Coburg

BBC Coburg: Vier Riesen, vier Rollen

Nach der Verletzung von Kapitän Christopher Wolf müssen beim BBC Coburg drei andere Spieler in den nächsten Wochen mehr Verantwortung übernehmen. Das Tageblatt stellt die Rollenverteilung in der langen Garde vor.
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Die vier Inside-Spieler des BBC Coburg (von links): Christopher Wolf, Tidjan Keita, Daniel Urbano und Moritz Bär
Die vier Inside-Spieler des BBC Coburg (von links): Christopher Wolf, Tidjan Keita, Daniel Urbano und Moritz Bär
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Während sich die Ränge bei den Heimspielen des BBC Coburg in der HUK-Arena in den vergangenen Wochen deutlich besser als zu Saisonbeginn füllten (900 Zuschauer im Schnitt in den vergangenen drei Spielen), blieben auf der Coburger Spielerbank einige Plätze frei. Im fränkischen Derby gegen TG s. Oliver Würzburg standen bedingt durch Verletzungen und Verpflichtungen nur neun Spieler im BBC-Kader, die Hauptlast trugen dabei sechs Akteure.

Eng wird es nach der Verletzung von Kapitän Christopher Wolf vor zwei Wochen (Fingerbruch) besonders unter den Körben. Power Forward Wolf ist nach Shore Adenekan (Achillessehnenriss) und Johannes Krug (Kreuzbandriss) der dritte große Spieler, der ausfällt. Mit Tidjan Keita, Daniel Urbano und Moritz Bär stehen BBC-Coach Ulf Schabacker aktuell nur drei Spieler für die zwei Positionen unter den Körben zur Verfügung. Bitter aus Coburger Sicht ist im Nachgang die "Flucht" von Center Noah Kamdem, der nach nur drei Spielen im BBC-Dress die Vestestadt Anfang Januar in Richtung Frankfurt, zum Ligakonkurrenten Fraport Skyliners Juniors, verließ. "Das kam für uns alle überraschend. Er ist ein sehr guter ProB-Spieler, hat sich gut in unsere Mannschaft eingelebt. Wir hatten langfristig mit ihm geplant", erklärt Schabacker. Den Wechsel könne er sich nur aus finanziellen Gründen und der Nähe zum Bundesliga-Klub erklären, so der 63-Jährige.

Eine Möglichkeit, noch einmal auf den Transfermarkt nachzulegen, haben die BBC-Verantwortlichen nicht mehr. Die Wechselfrist der ProB ist bereits vor gut einem Monat, am 10. Januar, abgelaufen. So muss Schabacker auf den großen Positionen bis zum Start der Play-offs wohl auf ein Trio vertrauen - dann könnte Kapitän Wolf wieder zurückkehren. Wie schaut bis dahin und danach die Rollenverteilung der Zwei-Meter-Jungs beim BBC aus?

Christopher Wolf (12,6 Punkte/5,4 Rebounds in 28 Minuten ) "Chris fehlt uns massiv. Nicht nur als Kapitän, sondern auch spielerisch. Er ist ein 30-Minuten-Spieler. Diese Verantwortung müssen wir nun auf andere Schultern verteilen", sagt Schabacker. Der 24-Jährige hat sich beim Gastspiel in Elchingen den kleinen Finger der linken Hand gebrochen. Auch wenn nicht die Wurfhand betroffen ist, handelt es sich um eine für einen Basketballer unangenehme Verletzung. Die Ärzte schätzten seine Ausfallzeit Ende Januar auf sechs Wochen ein. Schabacker hofft darauf, dass Wolf bereits am letzten Hauptrundenspieltag am 7. März gegen den FC Bayern II wieder zum Einsatz kommen kann. Wolf knüpfte vor seiner Verletzung an seine starke Vorsaison an, lässt nur von der Dreierlinie etwas Konstanz vermissen (29 % Trefferquote).

Tidjan Keita (14,7 Punkte/6,3 Rebounds in 22 Minuten) Lehrgeld musste der 23-jährige Franzose bei der Heimniederlage zuletzt in Würzburg zahlen, als er sich sechs Ballverluste, davon zwei spielentscheidende Fehlpässe, leistete. Fehler, die Schabacker dem 2,08-Meter-Mann bei seiner ersten Profistation aber zugesteht. Keita ist der Inbegriff des modernen großen Spielers. Er hat einen soliden Dreipunktewurf, ist beweglich und läuft fast immer den für das Coburger Spiel so wichtigen Fastbreak mit. Seine 6,3 Rebounds im Schnitt in 22 Minuten sind ein Topwert, als Ringbeschützer (0,7 Blocks) hätte er mit seiner Athletik noch mehr Potenzial. Schabacker möchte den Franzosen unbedingt über die Saison hinaus binden, weiß aber auch, dass seine Leistungen Begehrlichkeiten bei zahlungskräftigeren Klubs weckt.

Daniel Urbano (6,9 Punkte/2,6 Rebounds in 15 Minuten) Der 24-Jährige scheint bereit zu sein, mehr Verantwortung zu tragen. Spielte der Power Forward vor Wolfs Verletzung 13 Minuten im Schnitt, waren es in den vergangenen beiden Partien fast 30. "Daniel hat seine neue Rolle angenommen und Chris gegen Würzburg sehr gut vertreten", lobt Schabacker. Seine 17 Punkte und sieben Rebounds waren jeweils Karrierebestwerte. "Daniel ist ein absolut intelligenter Spieler, der damit körperliche Defizite ausgleicht", sagt der BBC-Trainer. Urbano ist ähnlich flexibel einsetzbar wie Keita, kann offensiv sowohl von draußen als auch in der Zone punkten. Schabacker: "Daniel ist einer von vielen Spielern bei uns, der nicht auf sein Ego achtet. Die Jungs können sich gut einschätzen - und dann kann sich auch etwas entwickeln."

Moritz Bär (3,7 Punkte/2,4 Rebounds in 13 Minuten) Den Durchbruch hat der 2,06 Meter große Bär beim BBC Coburg noch nicht geschafft. 42 Prozent Wurfquote sind für einen Center ein schwacher Wert. "Seine Entwicklung stagniert gerade ein bisschen. Er weiß, dass es in unser aktuellen Situation auch auf ihn ankommt", nimmt Schabacker den 20-Jährigen in die Pflicht. Trotz des personellen Engpasses stand Bär gegen Würzburg nur knapp acht Minuten auf dem Parkett. Bär ist nach des verletzungsbedingten Saison-Aus von Shore Adenekan der einzige Brettcenter im BBC-Kader - gegen die beweglichen Würzburger waren aber andere Spielertypen gefragt. Doch in den Play-offs könnte der gebürtige Bayreuther gegen Teams mit echten Kanten unter dem Korb ein nicht zu unterschätzender Faktor werden.

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