Coburg
2. Handball-Bundesliga

Coburger Gegner HC Rhein Vikings plant bereits für Liga 3

Beim Düsseldorfer Zweitligisten, der am Sonntag beim HSC Coburg zu Gast ist, herrscht Unruhe. Die Aussichten auf den Klassenerhalt gehen gegen Null.
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Vikings-Geschäftsführer Daniel Pankofer als Spieler im Trikot des HSC 2000 Coburg.Archiv
Vikings-Geschäftsführer Daniel Pankofer als Spieler im Trikot des HSC 2000 Coburg.Archiv

Wohin geht es für die Rhein Vikings? Beim Düsseldorfer Zweitligisten, der am Sonntag um 17 Uhr beim HSC Coburg zu Gast ist, herrscht Unruhe. Das war zu Saisonbeginn so nicht vorhersehbar, wie Daniel Pankofer, Ex-HSC-Spieler und Geschäftsführer der Vikings, auf Tageblatt-Nachfrage bestätigt. Zuletzt gab es nicht nur aufgrund des schlechten sportlichen Abschneidens negative Nachrichten. Es kursieren derzeit viele Gerüchte um die Vikings, die bis zu einer vorzeitigen Insolvenz und dem damit drohenden Verlust der Drittliga-Lizenz für die kommende Spielzeit reichen.

Die Aussichten auf einen Ligaverbleib sind bei zehn Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz sowieso mehr als gering. So war der gegen den HSC Coburg errungene Punkt (25:25) nur einer von dreien, der in der Hinrunde vom abgeschlagenen Schlusslicht ergattert wurde. Erst im letzten Spiel des Jahres 2018 kamen zwei weitere Punkte (35:34 gegen den Wilhemshavener HV) hinzu. Doch der Blick geht nach vorne. Auf die Forderung der Sportstadt Düsseldorf, das Projekt HC Rhein Vikings zu beenden und im Bergischen HC aufzugehen, sprich als zweite Mannschaft des BHC in der 3. Liga zu starten, ließ sich der Verein nicht ein. Stattdessen wollen die Vikings in der kommenden Saison in ihre angestammte Heimat, in die Neusser Hammfeldhalle, zurückkehren, wo vor zwei Jahren noch als Neusser HV der Aufstieg in die 2. Liga gelungen war.

Dass viel Unruhe hinter den Kulissen herrscht, zeigen auch die Abgänge der Vikings während der WM-Pause. Torwart Vladimir Bosic wechselte zum HBW Balingen-Weilstetten, und auch Srdjan Predragovic wird nicht mehr für die Rhein Vikings auflaufen. Er hat sich seinem alten österreichischen Klub HC Linz angeschlossen. Dort war er in der vergangenen Saison Torschützenkönig der Liga. Deswegen hat Geschäftsführer Pankofer im Dezember wieder selbst die Schuhe geschnürt.

Neuer Weg mit vielen Talenten

"Ich werde am Wochenende nicht selbst mitspielen, auch nicht mit nach Coburg reisen. Wir wollen uns jetzt - auch wenn es schwierig ist - auf das Sportliche konzentrieren. Die Mannschaft arbeitet gut", sagt Pankofer. Die turbulente Entwicklung zuletzt hatte bei den Rhein Vikings niemand erwartet: "Eigentlich hatten wir einen starken Kader und es hätte sich vieles anders ergeben müssen. Aber viele Faktoren haben eben für diese Entwicklung gesorgt. Am wenigsten können die Spieler dafür. Dem Team kann man absolut keinen Vorwurf machen, die Stimmung ist trotz der Situation gut", so Pankofer.

Der 38-jährige gebürtige Nürnberger zieht zumindest etwas Positives aus der sportlich aussichtslosen Ausgangslage: "Wir können jetzt einen Cut machen und planen logischerweise für die 3. Liga. Denn der Abstand in dieser Liga zu einem rettenden Platz ist einfach zu weit, auch die anderen vor uns rüsten auf. Ich bin überzeugt, dass wir in der Rückrunde mehr Punkte holen und war froh über den Erfolg zum Rückrunden-Auftakt nach Weihnachten. Uns hat die Pause gutgetan, um uns neu einzustellen und zu sondieren. Jetzt starten wir den Cut, bauen viele junge Talente neben den gestandenen Spielern ins Team ein, werfen sie einfach ins Feuer, so dass sie jetzt noch Zweitligaluft schnuppern und sich entwickeln können."

"Freude auf die Platte bringen"

Der Vikings-Geschäftsführer ist auch zuversichtlich, dass das Team es nicht auslaufen lässt: "Sie sind voll motiviert und sollen wieder den Spaß am Handball bekommen. Dann muss man sehen, wie viel in der Rückrunde noch möglich ist. Dass wir die 2. Liga wahrscheinlich nicht halten können, dazu braucht man kein Hellseher zu sein. Mir hat in der Vorrunde der Handball bei uns viel zu sehr nach Arbeit ausgesehen, da wollen wir die Freude an unserem Sport wieder auf die Platte bringen." Was erwartet er von seinem Team in Coburg? "Eben mehr Spaß am Handball, dass wir uns nicht verstecken und attraktiv agieren. Denn Coburg ist ganz klarer Favorit", sagt Pankofer abschließend.

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