Witzmannsberg
Tennis

Bitteres Aus für Kevin Krawietz bei Australian Open

Der Witzmannsberger und Nikola Mektic scheiden im Achtelfinale gegen Jamie Murray und Bruno Soares aus. Das deutsch-kroatische Duo vergibt drei Matchbälle.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bittere Erfahrung: Kevin Krawietz schrammte knapp am Viertelfinal-Einzug in Melbourne vorbei.  Foto: Imago
Bittere Erfahrung: Kevin Krawietz schrammte knapp am Viertelfinal-Einzug in Melbourne vorbei. Foto: Imago

Zwei Matchbälle hatte Kevin Krawietz im Doppel-Achtelfinale vor gut einem halben Jahr in Wimbledon, drei waren es am Montag sogar im Achtelfinale der Australian Open - doch wieder reichte es für den Witzmannsberger Tennisprofi nicht für den Einzug in das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers.

Nach einem zwei Stunden und neun Minuten andauernden Tennis-Krimi mussten sich Krawietz und sein kroatischer Partner Nikola Mektic dem favorisierten Doppel Jamie Murray (Großbritannien) und Bruno Soares (Brasilien) mit 7:6 (7:3), 2:6, 5:7 geschlagen geben. Beim Stand von 5:4 im dritten Satz führten Krawietz/Mektic beim Aufschlag des Brasilianers bereits 40:0, konnten aber keinen der drei Matchbälle nutzen.

"Die Enttäuschung ist im Moment sehr groß. Es tut einfach sehr, sehr weh, wenn ich an die Matchbälle denke", sagte Krawietz dem Tageblatt wenige Stunden nach seinem Melbourne-Aus. "Aber ich denke, in ein paar Tagen sehe ich das anders. Denn eigentlich war ich ja gar nicht qualifiziert für das Turnier, dann konnte ich doch mitspielen und wir haben in der ersten Runde Matchbälle abgewehrt. Jetzt haben wir Matchbälle vergeben. Wie sagt man so schön: Einmal gewinnt man, einmal verliert man."

Auf Augenhöhe mit dem Favoriten

Vor dem Match hätte sich wohl kein Experte über die Niederlage des deutsch-kroatischen Duos gewundert, denn das an Nummer 3 gesetzte Doppel Murray/Soares ging klar favorisiert in die Partie. Während es für Krawietz/Mektic erst die dritte Partie gemeinsame Partie war, sind der Brite und der Brasilianer bereits seit rund drei Jahren gemeinsam auf der Tour unterwegs. Im Jahr 2016 gewann das Duo die Australian und US Open. Jamie Murray, der ältere Bruder der ehemaligen Nummer 1 Andy Murray, stand 2016 sogar für einige Wochen ganz oben in der Doppel-Weltrangliste.

Im ersten Satz servierten Murray/Soares zwar etwas souveräner als ihre Kontrahenten, konnten aber aus ihren Breakbällen kein Kapital schlagen. Im Tiebreak (7:3) präsentierten sich Krawietz/Mektic auf dem gut gefüllten Court 3, der für 3000 Zuschauer Platz bietet, nervenstark und entschieden den ersten Satz für sich. Im zweiten Durchgang bekamen der Witzmannsberger und sein Partner aber nicht so recht Zugriff auf das Spielgeschehen. Sowohl Mektic als auch Krawietz verloren ihr erstes Aufschlagsspiel dieses Satzes und waren deshalb früh klar im Hintertreffen (0:4). Mehr als zwei gewonnene Spiele waren für das deutsch-kroatische Doppel nicht drin.

Der dritte Satz verlief dann wieder ähnlich wie der erste Durchgang, beide Doppelpaarungen zeigten sich bei ihrem Aufschlag nahezu fehlerfrei - bis zum zehnten Spiel. Krawietz/Mektic führten 5:4 und hatten nach einem Doppelfehler des Brasilianers Soares tatsächlich drei Matchbälle auf dem Schläger liegen. Den ersten hätte Krawietz nach genau zwei Stunden bereits verwandeln können, doch sein Rückhandschlag aus etwa zwei Metern Netzentfernung blieb an der Netzkante hängen. Auch die nächsten beiden Chancen ließen Krawietz/Mektic aus, ihre Kontrahenten machten fünf Punkte in Folge und glichen zum 5:5 aus. Das psychische Momentum war nun aufseiten von Murray/Soares: Krawietz verlor sein Service nach Einstand und der erfahrene Murray machte mit vier Aufschlägen im zwölften Spiel mit dem 7:5 alles klar. "Positiv ist, dass ich mit den Topteams mithalten kann. Wenn ich das Niveau halten und noch bisschen steigern kann, glaube ich, dass ich in Zukunft vorne mitspielen kann", lautet das Australien-Fazit des 26-jährigen Franken.

Premiere im Davis Cup?

Die siegreichen Murray und Soares treffen im Viertelfinale am Mittwoch auf den Australier John Peers und den Finnen Henri Kontinen. Krawietz indes fliegt am Dienstag zurück in die Heimat und wird bis zum Ende des Monats trainieren - falls nicht ein Anruf von Michael Kohlmann

dazwischenkommt.

Der deutsche Davis-Cup-Teamchef wird in wenigen Tagen sein Aufgebot für die Qualifikationsrunde gegen Ungarn (1./2. Februar in Frankfurt) nominieren. Als einziger deutscher Akteur im Doppel-Achtelfinale von Melbourne sollte der Witzmannsberger eine ernsthafte Option für das deutsche Team darstellen.



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren