Coburg
American Football

Coburg Black Dukes krönen Aufholjagd

Die Coburger besiegen am letzten Spieltag der Aufbauliga Nord vor rund 300 Zuschauern die Bamberg Phantoms knapp mit 20:14 und küren sich zum Meister. Eine Teilnahme an der Landesliga nächste Saison wird angepeilt.
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Zwischen Hoffen und Bangen: Das Duell gegen die Bamberg Phantoms war für die Black Dukes um Headcoach Marcel Zintl (mit Halstuch) ein Zitterspiel - mit Happyend.  Foto: Timo Geldner
Zwischen Hoffen und Bangen: Das Duell gegen die Bamberg Phantoms war für die Black Dukes um Headcoach Marcel Zintl (mit Halstuch) ein Zitterspiel - mit Happyend. Foto: Timo Geldner

Die Footballer der Coburg Black Dukes haben in ihrer ersten Spielzeit überhaupt das Maximum erreicht. Nach dem 20:14-Heimsieg über die Bamberg Phantoms kletterten die Coburger in der Aufbauliga dank des gewonnenen direkten Vergleichs gegenüber Bamberg und Nürnberg auf den ersten Platz und krönten ihre starke Saison mit der Meisterschaft.

Nachdem die Verantwortlichen der Black Dukes mit Platz 5 (drei Siege, drei Niederlagen) nach der Hinrunde noch nicht ganz zufrieden waren, zeigte das Team in der Rückrunde mit sechs Siegen sein enormes Entwicklungspotenzial.

"Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft, die hier über knapp zwei Jahre gewachsen ist. Wir haben eine Gruppe an sehr jungen und talentierten Spielern, von denen nahezu jeder seine allererste Football Saison gespielt hat", sagt Headcoach Marcel Zintl. "Wir hatten großes Glück, dass unsere guten Auftritte zu Saisonbeginn in der Region Wellen geschlagen haben. In der Sommerpause hatten wir mit 26 Jungs teilweise mehr Spieler im Training als für die letzten beiden Spiele der Hinrunde zur Verfügung. Es fanden sieben neue Spieler den Spaß am American Football und konnten uns für die Rückrunde verstärken, alle stammen ausschließlich aus der Coburger Region."

Das zweite Football-Team aus Coburg, die CoTrojans, verloren ihr letztes Spiel bei den Hemhofen Gechers deutlich mit 0:46 und müssen sich mit nur einem Saisonsieg mit dem siebten Tabellenplatz begnügen.

Coburg Black Dukes - Bamberg Phantoms 20:14

Für beide Mannschaften war bereits vor der Partie klar: Bei einem Sieg winkt die Meisterschaft, bei einer Niederlage reicht es nur für Platz 3. Die Nürnberg Silverbacks blieben unabhängig des Spielausgangs auf Platz 2.

Nach dem Kick-off der Bamberger verschaffte Kevin Rashad Kelm den Black Dukes eine gute Ausgangslage. Er trug den Ball bis zur Hälfte des Feldes. Von dort an führte Quarterback Kennin Miller seine Offensive in Richtung Endzone. Schon der erste Versuch brachte den Coburgern einen massiven Raumgewinn, so dass diese ihren nächsten ersten Versuch für zehn Yards von der 15-Yard-Linie der Bamberger starten konnten.

Insgesamt benötigten die Coburger in ihrem ersten Auftritt der Offensive nur fünf Versuche, um einen Touchdown zu erzielen. Dieser gelang mit einem Pass von Quarterback Miller auf seinen Tight End Alexander Müller. Der anschließende "Point after Touchdown" (PAT) wurde von Kicker Daniel Abadjian erfolgreich verwandelt.

Mit dem anschließenden Kick-off ging das Angriffsrecht an die Phantoms. Diese setzten zunächst auf ihr Laufspiel, ließen aber auch das Passspiel nicht aus den Augen. So schickte der Bamberger Quarterback im fünften Versuch seine Wide Receiver auf den Weg. Die Coburger Defensive zeigte sich hellwach und fing den Pass ab. Manuel Mönch rann mit dem Ball 50 Yards bis in die Endzone der Bamberger. Den anschließenden PAT blockten die Bamberger, so dass es nun 13:0 für Coburg stand.

Phantoms drehen kurzzeitig auf

Unbeeindruckt hiervon zeigte sich jedoch die Bamberger Offensive. Diese spielte sich in ihrem nächsten Drive über das Spielfeld. Kurz vor der Endzone der Coburger angekommen, schoben sie ihre Ballträger über die Linie zu ihrem ersten Touchdown. Im Anschluss stellten sich die Bamberger mit ihrem Kicker zum Extrapunktversuch auf. Doch statt zu kicken, spielten die Bamberger diesen Versuch aus. Diese sogenannte "Two-Point-Conversion" hätte den Bambergern im Falle eines Erfolges zwei Punkte beschert.

Die Black Dukes schafften es jedoch diesen Versuch erfolgreich zu verhindern, weshalb es beim Spielstand von 13:6 blieb.

Auch die nächsten Punkte erzielten die Bamberger. Nach drei nicht erfolgreichen Versuchen waren die Coburger gezwungen den Ball, zu "punten". Hierbei nimmt der Punter den Ball und schießt diesen aus der Hand so weit wie möglich in Richtung der Endzone des Gegners. Nachdem der Ball auf dem Boden gelegen war, wurde er von den Coburgern nicht gesichert, sondern nur berührt, weshalb die Schiedsrichter den Spielzug nicht abpfiffen. Dies gab den Bambergern die Chance, den Ball aufzunehmen und zum Touchdown in die Endzone zu tragen. Erneut versuchten die Bamberger eine "Two-Point-Conversion", welche diesmal Erfolg hatte (13:14).

Im nächsten Angriff der Coburger gelang Quarterback Miller ein Raumgewinn von 20 Yards durch ein Passspiel auf seinen Passempfänger Abadjian. Ebenfalls einen neuen ersten Versuch konnte Miller durch einen Lauf gewinnen. Den Drive beendete ein erneuter Pass von Quarterback Miller auf seinen Receiver Abadjian, der den Ball kurz vor Ablauf der Zeit für 5 Yards in die Endzone trug. Abadjian trat im Anschluss auch zum PAT an, der diesmal von Erfolg gekrönt war. So betrug der Spielstand zum Ende der ersten Halbzeit 20:14 für Coburg.

Keine Punkte in Halbzeit 2

Die zweite Halbzeit war von einer starken Defensive auf beiden Seiten geprägt. Die Bamberger versuchten es in der Offensive vor allem über den Lauf durch die Mitte. Dies brachte ihnen vor allem in der ersten Halbzeit große Raumgewinne ein. Doch im zweiten Durchgang fanden die Coburger immer mehr Mittel, die Bamberger bei diesen Versuchen zu stoppen. Im Gegenzug gelang es jedoch auch der Coburger Offensive nicht mehr, große Raumgewinne für sich zu verbuchen. Fast immer musste der Ball im vierten Versuch gepuntet werden.

Beide Seiten versuchten jeweils noch ein Fieldgoal zu erzielen, was aber beiden Kickern nicht gelang. Den Schluss des Spiels brachte die Coburger "Victory Formation", nachdem die Bamberger im Vorfeld in einem vierten Versuch nicht über die nötigen zehn Yards kamen. In der "Victory Formation" bekommt der Quarterback den Ball und kniet mit diesen ab. Daraufhin kann die Zeit auf der Spieluhr bis zum Spielende herunterlaufen. Die rund 300 Zuschauer auf dem Angergelände feierten ihr Meisterteam.

Nach dem Spiel bedankten sich die Black Dukes um Kapitän Geißhardt bei allen Helfern und Sponsoren, die sie die Saison über begleitet haben. Zuletzt ging der Dank auch an Steffen von Berg, der sich als Abteilungsvorsitzender um die gesamte Organisation rund um die Spieltage kümmerte.

Das enge Rennen um Platz 1 in der Aufbauliga Bayern Nord

Abschlusstabelle Mit den Coburg Black Dukes, den Bamberg Phantoms und den Nürnberg Silverbacks stehen nach Saisonabschluss drei Teams mit der identischen Punktzahl (18:6, siehe Tabelle rechte Spalte) an der Tabellenspitze der Football-Aufbauliga Bayern Nord. Gemäß der Regularien der Bundesspielordnung zählt bei Punktgleichheit der direkte Vergleich. Es wird also eine Minitabelle der drei führenden Teams erstellt, bei der nur die Spiele untereinander miteinbezogen werden. Diese Tabelle führt Coburg mit drei Siegen (zwei gegen Bamberg, einen gegen Nürnberg) vor Nürnberg (zwei Siege) und Bamberg (ein Sieg) an.

Aufstieg Die unterste bayerische Football-Spielklasse, die in die zwei Aufbauligen Nord und Süd aufgeteilt ist, versteht sich als "Einstiegsklasse" und hat daher keine feste Aufstiegsregelung. Interessierte Teams, die gewisse Voraussetzungen erfüllen, können allerdings den Schritt in die Landesliga gehen. Eine endgültige Entscheidung haben die Black Dukes noch nicht getroffen, die Tendenz geht aber in Richtung höhere Liga. "Mit dem Sieg der Aufbauliga fühlen wir uns bereit für die Landesliga und den damit einhergehenden Herausforderungen", so Coach Marcel Zintl.

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