann (1), Johannes Wasielewski (4), Yannick Dräger (3), Dirk Holzner (6/3), Jorn Smits, Sven Wesseling (3), Jan Mojzis Trainer: Daniel Kubes

SR: Markus Kauth / Andre Kolb

Spielfilm: 2:0 (2.), 2:2 (7.), 3:3 (10.), 3:5 (12.), 4:5 (15.), 6:6 (17.), 7:7 (21.), 9:7 (23.), 10:8 (25.), 10:11 - 12:12 (33.), 13:12 (35.), 15:12 (36.), 17:13 (39.), 19:14 (43.), 19:16 (46.), 20:16 (47.), 23:18 (51.), 25:19 (56.), 26:20 (57.), 26:22.

Zuschauer: 1634

Siebenmeter: 5/5 - 3/3

Strafminuten: 2 (Jaeger) - 6 (Dräger, Wasielewski, Kress) - Rote Karte gegen Mojzis (46:56)

Beste Spieler: Schröder, Jaeger, Billek, Kulhanek - Kress, Wasielewski, Holzner

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