Coburg
Basketball ProB

BBC-Trainer Ulf Schabacker: "Die Rebounds waren unser Manko"

Die zweite Spielzeit des BBC Coburg in der dritthöchsten deutschen Spielklasse geht am Samstag mit dem Heimspiel gegen Würzburg zu Ende. Trainer Ulf Schabacker zieht nach dem letztlich souverän geglückten Klassenerhalt ein Fazit und erläutert seine Planungen für die kommende Saison.
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Ein BBC-Quartett, das noch einen Vertrag für die kommende Spielzeit besitzt: die beiden Spieler Christopher Wolf und Steffen Walde sowie das Trainergespann Ulf Schabacker und Johannes Wunder (von links).  Foto: Timo Geldner
Ein BBC-Quartett, das noch einen Vertrag für die kommende Spielzeit besitzt: die beiden Spieler Christopher Wolf und Steffen Walde sowie das Trainergespann Ulf Schabacker und Johannes Wunder (von links). Foto: Timo Geldner

50:50 - mit einem Erfolg im letzten Saisonspiel gegen die TG s. Oliver Würzburg am Samstag um 19.30 Uhr könnte der BBC Coburg sein Punktekonto in der ProB Süd ausgleichen. 14 Niederlagen würden dann 14 Siegen gegenüberstehen. Ein Mann, der maßgeblich zu dieser versöhnlichen Bilanz der Coburger Basketballer beitrug, ist Aufbauspieler Chase Adams. Die Chancen, dass der 30-Jährige auch nächste Saison das BBC-Trikot tragen wird, beziffert Cheftrainer Ulf Schabacker auf 50:50. Mit welchen Spielern er für die kommende Runde noch plant, wie sich seine Rolle nach dem Abgang des sportlichen Leiters Matthias Haufer verändern wird und wie er die Saison seiner Mannschaft final bewertet, verrät der 62-Jährige im Tageblatt-Interview.

Herr Schabacker, die Hauptrunde Ihres Teams haben Sie mit der Schulnote ,befriedigend‘ bewertet. Sind Sie nach den souveränen Auftritten in den Play-downs mit vier Siegen in fünf Partien mittlerweile etwas gnädiger?

Ulf Schabacker: Ich muss der Mannschaft Respekt zollen, dass wir, obwohl wir ja schon recht früh gesichert waren, die Play-downs so konsequent und fokussiert durchgezogen haben. Ausnahme war das Spiel in Rhöndorf, als wir krankheits- und verletzungsbedingt massiv geschwächt, aber trotzdem nicht chancenlos waren. Insofern kann man hinter die ,3‘ schon ein Plus machen. Dass wir die Play-offs leider Gottes nicht erreicht haben, hat Spieler wie auch uns Trainer natürlich schon ein bisschen geärgert, das ist ja klar. Aber die Play-downs waren wirklich in Ordnung, da hat sich die Mannschaft nicht hängen lassen und auch das Training, auch wenn wir nicht mehr so intensiv wie während der Saison trainiert haben, gut durchgezogen.

Den Abschluss der Play-downs bildet am Samstag das Heimspiel gegen Würzburg. Was dürfen die Zuschauer erwarten?

Natürlich wollen wir das Spiel gewinnen. Die Würzburger werden vielleicht etwas heißer sein, nachdem sie das Spiel vor Weihnachten in Coburg ja am grünen Tisch verloren haben. Aber wir werden ausreichend dagegenhalten, um die Partie zu Hause zu gewinnen. Ich werde so weit wie möglich versuchen, allen Spielern Einsatzzeit zu geben und ihnen so die Möglichkeit zu schaffen, sich gebührend von den Fans zu verabschieden.

Im letzten Heimspiel gegen Köln durfte der 18-jährige Christoph Bauer über 20 Minuten ran. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung der beiden Youngster, Bauer und Louis Herbst?

Louis und Christoph hatten schon einen schweren Stand in dieser Saison, weil sie auf ihrer Position unsere besten Spieler vor sich hatten. Da wir ja lange Zeit um die Play-offs gekämpft haben, war es nicht möglich, sie einzusetzen, obwohl sie das beide durch ihren Trainingseinsatz verdient gehabt hätten. Ich werde versuchen, Louis gegen Würzburg mehr Zeit zu geben, dass auch er sich noch mal präsentieren kann. Christoph hat das im letzten Spiel hervorragend gemacht, das hat mich sehr gefreut. Jetzt hoffe ich, dass er bei der Stange bleibt und nächstes Jahr den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen kann.

Apropos nächstes Jahr - wie weit sind die personellen Planungen bereits?

Steffen Walde und Chris Wolf haben noch einen Vertrag, bei allen anderen ist es noch zu früh, etwas zu sagen. Wie in den bisherigen Gesprächen zu hören war, haben grundsätzlich alle Spieler Interesse, weiter in Coburg zu spielen. Aber man sieht auch, dass andere Vereine an dem einen oder anderen unserer Spieler hinterher sind. Kevin Franceschi hat schon während dieser Saison ein sehr gutes Angebot aus der zweiten französischen Liga erhalten, das hat sich letztlich aber zerschlagen.

Wie stehen die Chancen auf eine Verlängerung bei Aufbauspieler Chase Adams, der ja häufig den Unterschied ausgemacht hat?

Ich würde die Chancen auf 50:50 beziffern. Chase wird von uns natürlich ein besseres Angebot bekommen als in dieser Saison, da war es ja letzten Endes auch Glück, dass er nach Coburg gekommen ist. Chase hat auf und neben dem Parkett gewirkt. Er ist ein absoluter Führungsspieler und hat auch die gewisse Professionalität, die vielleicht bei dem einen oder anderen Spieler noch nicht so ausgeprägt war, in die Mannschaft gebracht. Auch beim Thema Trainingsinhalte habe ich mich viel mit ihm ausgetauscht. Was er spielerisch draufhat, davon konnte sich ja jeder in der Halle bei den Heimspielen überzeugen. Er macht seine Mitspieler stark und kann, wenn es nötig wird, auch selber finishen. Wenn seine Verlängerung also finanziell machbar ist, wären wir ja blöd, wenn wir nicht versuchen würden, ihn zu halten. Er wird sich aber natürlich auch über seinen Agenten Richtung ProA und andere Ligen präsentieren wollen, das ist jetzt Verhandlungssache.

Auf welchen Positionen muss das Team verbessert werden?

Wir müssen natürlich zweigleisig planen, da wir ja nicht wissen, was mit Chase Adams und Kevin Franceschi passieren wird. Wir würden grundsätzlich gerne beide halten, aber das wird nicht einfach werden. Wir brauchen auf jeden Fall noch jemanden unter dem Korb, wir müssen beim Rebound einfach präsenter werden. Das war unser Manko in dieser Saison. Wenn Mannschaften mit starken Power Forwards und Centern gekommen sind, hatten wir schon Probleme. Da hätte ich schon erwartet, dass wir ein bisschen besser dagegenhalten. Wenn man bedenkt, dass Chase (Anm. d. Red.: 1,76 Meter) und Kevin (1,92 Meter) mit unsere Top-Rebounder sind, spricht das nicht unbedingt für unsere Reboundarbeit. Ich hoffe, dass wir da nächstes Jahr etwas ändern können.

Der bisherige sportliche Leiter, Matthias Haufer, wird in der kommenden Saison nur noch als externer Berater tätig sein. Dieser Job fällt nun künftig auch in Ihren Aufgabenbereich...

Ich habe meine Probleme mit dem Titel "sportlicher Leiter". Ein sportlicher Leiter ist für mich jemand, der ein Gesamtkonzept für alle Mannschaften, von der ,Ersten‘ bis zu den ,Minis‘ verfasst, aber das schaffe ich berufsbedingt nicht (Anm. d. Red.: Schabacker ist Geschäftsführer beim Veranstaltungsservice Bamberg). Dazu müsste ich dauerhaft in Coburg sein. Deshalb haben wir es so aufgeteilt, dass ich für die erste Mannschaft verantwortlich bin und Johannes Wunder sowie Yasin Turan für die unteren Mannschaften. Mit Matthias Haufer stehe ich weiter in engem Kontakt. Es ist ja nicht so, dass er ganz außen vor ist, er verschafft uns noch den einen oder anderen Kontakt. Die finalen Gespräche mit den Agenten führen dann ich oder Johannes Wunder.

Das Farmteam von Brose Bamberg, die Baunach Young Pikes, spielt als ProA-Absteiger nächste Saison auch in der ProB. Herrscht schon Vorfreude auf das neue Derby?

Das wird ein gutes und sehr interessantes Lokalderby, für Coburg ist das eine Bombensache. Allgemein entwickelt sich die Liga für uns aus fahrtechnischer Sicht ganz gut. Die weiten Fahrten nach Köln und Rhöndorf, die am Spieltag schon schlauchend waren, fallen ja jetzt weg. Leverkusen scheint, wie es aktuell aussieht, in die ProA aufzusteigen. Mit dem zweiten ProA-Absteiger Hanau kommt eine weitere Mannschaft dazu, die die Liga attraktiver macht. Und auch Oberhaching als Aufsteiger aus der Regionalliga ist nicht zu verachten. Insofern wird das Niveau nächstes Jahr in der ProB Süd sicher nicht schwächer sein, da muss man wieder aufpassen, nicht hinten reinzurutschen. Trotzdem wird es unser Ziel sein, eine Play-off-Mannschaft zu rekrutieren, denn, wie sagt man so schön, Stillstand ist Rückschritt.

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